Zuckerperlen in feinster Lage

90 Eigentumswohnungen und ein kleiner Park sollen in St. Leonhard für einen neuen Schub sorgen.


18.08.2010 - Das Werbekonzept für das 25-Millionen-Euro-Projekt an der Holzschuherstraße in St. Leonhard steht: „Zuckerperlen in feinster Lage & Qualität“, heißt es auf dem Plakat, das P&P-Geschäftsführer Michael Peter und Architekt Jürgen Hübsch stolz präsentieren. Die P&P Wohnbau Franken hatte das rund 6000 Quadratmeter große Ruinengrundstück mit der unter Denkmalschutz stehenden Villa im Frühjahr bei einer Zwangsversteigerung gekauft.

Nach einigen bürokratischen und juristischen Hürden, die noch genommen werden mussten, kann Michael Peter, dessen Unternehmen sich auf Neubauten und Sanierungen spezialisiert hat (siehe Südstadtpark in Fürth), jetzt mit konkreten Planungen beginnen. Ein formeller Beschluss im Stadtplanungsausschuss steht zwar noch aus, doch nach ersten Kontakten mit dem Baureferat scheint dem ehrgeizigen Projekt nichts mehr im Weg zu stehen. Im Herbst, so Architekt Hübsch, wird das Gelände erst einmal freigemacht, Baubeginn wird dann im Frühjahr 2011 sein, mit der Fertigstellung rechnet der Investor im Herbst 2012.

Kein Einkaufszentrum
 

P&P-Chef Peter setzt bewusst auf Eigentumswohnungen mit gutem Standard bei der Ausstattung, keine Gewerberäume, kein Einkaufs-Center, wie es ursprünglich an dieser Ecke einmal vorgesehen war. Ob das an dieser Stelle in St. Leonhard geht, mitten im sozialen Brennpunkt, mit leer stehenden Läden, illegalem Autohandel ums Eck und Bordellen, denen mit aufwendigen Bebauungsplanverfahren gerade der Boden unter den Füßen weggezogen werden soll? Ja, sagt Peter. Er sei sich sicher, dass eine hochwertige Nutzung des Zuckerbär-Geländes sogar positiv in den Stadtteil ausstrahlt.

„Es wird sich in der Umgebung viel verändern, das haben wir bei anderen Sanierungsprojekten in ähnlich schwieriger Lage auch erlebt. So etwas wirkt und beeinflusst das Umfeld positiv.“ Vorgesehen sind drei- bis fünfgeschossige Neubauten entlang der Rothenburger Straße, der Holzschuherstraße und der Wohlgemutstraße. An der Ecke Wohlgemutstraße/Holzschuherstraße entsteht noch ein Einzelgebäude, das eine optische Verbindung zwischen der Zuckerbär Villa und der sogenannten Meck-Villa auf dem Nachbargrundstück herstellt.

Grün dominiert

Im Innenbereich und auf den Dächern dominiert Grün. 4800 Quadratmeter Grünflächen sollen entstehen, mehr als die Stadt in ihrem Bebauungsplan vorgesehen hat. Im Zentrum ein kleiner Park zwischen der Zuckerbär-Villa und dem Wohnquartier. Dieser ist öffentlich zugänglich und kann von der Rothenburger Straße und der Wohlgemutstraße aus erreicht werden.

Im Bereich der Wohngebäude soll dagegen Ruhe herrschen. Nur wenige Parkplätze sind im Innenraum vorgesehen, die restlichen Stellflächen verschwinden in einer Tiefgarage. Die Wohnungen, Loggien und Balkone orientieren sich ebenfalls in den Innenbereich. Vor allem an der Rothenburger Straße mit ihrem hohen Verkehrsaufkommen eine unumgängliche Lösung.

Im Zentrum der Planungen steht aber die unter Denkmalschutz stehende Zuckerbär-Villa, deren Erhalt der Stadtrat als Auflage für eine Nutzung des Gesamtareals gemacht hat. Durch jahrzehntelange Vernachlässigung ist sie in einem denkbar schlechten Zustand. Dieser Tage, so Architekt Hübsch, sollen Gespräche mit dem Denkmalschutzamt geführt werden. Ziel: Welche Teile kann man noch erhalten? Der in vielen Räumen ursprünglich vorhandene Stuck ist weitgehend weg, auch die Sandsteinfassade ist stark beschädigt. Dennoch: Es wird saniert, sagt Michael Peter.

P&P werde das Untergeschoss als Firmenzentrale in Nürnberg selbst nutzen. Der Rest wird wohl als Büroraum vermietet. Die Villa und die Historie des Geländes haben es P&P-Chef Michael Peter besonders angetan. Zuletzt auch deshalb, weil man bei der ersten Erkundung des Geländes noch Hinterlassenschaften aus der Ära Zuckerbär gefunden hat, Blechdosen, Werbeschilder und ähnliches. Jetzt will man nicht nur den Namen "Zuckerbär" rechtlich sichern. Architekt Hübsch könnte sich auch vorstellen, in der Villa einen kleinen Raum für die Exponate einzurichten.

Der Bürgerverein St. Leonhard/Schweinau begrüßt das vorgelegte Konzept ausdrücklich. Die Villen Meck und Zuckerbär in Verlängerung auch die Villa Leon auf der anderen Seite der Rothenburger Straße bildeten eine optisch und kulturhistorisch reizvolle Achse, sagt Bürgervereinsvorsitzender Thomas Geismann.

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