Abbruch

Gewerk, zerstören und entsorgen von Bauwerken, auch Abriss, Rückbau. Der Abbruch eines Gebäudes kann ganz oder nur teilweise erfolgen. Er wird von Spezialfirmen vorgenommen, die dabei unterschiedliche Methoden anwenden. Je nach Größe und Beschaffenheit des Bauwerks wird dieses entweder am Stück eingerissen, schrittweise abgetragen, demontiert oder kontrolliert gesprengt. Bevor mit dem Abbruch begonnen werden kann, ist eine offizielle Abbruchgenehmigung einzuholen. Abrissarbeiten können sich zum Teil über einen längeren Zeitraum hinziehen und mit starker Lärm- und Staubbelastung einhergehen. Der anfallende Bauschutt muss getrennt und recycelt werden. 

Abdichtungsarbeiten

Gewerkgruppe. Zu den Abdichtungsarbeiten gehören alle Tätigkeiten, mit denen die Bausubstanz wasser- und dampfundurchlässig gemacht wird. Dies umfasst die Abdichtung der Kellergeschosse, der Bodenplatte, der Fassade und des Daches eines Gebäudes. Das geschieht unter anderem anhand von Schweißbahnen, Kunststoffplanen und Bitumenbeschichtungen. Die Arbeiten werden dabei von unterschiedlichen Handwerkern durchgeführt. 

Abdichtungsbahn

Wasserfestes Material zur Abdichtung eines Gebäudes, Dachpappe. Eine Abdichtungsbahn besteht zumeist auf den Außenseiten aus Bitumen und hat eine Einlage aus Kunststoff, Jute, Filz oder anderem Gewebe. Die Bahnen werden entweder überlappend am Gebäude befestigt oder miteinander verschweißt, damit sie Wasser von der darunter liegenden Bausubstanz abhalten können. 

Abgasverlust

Energiemenge, die bei der Heizungsanlage zusammen mit Schadstoffen an die Umwelt abgegeben wird. Von Abgasverlust spricht man, wenn Wärmeenergie über den Schornstein nach außen abgegeben wird. Abgase, die bei der Verbrennung von Energieträgern in der Heizungsanlage entstehen, steigen durch den Schornstein ins Freie. Dabei entweicht auch immer ein wenig Wärme. Die Gesamtmenge dieser Energie, die so dem Heizkreislauf verloren geht, nennt man Abgasverlust. Dessen Höhe wird einmal jährlich vom Schornsteinfeger festgestellt.

Abgeschlossenheitsbescheinigung

Von der Bauaufsichtsbehörde ausgestelltes Dokument, das die ausreichende Abtrennung und Selbstständigkeit einzelner Wohneinheiten bescheinigt. Eine Abgeschlossenheitsbescheinigung wird beispielsweise beim Neubau von Eigentumswohnungen oder der Aufteilung eines Mehrfamilienhauses in mehrere separate Wohnungen, die einzeln verkauft werden sollen, benötigt. . 

Abnahme

Erklärung, dass ein Werk (z.B. ein Haus) den vorher bestimmten Kriterien entspricht. Der Besteller (in diesem Fall der Bauherr) inspiziert bei der Abnahme das fertige Werk. Eventuelle Mängel werden für spätere Nachbesserungen protokolliert. Ist das Werk wie im Vertrag festgeschrieben hergestellt, so muss der Besteller es abnehmen. Ab diesem Moment beginnt u.a. die Verjährungsfrist für bestimmte Mängel zu laufen und die vertraglich festgelegte Vergütung für den Hersteller wird fällig. 

Abstandsfläche

In der Bauordnung der Länder festgelegter Mindestabstand zwischen zwei Häusern, bzw. zwischen Haus und Grundstücksgrenze. Durch diese freie Fläche soll ausreichend Luft und Licht an die Häuser gelangen. Außerdem dient sie dem Brandschutz. Ausnahmen von den Regelungen sind im Einzelfall möglich, ältere Gebäude haben Bestandsschutz. 

Abtrag

Entfernung von entweder Boden oder Bausubstanz. Abtrag ist sowohl beim Erdbau als auch bei Abbrucharbeiten gebräuchlich. Im Erdbau bedeutet der Begriff das Ausheben oder Abschieben von Erdreich. Bei Abbrucharbeiten wird damit ein stückweiser und kontrollierter Abriss der Bausubstanz bezeichnet. 

Abtreppung

Stufenförmiger Verlauf der Außenflächen eines Gebäudes. Mit einer Abtreppung passt man Fundamente, Wände oder Stützmauern eines Bauwerks an einen unebenen Geländeverlauf, verschiedene Bodenarten oder schräge Flächen angrenzender Gebäude an.

Abwasserentsorgung

Maßnahmen zur Rückführung gebrauchten Wassers. Die Abwasserentsorgung erfolgt bei Gebäuden über den Hausanschluss. Verbrauchtes Wasser (sogenanntes Schmutzwasser) wird über Rohre in die Kanalisation abgeleitet, von wo es zu Klär- oder Aufbereitungsanlagen gelangt. Dort wird es gereinigt und anschließend wieder in den Wasserkreislauf eingespeist.

Abwurfanlage

Schacht zur Bauschuttentsorgung. Eine Abwurfanlage kommt auf Baustellen, vornehmlich bei Sanierungen, zum Einsatz. Durch ein Rohr aus Metall oder Kunststoff wird anfallender Bauschutt aus höheren Stockwerken direkt in einen bereitgestellten Container geleitet.

Acrylglas

Kunststoffglas. Acrylglas besteht aus einer Kunststoffverbindung und wird zur Abdeckung von beispielsweise Lichtkuppeln, Leuchten oder Badewannen verwendet. Acrylglas – umgangssprachlich auch Plexiglas genannt – ist sehr leicht, elastisch und bruchfest, allerdings kratzanfälliger als normales Glas. Der Grundstoff, aus dem es besteht, kommt auch bei Kontaktlinsen, Industrietoren und –verglasungen zum Einsatz.

AfA

Kürzel für Absetzung für Abnutzung. Besitzer vermieteter Immobilien können jährlich einen Teil des ursprünglichen Bau- oder Kaufpreises steuerlich abschreiben. Hintergrund ist der Wertverlust der Immobilie, der durch den Steuervorteil abgefangen werden soll. Die Berechnungssumme bezieht sich allein auf die Immobilie, nicht auf das Grundstück. Im Falle des Kaufs einer vor dem 31.12.1994 errichteten Immobilie kann der Besitzer 2,5 % des Kaufpreises absetzen, bei jüngeren noch 2 %. Neubauimmobilien können pauschal mit 2 % abgeschrieben werden.

Akustikdecke

Abgehängte Deckenkonstruktion mit besonderen Schallschutzeigenschaften. Akustikdecken bestehen aus einzelnen Platten mit gelochter oder geschlitzter Oberfläche, die den Luftschall besonders gut absorbiert.

Alleinvermittlungsauftrag

Vertrag, mit dem ein Makler für eine festgelegte Zeit exklusiv mit der Vermittlung eines Immobiliengeschäfts betraut wird. Kein anderer Immobilienmakler darf in diesem Zeitraum mit dem Verkauf beauftragt werden. Ist der Makler erfolgreich und stellt das Geschäft her, erhält er die vertraglich festgelegte Provision. Kommt das Geschäft nicht zustande, weil der Auftraggeber einen anderen Makler mit dem Verkauf beauftragt oder die Immobilie privat veräußert, wird eine ebenfalls festgeschriebene Konventionalstrafe fällig.

Altbau

Gängige Bezeichnung für ein altes, vor 1950 erbautes Wohngebäude. Viele dieser Häuser sind bereits oder werden demnächst saniert, um sie energetisch und baulich auf den neusten Stand zu bringen. Der Begriff wir aber auch genutzt, um ein bestehendes Haus(teil) von einem neu zu bauenden bzw. bereits errichteten Gebäude(teil) zu unterscheiden.

Altlastenbeseitigung

Gewerk, Entsorgung belasteten Bodens. Eine Altlastenbeseitigung ist nötig, wenn der Boden eines Baugrundstücks durch Gefahrenstoffe verseucht ist. Dabei kann es sich um Öle, chemische Abfallprodukte, oder bitumenhaltige Stoffe handeln. Der kontaminierte Boden wird in diesem Fall abgetragen, abtransportiert und gereinigt. Da eine Altlastenbeseitigung mit hohen Kosten verbunden ist, ist ein Bodengutachten vor dem Erwerb eines potentiell belasteten Grundstücks ratsam.

Angeld

Geldleistung, die bei Vertragsabschluss seitens des Auftraggebers gezahlt wird. Tritt der Auftraggeber vor Erfüllung vom Vertrag zurück, darf der Auftragnehmer das Geld behalten, wenn das Angeld nicht mehr als 10 % der Vertragssumme darstellt. Tritt der Auftragnehmer vom Vertrag zurück, muss er seinem Gegenüber die doppelte Summe des hinterlegten Angelds zahlen. Der geleistete Betrag ist bei Vertragserfüllung von der Kaufsumme abzuziehen.

Anker

Bauteil, das einem Gebäude zusätzliche Stabilität verleihen soll. Ein Anker verbindet zwei Wände oder sonstige Gebäudeteile miteinander. Dabei entsteht Zugspannung, die der Anker aufnimmt. Deshalb sind Anker meist auch aus Metall gefertigt. Es gibt unterschiedliche Arten von Ankern: Maueranker verbinden zwei Mauerteile, Zuganker sollen die Schubwirkung von Bögen und Gewölben aufnehmen. Giebelanker sorgen dafür, dass ein Giebel bei starkem Wind nicht einfach umkippt. Anker werden oft schon in der Bauphase in das Gebäude integriert, können aber auch nachträglich angebracht werden, um deren Stabilität zu erhöhen.

Annuität

Begriff aus den Wirtschaftswissenschaften, gleichbleibende jährliche Zahlung, von lat. annus = Jahr. Annuität meint meist die Rückzahlung eines Darlehens und setzt sich zusammen aus Zins- und Tilgungsbetrag. Während der Rückzahlung bleibt sie immer gleich, lediglich ihre Bestandteile verändern ihre relative Größe zueinander. Die Höhe der Annuität ist abhängig von Kredithöhe, Laufzeit, Verzinsung und Anzahl der Raten und kann anhand spezieller Tabellen berechnet werden.

Anrainer

Nachbar, Anlieger. Viele Bauordnungen definieren einen Anrainer als den Eigentümer einer Liegenschaft, die nahe an einem zu bebauenden Grundstück liegt. Anrainer haben eine solche räumliche Nähe, dass durch die Bebauung oder die Benutzung des neuen Grundstücks auf ihrer Liegenschaft mit Rückwirkungen zu rechnen ist. Anrainer grenzen meist direkt an das Baugrundstück oder liegen diesem gegenüber (auf der anderen Straßenseite). Im Bauverfahren, besonders für die Baugenehmigung, haben Anrainer besondere Rechte.

Anschlag

Einbau von Fenster und Türen. Es gibt unterschiedliche Arten von Anschlägen. Beim Innenanschlag werden Fenster oder Türen von innen in die Wandöffnung eingepasst. Man spricht hier auch davon, dass sie angeschlagen werden. Der Außenanschlag ist die Anbringung auf die Außenwand.

Anstrich

Auftragen eines Anstrichmittels auf einen Untergrund zum Zweck der Verschönerung und des Schutzes. Ein Anstrich besteht meist aus mehreren, zumindest aber zwei Schritten: dem Grund- und dem Schlussanstrich. Dazwischen können mehrere Zwischenanstriche liegen. Der Anstrich dient neben einer schöneren Optik auch dem Schutz des gestrichenen Materials vor äußeren Einflüssen. Das Anstrichmittel muss dabei je nach Untergrund individuell gewählt werden. Man unterscheidet Anstricharten nach Verwendungszweck (Feuerschutz-, Fußboden-, Fassadenanstrich), dem Untergrund (Holz-, Metall-, Putzanstrich) oder dem enthaltenen Bindemittel (Kalk-, Öl-, Dispersionsfarben-, Zementanstrich).

Anwurf

Mörtelschicht an Wänden oder Decken. Der Anwurf bezeichnet die komplette Putzschicht auf einer Wand, innen wie außen. Die unterschiedlichen Arten werden nach dem in ihnen verwendeten Bindemittel benannt (Kalk-, Zement-, Gipsputz). Das Aufbringen des Anwurfs erfolgt mit einer Kelle oder einem Spritzgerät, anschließend wird die Lage geglättet.

Arbeitsfuge

Trennfläche zwischen zwei Bauteilen. Arbeitsfugen entstehen zum Beispiel, wenn beim Betonbau eine Fläche in mehreren Abschnitten gegossen wird. Der Zwischenraum zwischen den Platten wird dabei als Arbeitsfuge bezeichnet. Wichtig ist dabei, dass die einzelnen Teile möglichst gut miteinander verbunden sind. Dies wird mit einer durchlaufenden Bewehrung erreicht. Abgedichtet wird die Arbeitsfuge dann mit Quellfugendichtbändern.

Asphaltestrich

Bodenbelag aus Gussasphalt. Asphaltestrich besteht aus Split, Bitumen, Gesteinsmehl und Sand. Er wird im Inneren eines Hauses entweder als Unterboden verlegt oder in geschliffener Form als Oberboden genutzt. Gussasphaltestrich ist fugenfrei verlegbar, wasser- und wasserdampfdicht und fußwarm. ;

Atriumhaus

Meist eingeschossiges Haus mit einem Innenhof in der Mitte. Diese Hausform ist seit der Antike bekannt. Das Atriumhaus wurde zuerst im alten Ägypten gebaut, am bekanntesten ist es als römisches Herrenhaus mit einem Wasserbecken im Innenhof. Im 20. Jahrhundert tauchte das Atriumhaus als Spielart des Einfamilienhauses mit einem Garten in der Mitte wieder auf. Meist bilden Atriumhäuser ganze dicht bebaute Siedlungen (Teppichsiedlungen).

Attika

Aufmauerung über dem Hauptgesims eines Gebäudes. Die Attika hat ihren Ursprung im antiken Griechenland. Ursprünglich stellte sie eine Aufmauerung im Dachbereich dar, auf der oft Reliefs angebracht wurden. Heute verwendet man den Begriff für den erhöhten Rand eines Flachdaches.

Auflassungsvormerkung

Im Grundbuch eingetragene Ankündigung eines zukünftigen Eigentümerwechsels. Mit einer Auflassungsvormerkung kann sich der Käufer eines Grundstücks gegen unvorhergesehene Härtefälle schützen. Zwischen Kaufvereinbarung und Umschreibung im Grundbuch vergeht meist noch eine gewisse Zeit, in der dem Käufer z.B. durch eine Insolvenz des Verkäufers Nachteile entstehen könnten. Die Auflassungsvormerkung kündigt im Grundbuch den Wechsel des Eigentümers an, der Käufer ist somit abgesichert.

Aufmaß

Vermessung eines Gebäudes, Ermittlung des Umfanges von Bauleistungen. Das Aufmaß hat zwei unterschiedliche Bedeutungen. Auf der einen Seite bezeichnet es die Aufzeichnung bestehender Gebäude. Diese Bauzeichnungen dienen dann als Planungsgrundlage. Andererseits bezeichnet das Aufmaß auch eine Ermittlung des Leistungsumfangs eines Bauprojekts. Anhand des Aufmaßes wird dann ein Leistungsverzeichnis erstellt.

Aufsandungserklärung

Unerlässlicher Bestandteil des Verkaufs einer Liegenschaft. Mit der Aufsandungserklärung bestätigt der Verkäufer ausdrücklich, dass er sein Recht auf Eigentum an der Liegenschaft freiwillig abgibt. Sie muss notariell beglaubigt werden und ist neben dem Kaufvertrag unumgänglich beim Verkauf einer Liegenschaft. Das Wort kommt daher, dass man früher die Unterschrift unter einem Vertrag mit aufgestreutem Sand trocknete.

Auftrittbreite

Begriff aus dem Treppenbau. Die Auftrittbreite bezeichnet die Oberfläche einer Treppenstufe zwischen ihrer Vorderkante und Vorderkante der nächsten Ebene. Die Auftrittbreite ist nicht zwingend identisch mit der Stufenbreite, da Treppen häufig so konstruiert sind, dass die nächsthöheren Stufen etwas überstehen.

Aufzüge

Anlagen zur vertikalen Beförderung von Personen und Gegenständen, auch Lifte. Aufzüge existieren in ganz unterschiedlichen Bauweisen. Sie kommen freistehend, an Hausfassaden oder im Inneren eines Gebäudes vor. Die am weitesten verbreiteten Arten sind in Häusern liegende Personen- und Lastenaufzüge. Die Vorschriften zum Einbau eines Aufzugs sind in den Landesbauordnungen festgeschrieben.

Ausblühung

Ausscheidung von Mineralien auf der Oberfläche von Bauwerken. Ausblühungen werden zu den Bauschäden gerechnet. Sie sind ein weißer Belag, der sich auf der Oberfläche von Bauwerken absetzt. Ausblühungen entstehen durch Eindringen von Wasser in das Mauerwerk, das dann die darin enthaltenen Mineralien löst. Der Bildung von Ausblühungen kann man vorbeugen, indem man die Außenwände eines Gebäudes imprägniert. Hat sich Ausblühung erst einmal gebildet, kann man sie auch wieder abkratzen.

Ausdehnungsgefäß

Behälter zum Druckausgleich in Warmwasserheizungen. Das Ausdehnungsgefäß schützt Heizungsanlagen und Leitungen vor einer Beschädigung aufgrund von Überdruck. Erhitzt man Wasser, so gewinnt es an Umfang. Ausdehnungsgefäße nehmen diese Zunahme an Volumen auf. Es gibt sie in unterschiedlichen Bauweisen, deren Funktionsprinzipien sich voneinander unterscheiden.

Ausfachung

Inhalt des Zwischenraums zwischen den Holzbalken eines Fachwerkhauses. Der Zwischenraum zwischen den Balken eines Fachwerkhauses wird Gefach genannt. Ausfachung ist sowohl das Material, mit dem dieser Zwischenraum gefüllt wird, als auch der eigentliche Prozess der Befüllung.

Ausfachung

Inhalt des Zwischenraums zwischen den Holzbalken eines Fachwerkhauses. Der Zwischenraum zwischen den Balken eines Fachwerkhauses wird Gefach genannt. Ausfachung ist sowohl das Material, mit dem dieser Zwischenraum gefüllt wird, als auch der eigentliche Prozess der Befüllung.

Aushub

Gewerk aus dem Bereich Erdbau und aus einer Baugrube stammendes Erdreich. Aushub bezeichnet die maschinelle Abtragung von Boden auf einer Baustelle zum Zweck der Schaffung einer Baugrube. Das dabei abgetragene Material wird ebenfalls als Aushub bezeichnet. Ist dieses Erdreich nicht kontaminiert, so kann es zur Verfüllung anderer Gruben oder landschaftsarchitektonisch genutzt werden.

Ausschreibung

Teil des Auftragsvergabeverfahrens. Ausschreibungen sind detaillierte Beschreibungen der vom Auftraggeber gewünschten Leistungen – oft eines Bauprojekts – in Form von Einzelpunkten (Positionen). Anhand dieser Beschreibung erstellen Unternehmen Angebote für die gewünschten Leistungen, die der Bauherr dann miteinander vergleichen kann. Öffentliche Auftraggeber müssen, private Auftraggeber können Ausschreibungen durchführen.

Balkon

Unmittelbar an ein Gebäude anschließende Plattform. Ein Balkon ist eine Freifläche, die oberhalb des Erdgeschosses über die Flucht der Fassade hinausragt. Unter einem Balkon befindet sich immer ein Luftraum, mindestens eine Seite ist geöffnet. Die freien Seiten eines Balkons sind mit Geländern oder Balustraden gesichert. Balkone liegen nicht nur außerhalb eines Gebäudes, sondern können auch in dessen Innerem von einem Raum in einen anderen hineinragen. 

Balustrade

Geländer oder Brüstung an Treppen, Balkonen oder Terrassen. Balustraden bestehen aus einer Reihe kleiner Säulen und haben einen durchgehenden Abschluss. Sie sind beliebt als Geländer und werden neben Holz und Stein noch aus einer Reihe weiterer unterschiedlicher Stoffe hergestellt. 

Barrierefreies Bauen

Planen und Bauen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse benachteiligter Personen. Barrierefreies Bauen soll dafür sorgen, dass Gehbehinderte, Blinde, Gehörlose, alte Menschen und Kinder die entsprechenden Bauwerke uneingeschränkt und ohne fremde Hilfe nutzen können. Den besonderen Anforderungen muss bei Planung und Umsetzung Rechnung getragen werden. Das bedeutet beispielsweise, Türen breit genug zu machen, in Räumen ausreichend Bewegungsraum einzuplanen und Treppen entweder durch Rampen oder Aufzüge umgehbar zu machen. Der Staat fördert sowohl barrierefreie Neubauten als auch den Umbau bereits bestehender Gebäude.

Bauantrag

Ersuchen eines Bauherrn um eine Baugenehmigung. Sowohl beim Hausneubau als auch bei solchen baulichen Maßnahmen, die in die Statik eines bestehenden Gebäudes eingreifen könnten, muss der Bauherr einen Bauantrag stellen. Dieser ist bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde einzureichen und umfasst einen Lageplan, Bauzeichnungen, Baubeschreibung, statische Nachweise und ein ausgefülltes Antragsformular. Die Bauaufsichtsbehörde entscheidet anhand dieser Unterlagen über die Erteilung einer Baugenehmigung. 

Baugenehmigung

Von der Baubehörde ausgestellte Bescheinigung, dass gegen ein Bauvorhaben keine Einwände zu erheben sind. Die Baugenehmigung wird auf Grundlage des eingereichten Bauantrags erteilt, wenn eine geplante bauliche Maßnahme den gesetzlich festgeschriebenen Normen entspricht. Mit Erteilen der Baugenehmigung besteht für den Bauherrn ein Rechtsanspruch auf die Durchführung der Baumaßnahme. Die Dauer der Gültigkeit dieser Genehmigung ist in den Landesbauordnungen festgeschrieben und variiert von Bundesland zu Bundesland. 

Baugrunduntersuchung

Analyse des Untergrunds eines Bauplatzes. Bei der Baugrunduntersuchung wird der Boden eines Grundstücks auf Tragfähigkeit, mögliche Belastung und Grundwassereigenschaften untersucht. Die Baugrunduntersuchung muss zwingend von Baugrundsachverständigen durchgeführt werden. 

Baugrundverbesserung

Vorbereitung des Bauplatzes, wenn dieser nicht den Anforderungen des geplanten Gebäudes entspricht, auch Bodenverbesserung. Eine Baugrundverbesserung wird nötig, wenn das Erdreich auf einem Bauplatz zu locker ist und das spätere Bauwerk nicht tragen könnte. Eine Baugrundverbesserung kann durch den Austausch von Teilen oder des gesamten nicht tragfähigen Bodens erreicht werden. Es ist aber auch möglich, den Boden mittels eines Rüttelverfahrens der Oberfläche und in der Tiefe zu verdichten. Auch durch die Injektion von Zement oder Kalk kann der Boden verfestigt werden. 

Baulast

Öffentlich-rechtliche Verpflichtung des Grundstückseigentümers, bestimmte Dinge in Bezug auf das Grundstück zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Baulasten werden ins Baulastenverzeichnis der Baubehörde eingetragen und sind freiwillige, bindende Auflagen. Soll z.B. ein Gebäude so nahe an die Grundstücksgrenze gebaut werden, dass es den gesetzlichen Abstand zum Nachbargrundstück unterschreitet, so kann der Nachbar die fehlende Fläche durch eine Baulasteintragung auf sein Grundstück übernehmen, wenn er das möchte. Einsicht in das Baulastenbuch erhält, wer berechtigtes Interesse nachweisen kann, z.B. eine Kaufabsicht. 

Bauleiter

Vertreter des Bauherrn vor Ort bei größeren Baustellen. Der Bauleiter hat ein umfangreiches Aufgabengebiet. Er koordiniert die zeitliche Abfolge der einzelnen Bauschritte, stimmt diese mit möglichen Nachunternehmern, Polieren und Bauherrn ab, überwacht Baufortschritt und Sicherheit auf der Baustelle und ist hauptverantwortlich für die Qualitätssicherung. Bei großen Baustellen ist der Bauleiter ständig vor Ort. Um als Bauleiter arbeiten zu können, muss man meist entweder Architekt oder Bauingenieur sein.

Baureinigung

Gewerk, Reinigung der Baustelle während der Bauphase. Sowohl in einem Neubau als auch bei Renovierungsarbeiten fällt jede Menge Schmutz an. Ob Bauschutt, Grobschmutz oder Verpackungsmaterialien: Baureiniger sorgen während der Bauphase für eine fachgemäße Entsorgung und Reinigung und ermöglichen so ein sicheres und sauberes Arbeitsumfeld für die nachfolgenden Arbeiten. Die Bauend-, Baufein- oder Bauschlussreinigung genannte Arbeit ist eine der letzten Arbeiten auf der Baustelle und bereitet eine optimale Übergabe vor. 

Bausparvertrag

Sparvertrag zwischen Bausparer und Bausparkasse zur Finanzierung wohnwirtschaftlicher Maßnahmen. Bei Abschluss eines Bausparvertrags wird eine Reihe von Kriterien festgelegt, deren Erfüllung zur Auszahlung der vertraglich fixierten Bausparsumme führt. Zunächst zahlen Bausparer in regelmäßigen Abständen (z.B. monatlich) den vertragsgemäßen Betrag auf das Bausparkonto ein. Das sich so ansammelnde Bausparguthaben wird zu einem vertraglich festgelegten Prozentsatz verzinst. Die Auszahlung der Bausparsumme kann schon erfolgen, bevor der komplette Betrag angespart ist. Die Differenz zwischen Bausparsumme und Sparguthaben wird in diesem Fall als Bauspardarlehen ausgezahlt.  

Baustelleneinrichtung

Gewerk, Vorbereitung, Aufbau, Unterhalt und Abbau der kompletten Baustelleninfrastruktur. Die Baustelleneinrichtung stellt einen unumgänglichen Schritt bei einem Bauvorhaben dar. Zu ihr zählen z.B. das Aufstellen aller Gebäude, die für Verwaltung, Unterbringung von Arbeitskräften und Lagerung von Material nötig sind, das Anlegen temporärer Verkehrswege, die Baustellensicherung und die Sicherstellung von Baustellenver- und entsorgung. Um einen möglichst reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten zu garantieren, muss die Baustelleneinrichtung von vornherein in die Planungen miteinbezogen werden.

Baustellensicherung

Gewerk, Teil der Baustelleneinrichtung. Die Baustellensicherung umfasst alle Maßnahmen und Vorkehrungen, die zum Schutz der Baustelle selbst, der darauf tätigen Arbeitskräfte und der Umgebung dienen. Vertraute Maßnahmen der Baustellensicherung sind das Aufstellen von Bauzäunen und Leitwänden oder die Abdeckung von Bauteilen und Baumaterialien mit wasserundurchlässigen Planen. Daneben zählen beispielsweise auch Umwelt- und Brandschutz zu den Maßnahmen der Baustellensicherung. 

Beglaubigung

Bescheinigung einer Amtsperson oder eines Notars über die Echtheit einer Unterschrift, auch Legalisierung. Nötig wird eine Beglaubigung beispielsweise bei der Eintragung eines Kaufvertrags im Grundbuch. Hier ist entweder eine richterliche oder eine notarielle Beglaubigung der Unterschriften obligatorisch. 

Beizen

Oberflächenbearbeitung anhand von Beize. Man kann sowohl Holz als auch Metall beizen. Holz wird gebeizt, um es vor Schimmel zu schützen und die Maserung zu betonen. Beizt man Metall, möchte man einer möglichen Oxidation vorbeugen.

Bekiesung

Kieslage als Schutzschicht für Flachdächer. Eine Bekiesung schützt ein Flachdach vor Schäden durch UV-Strahlung und mechanische Einwirkungen. Außerdem bietet der Kies eine Dämmfunktion. 

Beleihungsgrenze

Begriff aus der Kreditwirtschaft, prozentualer Abschlag vom Beleihungswert. Die Beleihungsgrenze gibt an, bis zu welchem Prozentsatz eine Kreditsicherheit von der Bank beliehen werden darf. Bei Immobilien liegt sie meist zwischen 60 und 80 %. Es wird also maximal eine Kreditsumme ausgegeben, die 60-80 % des Wertes der Immobilie beträgt. 

Beleihungswert

Begriff aus der Kreditwirtschaft, der Wert einer Kreditsicherheit. Der Beleihungswert richtet sich nach dem Preis, den die Sicherheit bei einem Verkauf am freien Markt einbringen würde. Meist liegt der Beleihungswert bei 70-90 % dieses Preises. An diesem Wert orientieren sich Banken bei der Festlegung der Beleihungsgrenze.

Beletage

Aus dem Französischen entliehen, wörtlich „schönes Stockwerk“. Als Beletage bezeichnete man früher das bevorzugte Geschoss bzw. die schönste Wohnung in einem großbürgerlichen Wohnhaus. Meist war das der 1. Stock, der weit genug von Feuchtigkeit, Kälte und Lärm des Erdgeschosses und der Straße entfernt lag, gleichzeitig aber durch ein repräsentatives Treppenhaus gut zu erreichen war. Oft wurde die Beletage durch aufwändige Verzierungen an der Hausfassade kenntlich gemacht. In der heutigen Zeit liegt die Beletage in Stadthäusern meist in den oberen Geschossen.

Berliner Verbau

Verbauart, die ein Nachrutschen von Erdreich in eine Baugrube verhindert. Der Berliner Verbau ist die bekannteste Variante einer Trägerbohlwand. Noch bevor der Aushub der Baugrube beginnt, werden Träger ins Erdreich gerammt. Gegen diese werden nach Beginn des Aushubs Holzbohlen verkeilt, die dann verhindern, dass Erdreich in die Grube nachrutscht. Ab einer bestimmten Tiefe muss die Wand mithilfe von Stützen mit der gegenüberliegenden Baugrubenseite verbunden werden. Ansonsten würde sie aufgrund des Drucks von außen einstürzen. Bedingung für die Anwendung einer Trägerbohlwand ist, dass der Boden der Baugrube nicht unterhalb des Grundwasserspiegels liegt.

Besichtigungsschein

Bestätigung des Kunden gegenüber einem Immobilienmakler über die erfolgte Besichtigung eines Objekts. Mit dem Besichtigungsschein erklärt sich der Kunde bereit, dem Makler im Erfolgsfall eine festgelegte Provision für die Vermittlung zu zahlen. Diese Bestätigung verpflichtet nicht zum Kauf des besichtigten Objekts.

Bestandsverzeichnis

Erster Teil eines Grundbuchblattes. Im Bestandsverzeichnis wird das Grundstück genauer bezeichnet. Dazu gehören Angaben über Gemarkung, Größe des Grundstücks, Bestandsnummer, Flurnummer und Flurstücksnummer.

Bestandvertrag

Oberbegriff für Miet- und Pachtvertrag. Im Bestandvertrag einigen sich Eigentümer und Mieter/Pächter über Preis (Mietzins/Pachtzins) und Dauer der Überlassung eines Objekts. Der Begriff leitet sich davon ab, dass eine der Parteien etwas in ihren Bestand übernimmt. 

Betonbau

Gewerk aus dem Massivbau, Wirtschaftszweig. Betonbau bezeichnet alle Bauweisen im Massivbau, in denen Beton zum Einsatz kommt. Gleichzeitig versteht man unter Betonbau auch den kompletten Wirtschaftszweig, der Beton zum Errichten von Bauwerken einsetzt. Zu diesem zählen die großen Baufirmen, die mit Beton oder Stahlbeton arbeiten. 

Betonfestigkeit

Qualitätsangabe eines Betons. Die Betonfestigkeit gibt an, wie beanspruchbar und druckfest eine Betonart ist. Die Zug- und Druckfestigkeit von Beton wird im Labor gemessen. Anhand dieser Ergebnisse wird der Beton dann in eine Festigkeitsklasse eingeteilt. Diese Einteilung dient dazu, schnell einen Überblick über die Tragfähigkeit und Belastbarkeit eines Betontyps zu erhalten. 

Betonkosmetik

Die optische Behandlung von Sichtbeton, auch Betonretusche genannt. Wird Sichtbeton kosmetisch behandelt, wird die Optik der Fläche – wie der Name schon andeutet – verschönert. Während der Behandlung werden Verunreinigungen, Rostflecken und Kiesnester beseitigt, der Beton wird geschliffen und poliert. Auch Kantenabbrüche können reprofiliert werden.

Betonierfuge

Trennfläche zwischen zwei Bauteilen. Betonierfugen entstehen zum Beispiel, wenn beim Betonbau eine Fläche in mehreren Abschnitten gegossen wird. Wichtig ist dabei, dass die einzelnen Teile möglichst gut miteinander verbunden sind. Dies wird mit einer durchlaufenden Bewehrung erreicht.

Betriebskosten

Gesamtheit der Kosten, die dem Eigentümer durch das Eigentum und die Nutzung eines Bauwerks entstehen. Diese Kosten entstehen z.B. durch Heizung, Wasserversorgung, Versicherungen, Beleuchtung, Müllabfuhr und Straßenreinigung. Im Rahmen des Miet- oder Pachtvertrags können Betriebskosten auf die Mieter bzw. Pächter umgelegt werden.

Biberschwanz

Glatter Dachziegel. Seinen Namen erhält der Biberschwanz aufgrund seiner Form, die tatsächlich dem Schwanz eines Bibers ähnelt. Der Biberschwanz hat eine flache Oberfläche und ist am unteren Rand meist abgerundet. Beim Decken mit Biberschwänzen wird der Ziegel mithilfe einer Erhöhung (Nase) am oberen Ende seiner Rückseite an der Dachlatte eingehängt. Biberschwanzdächer können unterschiedlich eingedeckt werden: man unterscheidet zwischen der Einfachdeckung, der Doppeldeckung und der Kronendeckung. Bei der Einfachdeckung überlappen die Reihen nur ganz leicht, bei der Doppeldeckung schon deutlich mehr und bei der Kronendeckung liegen je Ziegelreihe zwei Lagen Biberschwänze auf dem Dach. 

Bitumenanstrich

Dämmanstrich gegen das Eindringen von Wasser. Beim Bitumenanstrich wird heißer oder kaltflüssiger Bitumen auf die Außenfläche eines Gebäudes aufgebracht, um dieses abzudichten. Häufig geschieht dies an den Außenwänden von Kellern und als Vorbehandlung bei der Abdichtung eines Daches.

Blendfassade

Verkleidung des Äußeren eines Bauwerks. Eine Blendfassade stellt eine auf die eigentliche Fassade des Bauwerks aufgesetzte Verkleidung dar, die nicht in baulicher Verbindung mit dem Gebäude steht. Blendfassaden dienen meist der Verzierung von Bauwerken. 

Blockheizkraftwerk

Verbrennungsmotor, der gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt, BHKW. Blockheizkraftwerke werden häufig zur Nahversorgung mit Strom und Wärme genutzt. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird in das Netz eingespeist und versorgt Wohnungen in der Umgebung mit Warmwasser. Betrieben werden Blockheizkraftwerke mit Gas, Öl, Holz oder anderer Biomasse. 

Blower-Door-Test

Verfahren zur Messung der Dichtheit eines Hauses, auch Differenzdruck-Messverfahren. Beim Blower-Door-Test wird eine konstant hohe Windlast auf das Haus simuliert. Ziel ist es, Leckagen in der Gebäudehülle aufzuspüren und diese gegebenenfalls zu beseitigen. Dazu wird ein Ventilator mit eingebautem Messinstrument in einer Tür oder einem Fenster des Hauses angebracht. Alle anderen Türen und Fenster sind geschlossen. Der Ventilator drückt nun entweder mit konstantem Druck Luft in das Haus hinein oder saugt diese heraus. Anhand der Druckveränderung im Innern lässt sich die Dichtigkeit prüfen. Der Blower-Door-Test ist laut EnEV (Energieeinsparverordnung) Pflicht für Niedrigenergie- und Passivhäuser, die hier unterhalb eines gewissen Grenzwertes bleiben müssen.

Bodenablauf

Bauteil zur Entwässerung von Flächen oder Räumen. Bodenabläufe findet man sowohl auf Außenflächen zur Entwässerung von Oberflächenwasser als auch im Inneren des Hauses in Nassräumen. Sie sind ebenerdig in den Boden eingelassen. Bodenabläufe bestehen aus dem Ablaufkörper, der mit dem Rohrsystem verbunden ist, einem Einlaufrost und einem Rückstauverschluss.

Bodenrichtwert

Durchschnittlicher Lagewert im Städtebaurecht, ermittelt aus Grundstückskaufpreisen. Der Bodenrichtwert für Bauland wird mindestens alle zwei Jahre von Fachleuten unter Berücksichtigung des Entwicklungszustandes des Grundstücks festgelegt und in Bodenrichtwertkarten verzeichnet. Wichtig ist dieser Wert unter anderem für die Kaufpreisermittlung und die Besteuerung von Grund und Boden. Einsicht in die Bodenrichtwertkarten kann auf Verlangen jeder nehmen. 

Bohren

Technik im Bauwesen. Bohren kommt sowohl bei der Erstellung des Rohbaus als auch beim Innenausbau zum Tragen. Es bezeichnet die Erstellung zylindrischer Vertiefungen in Materialien. Zur Herstellung eines Bohrlochs benötigt man ein Spezialgerät. Bohren kommt auch im Tiefbau zum Einsatz. Hier nutzt man spezielle Bohrer, um Tunnel und Röhren zu graben. Außerdem können auch Fundamente eines Gebäudes gebohrt werden (Pfahlgründung). 

Bohrpfahlwand

Verbauart mithilfe von Betonpfählen. Bohrpfahlwände bestehen aus vielen einzelnen mit Beton ausgegossenen Bohrlöchern. Zu ihrer Herstellung werden mit Spezialgerät Löcher gebohrt, deren Wände durch Stahlrohre gegen Einsturz abgesichert sich. Zusätzlich wird gelegentlich eine stützende Flüssigkeit in das Loch geleitet, die ein Auftreiben des Erdreichs am Boden des Lochs verhindert. Anschließend bringt man den Bewehrungsstahl als runden Korb in das Loch ein und füllt es mittels eines langen Betonierrohrs von unten her mit Beton. Das hat den Vorteil, dass Wasser und andere Verunreinigungen im Loch aufschwimmen und oben leicht entsorgt werden können.

Brandmauer

Wand, die die Ausbreitung eines Feuers auf andere Gebäude oder Gebäudeteile verhindern soll, auch Brandschutzmauer. Eine Brandmauer muss aus feuerfestem Material bestehen, eine hohe Stoßbelastung aushalten, mindestens 24 cm dick sein und einem Brand 90 Minuten lang standhalten können. Die Anforderungen an eine solche Wand sind gesetzlich genau festgeschrieben. Brandmauern müssen eingebaut werden, wenn ein Gebäude sehr nahe an die Grundstücksgrenze heran gebaut wird oder eine bestimmte Größe übersteigt.

Brennwertkessel

Effektiver Warmwasserheizkessel, auch Kondensationsheizkessel. Ein Brennwertkessel hat beinahe keine Wirkungsverluste, sein Nutzungsgrad beträgt bis zu 109 %. Das liegt daran, dass er die warmen Abgase nicht einfach über den Schornstein ins Freie leitet, sondern in einen Wärmetauscher umleitet. Dort kondensiert das Wasser. Die Wärme, die dadurch frei wird, heizt zusätzlich das Wasser im Heizkreislauf. 

Bruttomiete

Form der Mieterhebung, auch Inklusivmiete. Bei der Bruttomiete werden im Mietvertrag nicht nur der eigentliche Mietzins, sondern auch gleich die Nebenkosten festgelegt. Das bedeutet, dass der Vermieter bei einem Anstieg der Betriebskosten diese zunächst alleine tragen muss, bis er mit dem Mieter einen neuen Vertrag abschließt.

Bungalow

Eingeschossiges Haus mit flach geneigtem oder komplettem Flachdach. Der Begriff hat seine Wurzeln im Hindi und bedeutet etwa „Landhaus“. In Deutschland bezeichnet man häufig Ferienhäuser als Bungalows. Oft wird der Begriff auch fälschlicherweise mit einem Flachdachhaus gleichgesetzt. Die Bauform des Bungalows war in Deutschland vor allem in den 60er Jahren sehr beliebt. In dieser Zeit entstand auch der bekannte Bonner Kanzlerbungalow, der den Bundeskanzlern als Wohnung diente. 

Bürgschaft

Freiwillige Verpflichtung, für die Schuld eines anderen einzustehen. Bei Kreditgeschäften stellt die Bürgschaft eine zusätzliche Sicherheit für den Kreditgeber dar. Der Bürge verpflichtet sich, für die Verbindlichkeiten des Kreditnehmers einzustehen, falls dieser seine Schulden nicht begleichen kann. Diese Verpflichtung ist rechtlich bindend und kann eingeklagt werden.

Carport

Überdachter Stellplatz für PKW. Als Carport bezeichnet man eine seitlich teilweise geschlossene oder komplett offene Konstruktion mit einem Dach, die Fahrzeuge vor Regen und anderen Witterungseinflüssen schützen soll. Carports bestehen häufig aus Holz, können aber auch aus Aluminium oder Stahl hergestellt sein. Sie stellen keine massiven Bauwerke dar; das Dach ruht zumeist auf Pfosten. Carports werden sowohl freistehend, als auch als Anbau eines Gebäudes errichtet. Der große Vorteil eines Carports ist sein im Vergleich zur Garage niedrigerer Baupreis. 

Corten-Stahl

Handelsbezeichnung für wetterfesten Baustahl, auch: COR-TEN-Stahl. Corten-Stahl bildet durch eine chemische Behandlung eine Rostschicht auf der Oberfläche, unter der eine aus Sulfaten oder Phosphaten bestehende Sperrschicht liegt. Dadurch kann er ohne weitere Anstriche im Freien verbaut werden. Aufgrund dieser Eigenschaft und seiner charakteristischen Patina aus Rost ist er beliebt als architektonischer Akzent und als Material für im Freien stehende Kunstwerke.  

Courtage

Von frz. „courtier“ = „Makler“, auch Provision. Die Courtage ist eine Gebühr, die der Makler im Falle einer erfolgten Vermittlung von z.B. Wertpapieren, Waren, Immobilien oder Dienstleistungen erhält. Beim Verkauf von Immobilien verständigen sich Makler und Verkäufer im Voraus über die Höhe der Courtage. Für die Vermittlung einer Mietwohnung ist die Höhe der Courtage im Wohnungsvermittlungsgesetz (WoVermRG) festgelegt. Sie darf maximal zwei Monatsmieten exklusive Nebenkosten betragen.

Curtain Wall

Nichttragende Vorhangfassade. Die Curtain Wall trägt keinerlei statische Lasten außer ihr Eigengewicht. Wie ein Vorhang wird sie in den einzelnen Stockwerken einfach an die Gebäudekonstruktion angehängt. Oft besteht sie aus Glas, Kunststoff oder Metall. Vorhangfassaden sind in der Europäischen Union genormt.  

Dachbegrünung

Prozess und Ergebnis der Aufbringung von Vegetation auf ein Dach. Eine Dachbegrünung besteht aus mehreren Schichten: auf eine wurzelfeste Abdichtung der Unterlage wird eine Schutzlage, dann eine Drän- und eine Filterschicht aufgebracht. Darüber liegt eine Vegetationsschicht. Eine Dachbegrünung benötigt eine entsprechend dimensionierte Tragkonstruktion, die das Gewicht aller Schichten aushält. Dachbegrünungen werden meist auf Flachdächern aufgebracht. Man unterscheidet zwischen intensiver Begrünung mit einer Vegetationsschicht von mehr als 8 cm Breite und extensiver Begrünung mit einer Vegetationsschicht von 2-15 cm Breite.

Dachdecker

Handwerksberuf. Dachdecker übernehmen beinahe alle Aufgaben, die auf dem Dach anfallen. Neben der namensgebenden Dachdeckung kümmern sie sich auch um die Wärmedämmung und die Abdichtung sowohl bei geneigten als auch bei Flachdächern. Darüber hinaus installieren sie Dachfenster, Solaranlagen und Blitzableiter. Dachdecker ist ein Lehrberuf mit dreijähriger Ausbildungszeit.  

Dacharbeiten (Zimmerer und Dachdecker)

Gewerk, bezeichnet sämtliche Maßnahmen, die Zimmerer und Dachdecker am Dach des Gebäudes durchführen. Damit das Gebäude optimal vor Witterungseinflüssen geschützt ist, ist es besonders wichtig, dass die Arbeiten am Dach zuverlässig und sorgfältig durchgeführt werden. Dabei gehen die Arbeiten von zwei Berufsgruppen Hand in Hand: Zum einen die Arbeit des Zimmerers, der die Tragwerke des Dachs erstellt. Zum anderen die des Dachdeckers, der sich um die Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik kümmert. Das Dach wird meist mit Schiefer, Schindeln, Dachplatten, Dachziegeln oder Dachsteinen eingedeckt, oder beispielsweise bei Flachdächern abgedichtet. Zu den Aufgaben eines Dachdeckers gehören auch der Einbau von Fenstern, das Installieren von Solaranlagen, Blitzableitern und Dachrinnen. 

Dachdeckung

Als Gewerk alle Arbeiten, die mit der Deckung eines geneigten Daches zusammenhängen, gleichzeitig die äußerste Schicht eines Daches. Bei der Dachdeckung als Gewerk werden Materialien auf ein geneigtes Dach aufgebracht, um die darunter liegende Bausubstanz vor Wasser und anderen Witterungseinflüssen zu schützen. Die Dachdeckung wird gleichzeitig aber auch nach der Art der verwendeten Materialien unterteilt. Neben unterschiedlichen Ziegelarten kann man Dächer auch beispielsweise mit Metallblech, Kunststoffplatten oder -folien und Zementplatten decken. Flachdächer werden nicht gedeckt, sondern abgedichtet. Die Bearbeitung der äußeren Schicht bei Flachdächern fällt also nicht unter Dachdeckung, sondern unter Abdichtungsarbeiten. Dennoch werden meist beide Gewerke von Dachdeckern ausgeführt.    

Dachhaut

Äußerster Teil des Daches, der dem Schutz der darunter liegenden Bausubstanz vor der Witterung dient. Die Dachhaut bezeichnet entweder die Dachdeckung mit Ziegeln oder Dachabdichtung mit Metall bzw. Dachbahnen. Sie stellt das Gegenstück zur darunter liegenden Dachkonstruktion dar, die den tragenden Teil bildet. 

Dachlatte

Die Dachhaut tragender Teil der Dachkonstruktion. Dachlatten sind genormte Holzlatten, die auf die Balken der Dachkonstruktion genagelt werden. Auf diese werden wiederum die Dachziegel aufgelegt. Maße und Feuchtigkeitsgehalt der Dachlatten sind in einer DIN-Norm festgelegt. Der Abstand zwischen den vernagelten Latten hängt von der Art der Dachdeckung ab. 

Dachschalung

Verkleidung der Dachkonstruktion. Die Dachschalung wird entweder als Unterlage für die Dachhaut (bei einer Dachabdichtung mit beispielsweise Dachpappe), als Unterlage für Dämmplatten oder als Sichtschutz aufgebracht. Sie besteht meistens aus Holzbrettern. 

Dampfsperre

Wasserdampfundurchlässige Schicht, die die Dämmschicht vor Durchfeuchtung schützen soll. Die Dampfsperre wird an der warmen Seite einer Wand, also meist innen, angebracht. Auftretender Wasserdampf kann sie nicht durchdringen, wodurch die dahinter liegende Dämmschicht des Gebäudes davor geschützt wird, feucht zu werden. Ob eine Dampfsperre korrekt funktioniert, überprüft man mit einem sogenannten Blower-Door-Test.

Dielenboden

Bodenbelag aus Holz. Der Dielenboden stellt einen großformatigen Massivholzboden dar. Er besteht aus vielen einzelnen Brettern, den sogenannten Dielen, die mithilfe einer Spundung miteinander verbunden sind. Die Standardlänge einer solchen Diele beträgt heute 2 m. Seitdem Holz als Baustoff wieder zunehmend beliebter wird, erfreuen sich auch Dielenböden immer größerer Beliebtheit. Das Verlegen eines Dielenbodens erfordert ein gewisses Maß an Erfahrung und Geschick. Die Bretter müssen so angebracht werden, dass sich keine Fugen zwischen ihnen bilden. Gleichzeitig muss auch so viel Platz zwischen ihnen sein, dass der Boden bei einer Ausdehnung des Holzes keine Wellen wirft.

Dienstbarkeit

Dingliches Nutzungsrecht an einer fremden Sache. Im deutschen Sachrecht gibt es unterschiedliche Arten von Dienstbarkeiten. Von einer Dienstbarkeit ist beispielsweise die Rede, wenn ein Grundstückseigentümer einem anderen oder der Öffentlichkeit das Wegerecht für seinen Grund einräumt. Ein weiteres Beispiel ist das Dauerwohnrecht. Der Eigentümer eines Hauses gesteht einer anderen Person das Recht zu, eine Wohnung oder ein Gebäude wohnlich zu nutzen. 

Dränage

Entwässerungssystem, das Bauwerke vor Wasserschäden schützen soll, auch Drainage, Dränung, Sickeranlage. Eine Dränage besteht meist aus einem System von Gräben oder Rohren, die Wasser in der Umgebung eines Bauwerks sammeln und gezielt abführen. Damit soll verhindert werden, dass das Bauwerk durch eindringendes Wasser beschädigt wird. Bei dem abzuleitenden Wasser kann es sich entweder um Oberflächenwasser, das nicht abfließen kann, oder um in Erdschichten vorkommendes Wasser handeln.

Drahtputz

Mit Putz überzogenes Drahtgeflecht, auch Rabitz. Drahtputz besteht aus drei Elementen: das Grundkonstrukt bildet ein Rahmen aus dünnen Metallstangen, über das der Putzträger (meist aus metallischem Draht) gespannt wird. Dieses Gewebe wird dann mit Putz, Kalkmörtel, Zementmörtel oder Gips bestrichen. Drahtputz eignet sich aufgrund seiner guten Formbarkeit und der Tragfähigkeit für den Innenausbau. Besonders bei Stuckateursarbeiten und in der Denkmalpflege wird er häufig genutzt. Bei anderen Anwendungsfeldern kommt mittlerweile der Trockenbau zum Einsatz.

Drempel

Außenmauer eines Gebäudes, die über die Decke des obersten Geschosses hinausragt, auch Kniestock. Der Drempel ist ein niedriger Mauerfortsatz, auf dem die Dachkonstruktion aufsitzt. Er stellt im Inneren des Hauses zusätzliche gerade Stellfläche unter einer Dachschräge dar. Oft ist die maximale Drempelhöhe im Bebauungsplan festgelegt. 

Effektivzins

Angabe der gesamten Kreditkosten in Form eines Prozentsatzes des gesamten Auszahlungsbetrags. Der effektive Jahreszins unterscheidet sich vom Nominalzins dadurch, dass in ihm auch weitere Kosten wie Vermittlungs-, Bearbeitungs- und Versicherungsgebühren enthalten sind. So sollen unterschiedlich gestaltete Kredite besser vergleichbar werden.

Eigenheimzulage

Ehemals eine der größten staatlichen Subventionen zum Zweck der Schaffung von Wohneigentum. Die Eigenheimzulage wurde 2006 von der Bundesregierung abgeschafft und kann seitdem nicht mehr neu beantragt werden. Zuvor wurde die Anschaffung oder der Bau von selbst genutztem Wohnraum jährlich mit bis zu 5 % der Herstellungs-/Anschaffungssumme gefördert.

Eigenkapital

Finanzielle Mittel, die ein Käufer oder Bauherr selbst aufbringen kann. Eigenkapital ist als Sicherheit ein unerlässlicher Faktor bei der Aufnahme eines Darlehens. Dazu zählen neben Bank- und Sparguthaben beispielsweise noch Wertpapiere, Lebensversicherungen, Grundbesitz und offene Forderungen gegenüber Dritten. Bei der Beantragung eines Baudarlehens kann der Bauherr zudem noch einen Eigenkapitalersatz einbringen. Dabei handelt es sich um bauliche Maßnahmen, die der Bauherr oder Bauhelfer unentgeltlich durchführen können. 

Einfamilienhaus

Wohnhaus mit nur einer Wohneinheit, das von einer Familie bzw. kleinen Gruppe bewohnt wird, die einen gemeinsamen Haushalt führt. Einfamilienhäuser können sehr unterschiedliche Haustypen sein. Doppelhaushälften oder Reihenhäuser fallen ebenso in diese Kategorie wie Bungalows, Atriumhäuser, Villen und Landhäuser. Ein Sonderfall sind Gebäude mit 2 Wohnungen – einer Haupt- und einer Einliegerwohnung. Diese zählen zu den Einfamilienhäusern, wenn die Einliegerwohnung maximal 80 % der Wohnfläche der Hauptwohnung aufweist. 

Einfriedung

Umgrenzung eines Terrains. Eine Einfriedung ist die Umbauung eines Grundstücks mit entweder einer Mauer – in diesem Fall spricht man von einer geschlossenen Einfriedung – oder mit durchsichtigen Elementen – eine offene Einfriedung. Einfriedungen können auch nichtbaulicher Natur sein, wenn es sich zum Beispiel um Hecken oder Baumreihen handelt.

Einheitswert

Von den Finanzbehörden festgestellter Grundstückswert, der als Berechnungsgrundlage für verschiedene Steuern dient. Der Einheitswert wird heute hauptsächlich als Bemessungsgrundlage für Gewerbe- und Grundsteuer genutzt. Festgelegt wurde der Wert eines Grundstücks in einer Hauptfeststellung. Da diese aber mittlerweile schon sehr lange zurückliegt (die letzte war 1964 in den Alten und 1935 in den Neuen Ländern), liegen die Werte deutlich unter den wirklichen Verkehrswerten.

Einlaufblech

Übergangsstück zwischen Dachdeckung und Dachrinne, auch Traufblech, Scharblech. Das Einlaufblech ist ein Metallstreifen, der auf der untersten Bohle der Dachkonstruktion angebracht wird. Er ragt ein kleines Stück in die Dachrinne hinein und erfüllt damit auch die Aufgabe eines Tropfbleches, von dem aus Regenwasser in die Dachrinne tropft.

Einschubtreppe

Platzsparende Treppenvariante. Die Einschubtreppe ist leiterartig geformt und wird in unbenutztem Zustand in den darüber liegenden Raum eingeschoben. Dabei handelt es sich meist um einen wenig genutzten Dachraum. Die Einschubtreppe wird mittels eines Rahmens in die Decke eingebaut. Die Öffnung wird durch die Bodenplatte, an der die Leiter befestigt ist, geschlossen.

Elektroinstallation

Gewerk, Einbau elektrischer Anlagen in einem Rohbau. Die Elektroinstallation umfasst neben dem Verlegen der Leitungen auch den Einbau von Verteilern, Steckdosen, Schaltern und Leuchten und die Einstellung der Schaltungen. Sämtliche Anlagen und Leitungen werden von Elektroinstallateuren eingebaut. Die Leitungen sind dabei nach einem ganz bestimmten System verlegt, damit man auch nach Abschluss der Rohbauphase relativ genau weiß, wo sie in der Wand verlaufen. Bei der Elektroinstallation werden außerdem auch schon die Leerrohre verlegt, die bei einem späteren Aus- oder Umbau Kabel aufnehmen können. 

Energieeinsparverordnung

Teil des Baurechts in Deutschland, EnEV. Die Energieeinsparverordnung legt bauliche Standards zum Energieverbrauch von Gebäuden fest. Dazu zählen unter anderem Anforderungen an Dämmung und Heizung. Die EnEV soll helfen, Häuser energieeffizienter zu machen und so die Umwelt schonen. Unter anderem regelt sie, wie viel Energie ein Haus über das Jahr gesehen maximal für Heizung und Warmwasser verbrauchen darf. Anhand der EnEV wird bei Neubau und Sanierung die Höhe möglicher staatlicher Zuschüsse zur Bausumme festgelegt.

Entkernung

Teilabriss eines Gebäudes zum Zweck der Sanierung oder Restauration. Eine Entkernung nimmt man vor, wenn die Bausubstanz eines Gebäudes in einem so desolaten Zustand ist, dass eine Sanierung nicht mehr möglich ist. Das Bauwerk wird dann kontrolliert so weit zurückgebaut, bis nur noch Fundament, Fassade und tragende Wände vorhanden sind. Durch den hohen Aufwand, der dabei betrieben werden muss, liegen die Kosten eines kernsanierten Altbaus meist deutlich über denen eines Neubaus. Entkernungen werden deshalb fast ausschließlich bei denkmalgeschützten Gebäuden durchgeführt.

Entleerungshahn

Ventil zur Entleerung von Wasser- und Heizleitungen. Ein Entleerungshahn wird bei geplanten Reparaturarbeiten an wasserführenden Leitungen notwendig. Nach Abdrehen des Zuflusses lässt sich über diesen Hahn das in den Leitungen verbliebene Wasser entleeren. Auch im Winter bei Frostgefahr kann es nötig sein, Wasserleitungen zu entleeren, um einem möglichen Auffrieren vorzubeugen. 

Erbbaurecht

Veräußerliches und vererbliches Recht, auf einem fremden Grundstück ein Gebäude zu errichten und zu besitzen. Das Erbbaurecht wird gesetzlich wie ein eigenes Grundstück behandelt. Alle Gebäude, die auf Grundlage dieses Rechts errichtet werden, gehören somit nicht zu dem Grundstück, auf dem sie stehen, sondern stellen ein eigenes Grundstück dar. Ein Erbbaurecht kommt durch Übereinkunft zwischen Grundstückseigentümer und Erbbauberechtigtem zustande und wird wie Grundbesitz im Grundbuch eingetragen. In manchen Fällen vereinbaren die beiden Seiten einen Erbbauzins, der in regelmäßigen Abständen vom Erbbauberechtigten an den Eigentümer gezahlt wird. Das Erbbaurecht erlischt nach einer vorher festgelegten Zeitspanne. Die auf dem Grundstück erbauten Gebäude fallen in den Besitz des Grundstückseigentümers.

Erdbau

Gewerkgruppe, alle Bauleistungen, die sich mit der Bearbeitung des Untergrunds befassen, auch Erdarbeiten. Der Erdbau stellt einen der ersten Schritte auf der Baustelle dar. Aushub, Bodenabtrag, Verfüllen und Verdichten zählen zu dieser Gewerkgruppe. Erst wenn diese Arbeitsschritte erledigt sind, kann mit dem Bau eines Gebäudes begonnen werden.

Erddruck

Kraft, die das umliegende Erdreich auf Bauteile unterhalb der Erde ausübt. Der Erddruck hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Er nimmt mit zunehmendem Abstand von der Oberfläche ebenso zu wie durch Anzahl und Gewicht der umliegenden Häuser. Außerdem wird er von Art und Dichte des umliegenden Erdreichs beeinflusst. Der Erddruck hat Einfluss auf die statischen Anforderungen an ein Gebäude. 

Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträge

Geldmittel, die der Vermieter zur Instandhaltung eines älteren Gebäudes aufbringen muss. Diese Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträge kann er unter bestimmten Voraussetzungen an die Mieter weitergeben. Dazu dürfen sie aber eine gewisse Höhe nicht überschreiten. 

Erker

Geschlossenes Bauteil, das aus der Fassadenflucht herausragt. Ein Erker ist, ähnlich wie ein Balkon, ein Bauteil, das oberhalb des Erdgeschosses an der Fassade angebracht ist. Im Unterschied zum Balkon ist der Erker allerdings rundum geschlossen. Am verbreitetsten ist die Bauform eines kleinen Türmchens, das sich über ein oder mehrere Stockwerke erstreckt. Traditionell haben Erker eigentlich keinerlei Verbindung mit dem Boden, in letzter Zeit werden aber auch immer wieder ebenerdige Erweiterungen an Häusern als Erker bezeichnet. 

Estrich

Untergrund für Fußböden. Estrich wird für gewöhnlich im Innern von Bauwerken verlegt. Er dient dazu, eine ebene Fläche für den auf ihm verlegten Fußboden zu schaffen. Allerdings wird er auch manchmal für sich alleine, ohne weiteren Bodenbelag, verwendet. Er wird entweder nass oder trocken verlegt. Nass verlegter Estrich muss erst eine Zeit trocknen, bevor er wieder betreten werden darf. Estrich kann aus einer Vielzahl unterschiedlicher Materialen bestehen und auf ganz verschiedene Weise verlegt werden. 

Exposé

Kurze Beschreibung eines zum Kauf oder zur Miete stehenden Objekts. Das Exposé soll Interessenten einen ersten Blick auf die Immobilie ermöglichen. Deshalb finden sich in einem Exposé bereits die wichtigsten Daten zum Objekt wie Baujahr, Grundstücks- und Nutz- bzw. Wohnfläche. Darüber hinaus besteht das meist immer noch in gedruckter Form hergestellte Exposé aus einer Lagebeschreibung, einer Aufzählung einiger Ausstattungsvarianten (soweit vorhanden) und Bildern vom Objekt. 

Fachwerkhaus

Haus in traditionsreicher Skelettbauweise. Fachwerk hat in Europa eine über tausendjährige Geschichte. Damit zählen Fachwerkhäuser zu den ältesten bis heute erhaltenen Haustypen. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Fachwerk beim Bau von Wohnhäusern genutzt. Das Grundgerüst eines Fachwerkhauses besteht aus einem Holzskelett, dessen Zwischenräume entweder mit einem Holz-Lehm-Geflecht gefüllt oder mit Backsteinen ausgemauert werden. Für das außen liegende Fachwerk existiert eine Vielzahl individueller Verzierungsarten. Je nach Region in Deutschland und Europa unterscheidet sich das Fachwerkmuster. Am weitesten verbreitet sind Fachwerkhäuser heute noch im Schwarzwald. 

Facilitymanagement

Bewirtschaftung und Verwaltung von Anlagen, Gebäuden und Einrichtungen, auch Liegenschaftsmanagement. Das Facilitymanagement beschäftigt sich neben den klassischen Hausmeister- und Reinigungstätigkeiten noch mit einer ganzen Reihe weiterer Aufgaben. Zum Beispiel führen Facilitymanagement-Firmen auch anspruchsvolle technische Wartungsarbeiten durch. Darüber hinaus übernimmt das Facilitymanagement immer öfter kaufmännische Dienste und hat sich zu einer eigenen Managementdisziplin entwickelt. Gerade große Unternehmen lagern das Facilitymanagement an externe Firmen aus, um Kosten zu sparen.  

Fahnengrundstück

Grundstück, das nur durch einen schmalen Zugang mit einem Verkehrsweg verbunden ist. Ein Fahnengrundstück liegt meist von der Straße aus gesehen etwas nach hinten versetzt. Der Begriff leitet sich aus der Form des Grundstücks ab. Von oben betrachtet sieht es durch den relativ schmalen Steg aus wie ein Fahnenmast.

Fassadenputz

Gewerk, Verputzen von Gebäudefassaden. Fassadenputz bezeichnet als Gewerk das Aufbringen von beliebigen Putzarten auf die Außenwand eines Gebäudes. Dies wird von Stuckateuren, manchmal auch von Maurern oder Malern ausgeführt. Der aufzubringende Anwurf kann beispielsweise aus Kalk, Zement oder Gips bestehen.

Fenstertür

Zwischenform zwischen Tür und Fenster. Eine Fenstertür besteht aus einem oder zwei verglasten Fensterflügeln. Diese reichen bis zum Boden und erwecken deshalb den Eindruck einer Tür. Fenstertüren führen meist auf Terrassen oder Balkone. 

Fernwärmeversorgung

Lieferung thermischer Energie mittels Rohrsystemen, auch Fernheizung. Fernwärmeversorgung bezeichnet eine Heizungsvariante, bei der die Wärmeenergie nicht vor Ort produziert, sondern von außen angeliefert wird. Ein zentrales Heizwerk erhitzt Wasser und leitet dies in ein Ringsystem aus wärmegedämmten Rohren. Über ihren Hausanschluss und einen in der Hausstation eingebauten Wärmetauscher übertragen die Abnehmer die thermische Energie in ihren Heizkreislauf. Auf diese Weise erhalten sie nicht nur Heizwärme, sondern auch Warmwasser. Die Fernwärme erzeugenden Heizwerke tragen zum Schutz der Umwelt bei, weil sie nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Energie produzieren. 

Fernwasserversorgung

Bereitstellung von Trinkwasser über große Entfernungen. Fernwasserversorgung ist wichtig für Regionen, in denen es entweder nicht genug Trinkwasser für die Bevölkerung gibt, oder in denen das vorhandene Trinkwasser keine ausreichende Qualität aufweist. Um die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser in ausreichender Menge und Güte zu gewährleisten, wird deshalb sauberes Wasser mithilfe von Rohrsystemen in diese Gegenden geleitet. 

Fertigbeton

In Betonwerken gemischter Beton, der mit speziellen Fahrzeugen zur Baustelle gebracht wird, auch Transportbeton. Fertigbeton wird nicht vor Ort angemischt, sondern bereits fertig an der Baustelle angeliefert. Dazu braucht es spezielle Fahrzeuge mit großen Trommeln, in denen der Beton während der Fahrt ununterbrochen durchgemischt wird, um seine Aushärtung zu verhindern.

Fertighaus

Haus, dessen Einzelteile bereits vorgefertigt an die Baustelle angeliefert werden und dort nur noch zusammengesetzt werden müssen. Ein Fertighaus wird industriell produziert und kann mit einem Baukastenset verglichen werden. Wände, Dach und Böden werden fertig an die Baustelle gebracht und müssen dort – wie bei einem Baukasten – zusammengesetzt werden. Die Aufgabe kann der Bauherr entweder selbst übernehmen oder er kann das Haus von der Herstellerfirma zusammensetzen lassen. Fertighäuser benötigen eine intensivere Planung im Vorfeld, deren Mehrkosten aber meist durch standardisierte Fertigungsmethoden aufgefangen werden. 

Festzins

Für einen bestimmten Zeitraum unveränderlich festgeschriebener Zinssatz. Festzinsen tauchen oft bei Darlehen auf. Hier wird bei Vertragsabschluss für die Spanne von beispielsweise 5, 10, oder 15 Jahren ein fester Prozentsatz, zu dem das Geld verzinst wird, festgelegt. Nach Ablauf dieser Frist werden neue Konditionen verhandelt. 

Feuerverzinkung

Methode der Verzinkung. Bei der Feuerverzinkung werden die Bauteile in ein ca. 450°C heißes Zinkbad getaucht. Dabei kommt es zu einer chemischen Reaktion, bei der die oberste Schicht des Metalls mit dem Zink verschmilzt. Dadurch entsteht eine untrennbare Verbindung, die das Metall vor Korrosion infolge von Witterungsverhältnissen bewahrt.  

Finanzierungsplan

Detaillierte Aufstellung anfallender Kosten zur Finanzierung einer Immobilie. Banken verlangen einen Finanzierungsplan für die Vergabe von Krediten zur Finanzierung eines Immobilienkaufs oder eines Hausbaus. In diesem sind sämtliche Erwerbs- und Herstellungskosten ebenso enthalten wie das eingesetzte Eigen- und Fremdkapital. Mithilfe des Finanzierungsplans machen sich die Banken ein Bild davon, ob sich die Vergabe eines Kredites überhaupt lohnt. Erscheint das Verhältnis in dieser Aufstellung ausgewogen, so erhält der Kreditnehmer ein Darlehen. Darüber hinaus werden Finanzierungspläne beispielsweise auch im Falle einer Existenzgründung verlangt. 

First

Oberste Linie des Daches, auch Dachfirst. Der First liegt am oberen Schnittpunkt der beiden Dachflächen. Er verläuft meist waagerecht, kann aber auch in eine bestimmte Richtung fallen. Für die Deckung des Firstes werden aufgrund seiner spitzen Form besondere Ziegel benötigt.

Flachdach

Dachform ohne oder mit nur geringer Neigung. Ein Flachdach kann durchaus auch geneigt sein. In Deutschland zählen Dächer mit einer Neigung von bis zu 10° noch als Flachdächer. Da beim Flachdach Wasser nicht so gut ablaufen kann, muss es sehr gut abgedichtet sein. Die Abdichtung eines Flachdaches besteht meist aus miteinander verschweißten Bahnen aus Bitumen oder Kunststoff. Ein großer Vorteil des Flachdaches ist, dass man es vielseitig nutzen kann. Auf der anderen Seite ist diese Dachform aber auch sehr wartungsintensiv. 

Flächennutzungsplan

Vorbereitender Bebauungsplan eines Gemeindegebietes. Anders als der tatsächliche Bebauungsplan ist im Flächennutzungsplan neben der gegebenen auch die geplante Bodennutzung festgehalten. Er stellt die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung einer Gemeinde dar. Der Flächennutzungsplan ist rechtlich nicht unmittelbar wirksam, sondern dient nur behördenintern zur Orientierung bei Genehmigungen von Vorhaben und der Erstellung des Bebauungsplans. 

Flansch

Senkrecht zur Profilfläche liegender Kragen oder Steg an Rohren, Profilen oder ähnlichen Einbauteilen aus Stahl. Flansche dienen zur Verbindung untereinander mittels Schrauben oder weiterer Techniken bei Rohren, Werkzeugen und anderen Teilen. 

Fluatierung

Bearbeitung von Oberflächen mithilfe eines bestimmten Salzes. Bei der Fluatierung werden alkalische Oberflächen, wie zum Beispiel Beton oder Naturstein, mit einem Fluat behandelt, um sie widerstandsfähiger und härter zu machen. 

Flurkarte

Maßstabsgetreue Darstellung aller Liegenschaften, amtliche Kartengrundlage des Grundbuchs. Auf der Flurkarte sind sämtliche Grundstücke und Flurstücke eines bestimmten Gebiets vermerkt. Damit wird sie zur Basis der behördlich verbrieften Sicherung von Eigentum. Sie wird auch Liegenschaftskarte oder Katasterkarte genannt. In der heutigen Zeit sind Flurkarten von den in digitaler Form erstellten automatisierten Liegenschaftskarten abgelöst worden.

Formstein

Seinem individuellen Zweck angepasster Stein. Ein Formstein ist ein Ziegelstein, der entsprechend seines Verwendungszwecks geformt ist. Formsteine sind zum Beispiel Lüftungssteine und Firststeine. Auch Firstziegel und Ortgangziegel zählen hierzu.

Fremdkapital

Gesamtmenge der von Dritten erhaltenen Geldmittel. Unter Fremdkapital versteht man im Finanzierungsplan für Immobilien alle Darlehen und Kredite, die der Bauherr von Banken, Bausparkassen, Freunden, Verwandten, Behörden oder sonstigen Quellen erhält, um ein Bauobjekt zu finanzieren. Fremdkapital stellt also den Differenzbetrag zwischen Gesamtkosten und Eigenkapital dar. Der Fremdkapitalanteil zur Baufinanzierung sollte 80 % der Gesamtkosten nicht übersteigen, am besten deutlich darunter liegen.

Fries

Schmuckleiste an Gebäuden. Ein Fries ist ein gemalter oder gemauerter Streifen an Gebäuden, der zur Gliederung der Fassade dient. Es bildet entweder sich wiederholende Ornamente oder Figuren ab. Friese gibt es bereits seit der Antike. Damals wurden sie oft an Tempeln angebracht.  

Garage

Umschlossener und überdachter Abstellplatz für PKW. Zentrales Element einer Garage ist ihre Abschließbarkeit. Im Gegensatz zum Carport bietet sie so auch einen Diebstahlschutz. Garagen werden entweder vor Ort errichtet oder als Fertiggaragen in einem Stück angeliefert. Je nach Gegebenheit vor Ort stehen sie alleine oder haben eine Verbindung zum Haus. Größere Garagen, die zwei Fahrzeugen Platz bieten, nennt man Doppelgaragen. Sonderformen sind Doppelparker- und Doppelstockgaragen.  

Garten- und Landschaftsbau

Gewerk, Umsetzung landschaftsplanerischer Vorgaben. Der Garten- und Landschaftsbau ist eine Variante des Gärtnerhandwerks. Er umfasst eine große Spanne unterschiedlicher Tätigkeiten. Rasenflächen, Blumenbeete, Hecken und Bäume sind nur ein Teil des Gewerks. Daneben zählen auch das Errichten von Mauern und Treppen, das Anlegen von Teichen und Dachbegrünungen und sogar der Bau von Golfplätzen zu den Aufgaben eines Landschaftsgärtners. 

Gaube

Aus der Dachfläche herausragender Dachaufbau, auch Dachgaube. Gauben dienen dem Zweck, das Dachgeschoss eines Hauses zu belüften und mit Licht zu versorgen. Deshalb sind an ihren Stirnseiten auch meist Fenster eingebaut. Zudem erhöhen sie die Nutzfläche des Stockwerks. Gauben werden in ganz unterschiedlichen Formen ausgebaut. Am bekanntesten sind sicherlich die Schleppgaube und die stehende Gaube. Gauben können ein Stück hinter die Flucht der Außenmauer zurückgesetzt sein.  

Gebäudehülle

Äußeres eines Bauwerks. Zur Gebäudehülle zählen alle Teile eines Gebäudes, die an dessen Außenseite liegen. Das sind z.B. Dach, Fassade, Fenster oder Türen. Sie hat maßgeblichen Anteil am Energieverbrauch eines Bauwerks. Je dichter und besser gedämmt die Gebäudehülle ist, desto niedriger ist der Transmissionswärmeverlust. Deshalb wird in der Energieeinsparverordnung festgelegt, dass die Gebäudehülle bei Neubauten luftdicht zu sein hat. Dies wird mit dem sogenannten Blower-Door-Test überprüft.

Gebäudeversicherung

Sachversicherung. Durch eine Gebäudeversicherung kann man Häuser, Garagen und Nebengebäude für den Schadensfall absichern. Welche Gebäude und welche Schäden versichert werden, wird im Versicherungsvertrag spezifiziert. Meist sind es Brand, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Weitere Elementarschäden können über eine Zusatzversicherung abgedeckt werden. Die Höhe der Versicherung wird dynamisch an den Wert des Gebäudes angepasst.

Gebührenordnung für Architekten

Verbindliche Preisregelung für planerische Tätigkeiten. In der Gebührenordnung für Architekten sind die Mindesthonorare festgelegt, die Architekten für ihre Leistung verlangen und notfalls auch einklagen dürfen. Die Höhe des Honorars orientiert sich an den Herstellungskosten und der Ausbaustufe des Gebäudes. Über die eigentliche Planung hinausführende Arbeiten werden nach Zeitaufwand abgerechnet. 

Gemeinnützige Bauvereinigung

Unternehmen, das mit Bau und Verwaltung von Wohnraum beauftragt ist. Gemeinnützige Bauvereinigungen werden umgangssprachlich oft mit Wohnungsbaugenossenschaften gleichgesetzt. Die Bauvorhaben einer solchen Bauvereinigung werden meist staatlich gefördert.

Gemeinschaftseigentum

Begriff aus dem deutschen Wohnungseigentumsrecht. Als Gemeinschaftseigentum bezeichnet man das Grundstück und alle Teile eines Hauses, die nicht zum Sondereigentum gehören und für Bestand und Sicherheit des Gebäudes nötig sind. Dazu zählen beispielsweise Außenwände, Fundament, Dach, Treppenhaus, Türen und Heizungsanlage. Ein Sonderfall sind Leitungen: versorgen diese nur eine Wohnung, werden sie meist zum Sondereigentum gezählt; versorgen sie mehrere Wohnungen gleichzeitig, so sind sie Gemeinschaftseigentum. 

Generalunternehmer

Vertragspartner eines Bauherren, der sich verpflichtet, alle Bauleistungen zu erbringen und ein Gebäude schlüsselfertig zu einem fixen Preis und einem fixen Termin zu übergeben. Der Generalunternehmer trägt die alleinige Verantwortung für die Gesamtleistung am Bau. Im Gegensatz zum Alleinunternehmer ist es dem Generalunternehmer gestattet, einzelne Arbeitsleistungen an Nach- oder Subunternehmer zu delegieren. Diese muss er aus der im Voraus mit dem Bauherrn ausgehandelten Bausumme bezahlen.

Geruchsverschluss

Anordnung von Abflussrohren in der Art, dass sie unangenehme Gerüche zurückhalten, auch Siphon. Ein Geruchsverschluss ist so konstruiert, dass immer eine kleine Menge Wasser im Rohrsystem zurückbleibt. Am einfachsten wird dies beim Röhrensiphon durch eine U-Form des Rohrs erreicht. Am unteren Scheitelpunkt sammelt sich etwas Wasser, das die Kanalgase zurückhält. Daneben gibt es noch sogenannte Flaschen-, Glocken- und Tauchwandsiphons.

Gerüstbau

Handwerksberuf, das Aufstellen von Gerüsten an Bauwerken. Der Gerüstbau beschäftigt sich mit dem Aufbau von Sicherheits- und Arbeitsgerüsten für Baustellen. Gerüstbauer ist ein Handwerksberuf, der in dreijähriger Lehrzeit erlernt werden kann. Dabei kommt es nicht nur darauf an, die unterschiedlichen Gerüstsysteme zu kennen, sondern auch statische Kenntnisse zu erlangen, um stabile und tragfähige Gerüste aufstellen zu können. Gerüstbau ist ein riskantes und körperlich forderndes Arbeitsfeld, da die Gerüstteile in zum Teil großer Höhe in Handarbeit montiert werden müssen. 

Geschlossener Immobilienfonds

Zur Finanzierung eines bestimmten Objektes angelegter Investitionsfonds. Beim geschlossenen Immobilienfonds ist – im Gegensatz zum offenen – von vornherein eine Investitionssumme festgeschrieben. Diese entspricht in der Höhe meist dem Eigenkapital, das zur Finanzierung eines Bauprojekts benötigt wird. Ist diese Summe erreicht, wird der Fonds geschlossen. Der Vorteil an dieser Art der Fonds ist die hohe Transparenz, die sich durch die Beschränkung auf ein einziges Projekt ergibt. Geschlossene Immobilienfonds haben meist die Rechtsform der Kommanditgesellschaft (KG). 

Geschossbau

Ein Haus mit mehreren Wohnungen, das über mehr als zwei Stockwerke verfügt. Geschossbau ist ein Überbegriff über mehrere unterschiedliche Arten von Häusern. Große Wohnblocks fallen ebenso darunter wie einfache Mehrfamilienhäuser. 

Geschossflächenzahl

Maximales Verhältnis von Grundstücksgröße zu gesamter Quadratmeteranzahl aller Vollgeschosse eines Hauses. Die Geschossflächenzahl (GFZ) ist ein Instrument der städtebaulichen Planung und wird im Bebauungsplan festgelegt.

Gesims

Waagerechter Mauervorsprung. Gesimse dienen mehreren Zwecken. Zum einen wird durch sie die Fassade eines Hauses unterteilt. Des Weiteren bieten sie einen Schutz vor Witterungseinflüssen. Man unterscheidet mehrere Arten von Gesimsen. Je nach Lage gibt es Sockel-, Fuß-, Stockwerk-, Fenster-, und Dachgesimse.  

Gewährleistung

Rechtliche Ansprüche eines Käufers dem Verkäufer gegenüber, auch: Mängelhaftung, Mängelbürgschaft. Unter Gewährleistung versteht man in der Baubranche die Zeit nach Übergabe, in der Architekt und Bauunternehmer für die vertragsgemäße Erfüllung ihrer Leistungspflicht einstehen. Die Gewährleistungsfrist ist gesetzlich festgelegt und darf zwei Jahre nicht unterschreiten. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Garantie, die eine freiwillige Vereinbarung ist. Innerhalb der Gewährleistungsfrist hat der Auftraggeber das Recht auf Beseitigung baulicher Mängel, wenn diese auf vertragswidrige Leistungen zurückzuführen ist. 

Gewerbemietvertrag

Mietvertrag für Räumlichkeiten, die nicht wohnlich genutzt werden. Von einem Gewerbemietvertrag spricht man immer dann, wenn die vermieteten Räumlichkeiten – egal welcher Art diese sind – gewerblich genutzt werden. Der Unterschied zu einem normalen Mietvertrag für Wohnraum besteht vor allem darin, dass für den Gewerbemietvertrag ein Großteil der gesetzlichen Regelungen keine Gültigkeit hat. Besonders die Bestimmungen zum Mieterschutz können abgeändert oder ganz unter den Tisch fallen gelassen werden. 

Gewerk

Handwerkliche oder bautechnische Leistung im Bauwesen. Gewerke stellen sowohl Arbeitsfelder als auch die einzelnen Arbeiten selbst dar. Der Begriff beschreibt also sowohl alle Leistungen, die bei Neubau oder Sanierung eines Gebäudes zu erbringen sind, als auch zusammenfassend die Fachrichtung eines Handwerkers. In der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen sind auch die Gewerke aufgelistet.

Glasbaustein

Durchsichtiger, nichttragender Stein zur Schaffung eines Ziereffektes im Mauerwerk. Glasbausteine können sowohl hohl sein als auch aus Vollglas bestehen. Sie sind zwar transparent, gleichzeitig aber so verzerrend, dass sie als Sichtschutz eingesetzt werden können. 

Glaswolle

Unterbegriff der Mineralwolle. Beständiges Dämmmaterial, das vornehmlich aus Altglas besteht. 

Gleitlager

Aufsetzen eines Bauteils auf ein anderes ohne feste Verbindung zwischen den beiden. Bei einem Gleitlager werden Bauteile, wie z.B. Balken, auf Wänden, Pfeilern oder Stützen gelagert, ohne dass die beiden fest verbunden sind. Das soll verhindern, dass sich infolge von Bewegung der Bauteile durch Temperaturveränderungen Risse im tragenden Bauteil bilden. Die Lagerung erfolgt dabei auf Pappen, Folien oder mittels spezieller Vorrichtungen. 

Gründach

Flachdach oder Dach mit nur leichtem Gefälle, auf dem Pflanzen angesetzt wurden, siehe Dachbegrünung.  

Grundbuch

Amtliches, öffentliches Register aller Liegenschaften im Bereich eines bestimmen Bezirks, verwaltet vom Grundbuchamt. Das Grundbuch dient der Feststellung von Eigentumsverhältnissen an Grundstücken sowie eventueller Einschränkungen und Pflichten. Es ist öffentlich und von jedermann einsehbar. Jedem Grundstück wird ein Grundbuchblatt zugeordnet, auf dem neben der Zuordnung zu einem bestimmten Bezirk Angaben wie Größe und Lage des Grundstücks vermerkt sind. Darüber hinaus besteht das Grundbuchblatt aus drei Abteilungen, in denen Eigentümer, Erbbauberechtigte, Dienstbarkeiten, Auflassungsvormerkungen und Hypotheken eingetragen werden. Heutzutage arbeiten die Ämter nur noch mit Grundbüchern in elektronischer Form. 

Grunderwerbsteuer

Steuer, die bei Kauf, Tausch, Erbschaft und Schenkung inländischer Liegenschaften anfällt. Die Grunderwerbsteuer wird von den Ländern festgesetzt und ist obligatorische Voraussetzung für den rechtlich verbindlichen Erwerb von Eigentum. Von der Grunderwerbsteuer ausgeschlossen sind Geschäfte unter Eheleuten, Verwandten und Grundstücke mit geringem Wert.  

Grundschuld

Pfandrecht an einer Liegenschaft. Die Grundschuld dient, wie die Hypothek, meist als Sicherheit bei der Vergabe eines Kredites. Der Unterschied zwischen diesen beiden Grundpfandrechten ist, dass die Grundschuld zunächst unabhängig erhoben werden kann. Die Verknüpfung mit einem bestimmten Zweck erfolgt erst in einer begleitenden Vereinbarung. In dieser wird beispielsweise die Kredithöhe und dementsprechend die Höhe der Grundschuld benannt. Im Fall einer Zahlungsunfähigkeit geht das Eigentum des mit der Grundschuld belasteten Grundstücks auf den Kreditgeber über.   

Grundwasserabsenkung

Gewollte oder ungewollte Absenkung des Grundwasserspiegels, Grundwasserhaltung. Die Grundwasserabsenkung kann entweder natürliche Ursachen haben oder als Maßnahme der geschlossenen Wasserhaltung vom Menschen künstlich herbeigeführt werden. Oft wird sie durchgeführt, um eine Baugrube trocken zu legen. Zu diesem Zweck werden rings um die Baustelle Pumpen angebracht, die das Grundwasser kontinuierlich absaugen. Die Absenkung ist so lange nötig, bis das Fundament des zu errichtenden Bauwerks vollständig abgedichtet ist.

Grundwasserwanne

Bauteil, mit dem das Fundament eines Gebäudes vor Wassereinbruch geschützt wird. Eine Grundwasserwanne besteht aus wasserundurchlässigem Beton und einer Schutzschicht, die das Fundament umgeben. Nötig wird eine Grundwasserwanne immer dann, wenn eins der Untergeschosse eines Bauwerks in einer wasserführenden Schicht liegt. Ohne die Grundwasserwanne könnte Wasser in das Fundament eindringen und dieses beschädigen. Der Einbau einer Grundwasserwanne ist mit zusätzlichen Kosten für den Bauherrn verbunden, weshalb heute bei Wohnhausneubauten immer wieder völlig auf ein Untergeschoss verzichtet wird. 

Haftputz

Gipsmörtel, der sich durch besonders hohe Haftfähigkeit auszeichnet. Haftputze werden häufig im Innenraum für Wand- und Deckenflächen verwendet. Durch ihre hohe Haftfähigkeit eignen sie sich besonders gut für den Auftrag auf glatte Flächen wie Gipsdielen oder Beton. 

Harmonikatür

Aus mehreren Teilen bestehende Tür, die sich beim Öffnen zusammenfaltet, auch Falttür. Eine Harmonikatür kann entweder hängend oder stehend eingebaut werden. Im ersten Fall wird sie nur von einer Laufleiste am oberen Rand gehalten, im zweiten läuft zusätzlich auch am unteren Rand noch eine Schiene. Die Oberfläche einer Harmonikatür kann aus miteinander verbundenen Holzplatten bestehen, oft wird aber auch Leder oder Stoff auf einen Tragrahmen gespannt. 

Hartfaserplatte

Aus einer Mischung von Holzfasern hergestellte Platte. Hartfaserplatten werden industriell hergestellt. Eine Mischung unterschiedlicher Holzfasern wird in nassem Zustand unter hohem Druck in Plattenform gepresst. Um die Platte zusammenzuhalten, werden kleine Mengen Bindemittel hinzugefügt oder die Fasern miteinander verfilzt. Aufgrund ihrer strukturellen Beschaffenheit können Hartfaserplatten bei der Verarbeitung gebogen werden. 

Hausanschluss

Verbindung der Ver- und Entsorgungsleitungen eines Gebäudes mit dem Ver- und Entsorgungsnetz. Ein Hausanschluss umfasst den Anschluss aller Installationen eines Hauses. Dazu zählen die Leitungen für Elektrizität, Telefon, Wasser, Abwasser, Gas, Fernheizung und Kabel. 

Hausgeld

Monatliche Vorauszahlung durch Wohnungseigentümer an den Verwalter eines Hauses zur Deckung der laufenden Kosten für das gemeinschaftliche Eigentum. Das Hausgeld richtet sich nach einem Wirtschaftsplan, den der Verwalter aufzustellen verpflichtet ist. Am Ende eines Jahres werden die tatsächlichen Kosten genau abgerechnet. Zu den durch das Hausgeld abgedeckten Posten zählen u.a. Heizung, Warmwasser, Instandsetzungsrücklage und Verwalterkosten.

Haustechnik

Gewerk. Teilgebiet der Versorgungs- und Gebäudetechnik. Von der Fußbodenheizung bis zur indirekten Beleuchtung: Die Haustechnik macht Gebäude überhaupt erst nutzbar und ist erheblich für das spätere Wohngefühl. So sorgen Haustechnikunternehmen für die Wasserver- und -entsorgung, die Elektrik und die Klimatisierung. Weitere Themenbereiche der Haustechnik sind Schall- und Wärmeschutz sowie Blitz- und Brandschutz. 

Hebeanlage

Elektrische Pumpanlage zur Abwasserentsorgung. Die Hebeanlage ist nötig, wenn eine Entwässerungsleitung unterhalb des Niveaus des Abwasserkanals liegt, das Wasser also nicht über ein Fallrohr ablaufen kann. Außerdem werden Hebeanlagen bei Ablaufstellen eingebaut, die eine Rückstauebene haben. Das sind zum Beispiel WCs oder Abflüsse. 

Heizungsinstallation

Gewerk, Einbau der Heizungsanlage. Zur Heizungsinstallation gehört mehr als nur der Einbau einer Brennanlage. Auch sämtliche Leitungen und Heizkörper werden installiert. Diese Aufgabe übernimmt ein Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik. 

Heizwärmebedarf

Kalkulierte Energiemenge, die einem Haus über das Jahr zuzuführen ist. Der Heizwärmebedarf ist eine Baukenngröße. Er wird anhand mehrerer Variablen errechnet. In die Ermittlung des Heizwärmebedarfs gehen sowohl Gebäudehülle, Nutzungsart und Standort als auch die Bilanz aus Wärmeverlust und Wärmegewinn ein. Der errechnete Wert gibt die Menge Energie an, die man benötigt, um ein Haus im Jahresmittel konstant auf einer bestimmten Temperatur zu halten. Je niedriger diese Zahl ist, desto besser ist die Gebäudehülle gedämmt. 

Hochbau

Gewerkgruppe, Errichtung von Gebäuden oberhalb der Erde. Zum Hochbau zählen alle Gewerke, die beim Bau oberirdischer Gebäude oder Strukturen beteiligt sind. Das Gegenteil des Hochbaus ist der Tiefbau.

Hochhaus

Begriff für alle Gebäude, die eine in der Landesbauordnung festgelegte Höhe überschreiten. Die Begriffe „Hochhaus“ und „Wolkenkratzer“ werden oft fälschlicherweise synonym gebraucht. Ein Hochhaus kann deutlich niedriger sein: in Deutschland gilt jedes Haus, bei dem der Fußboden mindestens eines Aufenthaltsraums sich auf über 22 m über dem Straßenniveau befindet, als Hochhaus. Das hat seinen Ursprung darin, dass Feuerwehrdrehleitern gewöhnlich nur auf diese Höhe ausgefahren werden können. Für alle Stockwerke, die darüber liegen, müssen spezielle Vorkehrungen getroffen werden. 

Hohlblockstein

Mauersteine mit mehreren senkrecht zur Auflagefläche verlaufenden Hohlräumen. Hohlblocksteine haben durch ihre Luftkammern eine besonders gute Wärmedämmeigenschaft. Sie bestehen oft aus Leichtbeton und sind auf der Unterseite geöffnet. Auf diese Weise kann beim Mauern der Mörtel ein Stück in die Luftkammern eindringen. Die Abmessungen von Hohlblocksteinen sind genormt. 

Holzbau

Gewerk, Bauweise mit dem Werkstoff Holz. Holzbau ist ein jahrhundertealtes Gewerk mit langer Tradition. Er wurde ursprünglich von Zimmerleuten ausgeführt, in jüngerer Zeit hat sich aber auch der eigenständige Ingenieurholzbau entwickelt. Holzbau kommt in unterschiedlichen Formen zum Einsatz. In Skelettbauweise werden entweder die tragenden Teile eines Hauses aus Holz gefertigt (z.B. Holzrahmenbauweise, Fachwerkbauweise), in Massivbauweise besteht das komplette Haus aus Holz (Blockhaus). Es gibt allerdings auch Mischformen aus den beiden. Häufig kommt Holzbau auch in Kombination mit anderen Gewerken vor. Beispiele hierfür sind Holzbalkendecken oder Dachstühle. 

Holzwolleleichtbauplatte

Widerstandsfähige Bauplatten aus Holzfasern, auch Heraklith-Platten. Holzwolleleichtbauplatten sind aufgrund ihrer positiven Eigenschaften beliebt als Putzträger im Innen- und Außenbereich. Zu ihren Vorzügen gehören eine hohe Festigkeit, guter Wärmeschutz, hohe Feuerfestigkeit und sehr gute Schallschutzeigenschaften. Bei ihrer Herstellung werden Holzfasern mit Zement oder Magnesit vermischt und anschließend unter hohem Druck gepresst. Die Platten enthalten keine künstlichen Bindemittel. 

Hypothek

Pfandrecht an einer Liegenschaft, meist als Sicherheit für ein Darlehen. Eine Hypothek wird in der Regel als Sicherheit für eine Kreditsumme aufgenommen. Grundvoraussetzung für eine Hypothek ist die Verknüpfung mit einer geldlichen Schuld in irgendeiner Weise. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Schuldners geht das Eigentum an der Hypothek auf den Kreditgeber über.  

Immission

Einwirkung auf eine Liegenschaft infolge einer Emission. Im Immobilienbereich versteht man unter einer Immission alle – meist negativen – Einflüsse von außen auf eine Liegenschaft, die von einer anderen Liegenschaft ausgehen. Zu den Immissionen zählen beispielsweise Lärm- und Geruchsbelästigungen. Der Eigentümer einer von solchen Immissionen beeinträchtigten Liegenschaft kann dagegen mit einer Unterlassungsklage vorgehen. 

Immobilienmakler

Selbstständig Gewerbetreibender, der Immobilien zum Kauf oder zur Miete vermittelt. Der Immobilienmakler wird vom Vermieter bzw. Verkäufer damit beauftragt, eine Wohnung, ein Haus oder ein Grundstück zu vermitteln. Im Erfolgsfall erhält er dafür eine Courtage (Maklerprovision). Diese kann vom Verkäufer/Vermieter gezahlt werden, in Deutschland trägt sie aber meist der Mieter/Käufer. Ebenfalls möglich, aber deutlich seltener, ist die Beauftragung eines Maklers mit der Suche nach einer Immobilie durch einen Kauf-/Mietinteressenten. Ein Makler braucht zur Ausübung seines Berufes eine behördliche Genehmigung. 

Indexmiete

Gesetzlich geregelte, eher selten vereinbarte Miete mit einer variablen Höhe. Die Indexmiete wird im Mietvertrag festgeschrieben. Sie richtet sich nach dem vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Preisindex für Lebenshaltungskosten. Die Indexmiete wird für mindestens ein Jahr festgeschrieben, eine Änderung muss vom Vermieter rechtzeitig in schriftlicher Form bekannt gegeben werden. Mieterhöhungen infolge einer Modernisierung sind nur zulässig, wenn der Vermieter zu dieser Maßnahme durch gesetzliche oder behördliche Auflagen veranlasst wurde.

Innenputz

Putz im Inneren eines Gebäudes. Der Innenputz erfüllt gleich mehrere Funktionen. Er dient nicht nur der Schaffung einer glatten Unterlage, auf die Tapeten, Fließen oder Farbe aufgebracht werden, sondern übernimmt auch eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Raumklimas. Innenputz besteht meist aus Gips- oder Kalkmörtel, der Luftfeuchtigkeit gut aufnimmt, um sie später wieder abzugeben. 

Instandhaltungskosten

Teil der Bewirtschaftungskosten, die zur Erhaltung der bestimmungsgemäßen Nutzung eines Objekts anfallen. Im Laufe der Zeit fallen bei Gebäuden aufgrund von Abnutzung, Alterung und Witterung Reparaturarbeiten an. Die Kosten dieser Maßnahmen nennt man Instandhaltungskosten. Bei vermieteten Objekten können diese Kosten in Teilen auf die Mieter umgelegt werden.

Instandhaltungsrücklage

Ansammlung einer regelmäßig von Wohnungseigentümern abzuführenden Geldsumme, die zur Instandhaltung und Instandsetzung einer Liegenschaft dient. Laut Wohnungseigentumsgesetz sind Verwalter von Gemeinschaftseigentum und Wohnungseigentümer verpflichtet, eine finanzielle Rücklage anzulegen, aus der Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen bezahlt werden. Für die Höhe der in die Rücklage abzuführenden Geldmittel existieren unterschiedliche Berechnungsgrundlagen. 

Investorenwettbewerb

Wettstreit mehrerer potentieller Käufer einer zu veräußernden Liegenschaft. Beim Investorenwettbewerb gibt es für ein Objekt mehrere Interessenten. Diese legen ihre Konzepte für die künftige Nutzung der Liegenschaft der Planungsbehörde vor, die dann darüber entscheidet, welcher Investor den Zuschlag erhält. Kriterien für die Entscheidung können städtebauliche Aspekte, Nutzungskonzepte oder spezielle Lösungen für den Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz sein. 

Jahresabrechnung

Jährlich zu erstellende Auflistung der Einnahmen und Ausgaben einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Laut Wohnungseigentumsgesetz ist der Hausverwalter am Abschluss des Wirtschaftsjahres zur Erstellung einer Jahresabrechnung verpflichtet. Sie wird daraufhin in der Wohnungseigentümerversammlung nach dem Mehrheitsprinzip beschlossen. Fehlende Geldmittel müssen nachgezahlt, überschüssige ausgezahlt werden. 

Jahresnettomiete

Auch Jahreskaltmiete, die gesamte Miete pro Jahr, abzüglich der Betriebs- und Heizkosten. Die Jahresnettomiete gibt an, wie hoch, auf das ganze Jahr berechnet, der Preis für die Überlassung des Wohnraums ist.

Kapitalanlageimmobilie

Immobilie, die nicht für den Eigenbedarf erworben wird. Kapitalanlageimmobilien sind Geldanlagen. Anleger kaufen Immobilien, oder Teile davon, um daraus durch Vermietung Rendite zu erhalten. Darüber hinaus lassen sich Kapitalanlageimmobilien auch nutzen, um Steuern zu sparen.  

Kaution

Sicherheitsleistung zwischen Schuldner und Gläubiger bzw. Mieter und Vermieter. Am bekanntesten ist die Kaution bei Eingehen eines Mietverhältnisses. Der Mieter zahlt dabei einen vorher festgelegten Geldbetrag, die Mietkaution, an den Vermieter. Mit diesem Geld soll die Einhaltung des Mietvertrags abgesichert werden. Zahlt der Mieter während der Vertragslaufzeit regelmäßig den Mietzins und beschädigt er den Mietgegenstand nicht, erhält er bei Beendigung des Mietverhältnisses seine Kaution wieder. In anderen Fällen ist der Vermieter berechtigt, das Geld zur Deckung anfallender Kosten einzubehalten. 

Kerndämmung

Fassadendämmung bei zweischaligen Fassadenkonstruktionen. Bei der Kerndämmung wird zwischen vordere und hintere Schale der Mauer eine Dämmschicht eingebracht. Von Kerndämmung spricht man auch bei einer Dachdämmung zwischen den Sparren. Bei der Kerndämmung müssen dauerhaft wasserabweisende Stoffe zum Einsatz kommen, da sie wegen der meist dünnen Außenschale leicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommen. Weitere Dämmmöglichkeiten neben der Kerndämmung sind die Außendämmung und die Innendämmung. 

Köcherfundament

Stahlbetonfundament mit Vorbereitungen für das spätere Einsetzen von Stützen. Der Köcher, in den später die Stütze eingefügt wird, steht entweder auf der einteiligen Grundplatte auf oder ist eine Vertiefung in ihrer Oberfläche. 

Kommunalabgaben

Öffentliche Abgaben, erhoben von der Kommune. Kommunalabgaben sind alle Abgaben, die von Gemeinde, Kreis, Gemeindeverband oder anderen Verwaltungsträgern von den juristischen Personen in ihrem jeweiligen Hoheitsgebiet erhoben werden. Zu ihnen zählen unter anderem die Gewerbe- und die Grundsteuer. Genau geregelt sind die Kommunalabgaben in den Kommunalabgabengesetzen der Länder. 

Kraft-Wärme-Kopplung

Gewinnung elektrischen Stroms und Wärmeenergie in einem einzigen Prozess, KWK. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird in einem ersten Schritt in einem Motor elektrische Energie gewonnen. Der Motor wird mit einem Brennstoff betrieben. Die dabei anfallende Wärme geht nicht verloren, sondern wird durch Leitungen in das Wärmeversorgungsnetz eingespeist und liefert auf diese Weise Heizwärme. Kraftwerke, die mit Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, sind deutlich energieeffizienter als herkömmliche Kraftwerke und haben deshalb wesentlich niedrigere Schadstoffemissionen. 

Krüppelwalm

Dachform, bei der die Abwalmung des Giebels nicht ganz bis zur Traufhöhe reicht. Der Name Krüppelwalm leitet sich davon ab, dass die Walmung nicht voll ausgeführt ist und das Dach dadurch verkrüppelt wirkt. Krüppelwalm ist die verbreitetste Walmdachform und gilt als sehr stabil. 

Kündigung

Einseitige, in der Zukunft wirksam werdende Beendigung eines Vertragsverhältnisses. Die Kündigung ist eine Willenserklärung, die meist in schriftlicher Form erfolgt. Voraussetzung ist, dass der Kündigungswillige über ein Kündigungsrecht verfügt. Kündigungen werden selten sofort wirksam. In den allermeisten Fällen gibt es eine Kündigungsfrist, die einzuhalten ist.

Kyklopenmauerwerk

Sonderform des Natursteinmauerwerks, auch Zyklopenmauerwerk. Kyklopenmauerwerk besteht aus unbehauenen oder nur wenig bearbeiteten Natursteinen, die mit oder ohne Zugabe von Mörtel aufeinander geschichtet werden. So ergibt sich ein unebenes Fugenbild ohne gerade Linien. Oft handelt es sich bei den Steinen um Hartgestein, das ohnehin schwer zu bearbeiten wäre. Kyklopenmauerwerk bestand früher häufig aus sehr großen Steinen, die Mauern sahen aus als hätte sie ein Riese aufgetürmt. Daher leitet sich der Name ab, der an die sagenhaften Kreaturen aus der griechischen Mythologie angelehnt ist. 

Landesbauordnung

Wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Baurechts, im Verantwortungsbereich der Bundesländer. Die Landesbauordnung regelt so gut wie alle Anforderungen, die bei einem Bauvorhaben zu beachten sind. Dazu gehören die Art der Grundstückserschließung, dessen Bebauung, Sicherheits- und Gesundheitsstandards und die Einhaltung der Abstandsflächen. Darüber hinaus wird in der Bauordnung auch der Ablauf des Baugenehmigungsverfahrens festgeschrieben. Ergänzt wird die Landesbauordnung durch zahlreiche Prüfungs- und Durchführungsbestimmungen, Erlasse und bauaufsichtliche Normen.

Laubengang

Überdachter, zu einer Seite hin offener Zugang zu den Wohnungen eines Mehrparteienhauses. Ein Laubengang findet sich gewöhnlich oberhalb des Erdgeschosses. Laubengänge erfreuen sich in der zeitgenössischen Architektur immer noch hoher Beliebtheit. Ihr großer Nachteil ist, dass sie im Winter Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, die bis zu den Wohnungstüren reichen können. 

Leerrohr

Metall- oder Kunststoffrohr zur Verlegung elektrischer Leitungen. Leerrohre werden vor der Elektroinstallation in der Wand verlegt. Durch sie werden anschließend sämtliche elektrischen Leitungen gezogen. Auch bei späteren Erweiterungen oder anderen Umbaumaßnahmen werden die Kabel durch bereits vorhandene Leerrohre verlegt. 

Leistungsverzeichnis

Grundlage der Kosten-, Material- und Stundenkalkulation bei der Errichtung eines Gebäudes. Das Leistungsverzeichnis wird vom Architekten angefertigt und bei der Ausschreibung eines Bauauftrags veröffentlicht. Es enthält, aufgelistet als einzelne Positionen, sämtliche vom Bauunternehmer bzw. Handwerker zu erbringenden Teilleistungen, die gewünschten Materialien und deren Menge. Auf diese Weise kann der Auftragnehmer eine Kostenkalkulation aufstellen, anhand derer er dem Bauherren ein Angebot unterbreitet. 

Lichtes Maß

Breite oder Höhe eines Raums oder Bauelements. Das lichte Maß gibt den Abstand zwischen zwei Begrenzungen an. Mit ihm wird die Grundfläche eines Gebäudes gemessen. Außerdem wird es auch für die Angabe der Größe einer Öffnung, wie z.B. eines Fensters, genutzt.  

Liegenschaft

Unbewegliches Sachgut, Grundstück zusammen mit allem, was sich darauf befindet. Eine Liegenschaft bezeichnet ein Grundstück und alle Gebäude, anderen Bauwerke und Zubehör, das sich darauf befindet. Ein anderes Wort für Liegenschaften ist Immobilien. 

Lineare Abschreibung

Gleichmäßige Verteilung der gesamten Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsgutes auf dessen Abschreibungsjahre. Mithilfe der linearen Abschreibung können Immobilien, die ganz oder teilweise vermietet werden, bis zur vollen Absetzung abgeschrieben werden. Die Jahressätze sind dabei festgelegt: Gebäude, die bis zum Jahr 1925 erbaut wurden, können mit 2,5 %, alle danach errichteten mit 2 % abgeschrieben werden. 

Lisene

Schmaler senkrechter Streifen, der aus der Wand hervorsteht. Lisenen dienen der Verzierung oder Gliederung von Wandflächen. In manchen Fällen werden sie auch zur Verstärkung tragender Wandteile herangezogen. Sie haben weder Kapitell noch Basis. Lisenen findet man an Kirchen und anderen alten Bauwerken genauso wie an zeitgenössischer Architektur. 

Loft

Kurzwort für Loftwohnung, Wohnraum in einer ehemaligen Lager- oder Fabrikhalle. Das Wort Loft, wie auch die Wohnform, stammen aus dem englischsprachigen Raum. Im Englischen bedeutet Loft ganz einfach „Dachboden“. In den USA und Großbritannien wurden ab den 1940er Jahren leer stehende Fabrik- und Lagergebäude in Wohnraum umgewandelt. Meist wurden ganze Etagen der Gebäude zu Wohnungen gemacht, indem man einfach Möbel in die ansonsten unveränderten Hallen stellte. Heute sind Lofts keine improvisierten Wohnungen mehr, sondern hochwertige, begehrte und meist teure Objekte. 

Loggia

Nach einer Seite hin offener Raum eines Gebäudes, oft mit Säulen, Bögen o.ä. abgegrenzt. Die Bauform kam während der italienischen Renaissance auf und erfreute sich seitdem vor allen an öffentlichen Gebäuden großer Beliebtheit. Eine Loggia liegt, im Gegensatz zu einem Balkon oder einer Terrasse, komplett im Innern eines Gebäudes und öffnet sich lediglich auf einer Seite zur Straße hin. Sie kann entweder im Erdgeschoss (Säulenhalle, -gang) oder in einem höheren Stockwerk liegen. Auch freistehende Hallen, die sich mittels Arkaden nach außen öffnen, zählen zu den Loggien. Ein Beispiel hierfür ist die Feldherrnhalle in München. 

Luftheizung

Heizungsart, die nach dem Prinzip der Luftumwälzung funktioniert. Bei einer Luftheizung wird Luft im Ofenraum erwärmt und dann mittels Kanälen in die zu heizenden Räume geleitet. Diese Art der Heizung hat den Vorteil, dass sie die Räume schnell aufheizen kann. Auf der anderen Seite werden aber auch eventuelle Gerüche leicht im Raum verteilt. Darüber werden durch das Leitungssystem auch Geräusche sehr leicht zwischen einzelnen Räumen übertragen. 

Maisonette

Wohnung, die sich über zwei Stockwerke eines Hauses erstreckt. Eine Maisonette-Wohnung kann in jeder beliebigen Etage eines Hauses liegen. Erstreckt sie sich über das oberste Vollgeschoss und das Dachgeschoss, spricht man auch von einer Mansardenwohnung. Die Wohnung zeichnet sich dadurch aus, dass sie nur durch eine Tür mit dem Treppenhaus verbunden ist. Die Treppe zum oberen Geschoss befindet sich innerhalb der Wohnung. Der Vorteil einer Maisonette ist, dass sie das Gefühl vermittelt, in einem Haus mit mehreren Etagen zu leben, und nicht, wie in Wahrheit, in einer Wohnung.

Makler- und Bauträgerverordnung

Bundesweit geltende Rechtsverordnung, die Rechte und Pflichten von Gewerbetreibenden in der Immobilienbranche (Makler, Bauträger etc.) festlegt. Die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) dient vorrangig dem Schutz des Immobilienerwerbers. Sie regelt, unter welchen Voraussetzungen Bauträger Zahlungen vom Kunden entgegennehmen dürfen, wie Kundengelder abzusichern sind und weitere Details, die in den Verträgen festgehalten werden müssen. 

Maler und Lackierer

Handwerklicher Beruf. Maler und Lackierer führen eine Vielzahl unterschiedlicher Arbeiten sowohl im Innenausbau als auch an Gebäudefassaden durch. An der Gebäudeaußenseite beschichten und streichen Sie Fassaden, Fenster und Türen. Im Innern behandeln sie die zu bearbeitenden Untergründe vor, tapezieren und streichen. Maler und Lackierer ist ein anerkannter Handwerksberuf mit dreijähriger Ausbildungszeit. 

Mängelrüge

Schriftliche Feststellung eines Mangels an einem fertiggestellten Bauwerk. Die Mängelrüge dient dazu, dem Auftragnehmer eine – wie auch immer geartete – Abweichung von den Vertragsvereinbarungen anzuzeigen. Ist der Mangel durch unsachgemäße Ausführung von Arbeiten am Objekt entstanden, so muss der Auftragnehmer innerhalb der Laufzeit der Gewährleistungspflicht den Grund für den Mangel herausfinden und diesen beheben. Andernfalls kann der Auftraggeber Minderungs- oder Schadenersatzansprüche geltend machen.

Mansarddach

Dachform mit zwei unterschiedlichen Neigungswinkeln. Beim Mansarddach ist der untere Teil des Daches steiler als der obere Teil. Dadurch können Dachgeschosse beinahe ohne Schrägen besser wohnlich genutzt werden. Ein großer Nachteil ist allerdings der erhöhte Aufwand bei der Dachkonstruktion. Außerdem sind Mansarddächer heute schlecht für Photovoltaikanlagen nutzbar. Häufigste Formen dieser Dachform sind das Mansardwalmdach und das Mansardgiebeldach. 

Mantelbauweise

Bauweise mit zwei oder mehr Schalen und einem Kern aus Beton. Die äußeren Schichten bei der Mantelbauweise bestehen aus einem Mantelstein und Dämmstoffen, die beim Bau zusammen als Schalung dienen, in die der Betonkern gegossen wird. 

Massivbauweise

Bauweise, bei der vornehmlich Beton oder Steine zum Einsatz kommen und bei der die Wände und Decken eine tragende Funktion erfüllen. Massivbauweise steht im Gegensatz zur Skelettbauweise, die oft Stahl- oder Holzelemente als tragende Bauteile nutzt. Bei der Massivbauweise gibt es keine Unterscheidung zwischen raumtrennender und tragender Funktion. Die meisten Wände bestehen aus Stein oder Beton und erfüllen gleichzeitig beide Funktionen. Lediglich einige nichttragende Wände im Innenraum können in Trockenbauweise ausgeführt werden. 

Massivhaus

Ein in Massivbauweise aus Mauerwerk und Beton errichtetes Haus. Das Massivhaus wird, anders als ein Fertighaus, an der Baustelle von Grund auf errichtet. Die Außenwände sind gemauert, innere Wände bestehen entweder ebenfalls aus Stein oder werden in Trockenbauweise errichtet. Bei anderen Teilen, wie den Decken, können fertige Teile genutzt werden. Massivhäuser sind meist teurer als Fertighäuser und haben eine längere Bauzeit, dafür bietet sich dem Bauherrn aber ein größerer Spielraum bei der Gestaltung des Hauses - Wände können beispielsweise nachträglich leichter herausgenommen und versetzt werden. Außerdem haben Massivhäuser meist eine deutlich längere Lebensdauer als Fertighäuser. 

Mauerwerksbau

Gewerk, Errichten von Wänden mithilfe von Steinen. Der Mauerwerksbau ist eine Variante des Massivbaus. Im Unterschied zum Betonbau verwendet der Mauerwerksbau natürliche bzw. künstlich hergestellte Steine, z.B. Ziegel. Als Verbindungsmittel setzt der ausführende Maurer dabei Mörtel ein. Gemauerte Wände sind zwar weniger tragfähig als solche aus Beton oder Stahlbeton, sie können aber in kürzerer Zeit hergestellt werden, sind deshalb günstiger und folglich immer noch sehr beliebt bei Bauherren. Der Handwerksberuf Maurer ist ein Lehrberuf mit drei Jahren Lehrzeit. 

Maurer

Bauhandwerker. Der Maurer wirkt maßgeblich bei der Entstehung eines Hauses in Massivbauweise mit. Hauptaufgabe ist das Errichten von Mauern aus Stein, Beton oder Fertigteilen. Der Maurerberuf ist ein körperlich anspruchsvoller, anerkannter Handwerksberuf mit dreijähriger Ausbildungszeit. Neben dem Errichten von Mauerwerk übernehmen Maurer häufig auch noch weitere Gewerke auf einer Baustelle. 

Mehrfamilienhaus

Wohngebäude, das für mehrere Mietparteien bzw. Nutzer konzipiert ist. Ein Mehrfamilienhaus (MFH) besteht, im Gegensatz zum Einfamilienhaus, aus mehreren Wohnungen, meist auf unterschiedlichen Stockwerken. Größere Mehrfamilienhäuser zählen deshalb zu den Geschossbauten. Das Eigentum an den Wohnungen kann unter mehreren Personen aufgeteilt sein. Gehört das Haus nur einem einzigen Eigentümer, so spricht man auch von einem Mietshaus. Mehrfamilienhäuser stehen mit 31 % der Wohnfläche und 38 % der Wohneinheiten in Deutschland auf dem zweiten Platz der Wohngebäude. Häufiger kommen nur Einfamilienhäusern vor. 

Metallbau

Verarbeitung von Metallen, Gewerkgruppe, auch Schlosser. Metallbau bezeichnet fast alle Tätigkeiten, die sich mit der Verarbeitung von Metallen beschäftigen. Spengler-, Rollladen-, Beschlag- und manche Stahlbauarbeiten zählen nicht zur Gewerkgruppe. Zum Metallbau gehören die Herstellung und Montage von Türen, Toren, Treppenkonstruktionen und Fassadenverkleidungen aus Metall. Auch Schweißarbeiten zählen zu den Aufgaben eines Metallbauers. Wegen der häufigen Überschneidungen mit dem Arbeitsfeld von Stahlbauern sind die Übergänge zwischen den beiden Berufsgruppen fließend. Metallbauer ist ein handwerklicher Lehrberuf. 

Miethöhegesetz

Ehemaliges Gesetz, das Miethöhe und Mieterhöhung regelte. Das Miethöhegesetz (MHG) legte fest, wie die Vergleichsmiete für Wohnraum im freifinanzierten Wohnungsbau festzulegen war. Seit dem 01.09.2001 ist das Gesetz außer Kraft, die Verordnungen sind seither in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) integriert.

Mietkauf

Mietvertrag, bei dem der Mieter das Recht zugesprochen erhält, das gemietete Objekt innerhalb einer festgelegten Frist käuflich zu erwerben. Der Mietkauf ist vergleichbar mit einem Ratenkauf. Mieter und Vermieter legen bei Vertragsabschluss eine Kaufsumme für das Mietobjekt fest. Die monatliche Miete gilt als Nutzungsgebühr, wird bei Vertragsabschluss festgelegt und mit dem Kaufpreis verrechnet. Innerhalb einer festgelegten Frist, die 25 Jahre nicht überschreiten darf, hat der Mieter das Recht, dem Vermieter das Objekt abzukaufen. Der Vorteil des Mietkäufers liegt dabei darin, dass er kein Darlehen aufnehmen muss.  

Mietminderung

Aufgrund von Mängeln an Mietsachen gesetzlich festgelegte Herabsetzung der Miete. Bei einer Mietminderung setzt nicht etwa der Mieter die Miete herab, sondern verringert nur die Mietzahlung. Die Miete verringert sich im Falle eines Mangels automatisch per Gesetz. Damit eine Mietminderung in Kraft tritt, muss eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein. Der Mangel darf beispielsweise weder unerheblich, noch vom Mieter schuldhaft herbeigeführt sein. Des Weiteren darf er dem Mieter bei Vertragsabschluss nicht bekannt gewesen oder aufgrund grober Fahrlässigkeit bei der Besichtigung verborgen geblieben sein. Sind alle Bedingungen erfüllt und setzt der Mieter daraufhin die Mietzahlung herunter, darf ihm der Vermieter nicht kündigen. Mietminderungen sind ein häufiger Grund für gerichtliche Klagen. Meist geht es dabei um die Gründe und die Höhe einer Mietminderung.

Mietnomaden

Personen, die von Wohnung zu Wohnung ziehen, ohne Miete zu zahlen. Der Begriff „Mietnomade“ ist relativ jung und erst durch vermehrte Medienberichte in der letzten Zeit in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Manche Menschen werden unabsichtlich aus Geldmangel zu Mietnomaden, andere gehen gezielt mit betrügerischer Absicht vor. Sie nutzen dabei eine Besonderheit im deutschen Mietrecht: Eine fristlose Kündigung kann der Vermieter erst aussprechen, wenn der Mieter in zwei aufeinanderfolgenden Monaten mit mindestens einer Monatsmiete oder insgesamt mit zwei Monatsmieten im Rückstand ist. Um das zu verhindern, zahlen sie immer nur so viel, dass der Vermieter keine Kündigung aussprechen kann. Bis zu einer Zwangsräumung kann es nach erfolgter Kündigung noch Monate dauern. Oft verlassen Mietnomaden ihre Wohnungen über Nacht und in einem verwahrlosten Zustand. 

Mietspiegel

Übersicht über die ortsüblichen Mieten zu Vergleichszwecken. Ein Mietspiegel kann auf freiwilliger Basis von den Gemeinden in Zusammenarbeit mit Mieter- und Vermieterverbänden angefertigt werden. Meist existiert er nur in größeren Gemeinden. Der Mietspiegel dient als Bemessungsgrundlage für Mieterhöhungen. Die festgelegte Umgebungsvergleichsmiete orientiert sich an unterschiedlichen Faktoren wie Stadtviertel, Infrastruktur, Baujahr des Hauses etc. 

Mineralwolle

Überbegriff für die Dämmstoffe Steinwolle und Glaswolle, auch Kamilitwolle. Bei der Herstellung von Mineralwolle wird Glas bzw. Stein geschmolzen und anschließend durch ein Sieb geschleudert. So entsteht eine Fasermatte, die als Dämmung auf Dächer und Wände aufgebracht wird. Mineralwollefasern sind biolöslich, das heißt, sie werden im Körper auf natürlichem Weg abgebaut. Bei Kontakt mit der Haut kann es dennoch zu teils starken Reizungen kommen. 

Mischbatterie

Armatur, in der zwei Gase oder Flüssigkeiten zusammengeführt werden. Am bekanntesten sind Mischbatterien an Wasserhähnen. Im Innern werden kaltes und warmes Wasser miteinander vermischt. Man unterscheidet mehrere unterschiedliche Arten von Mischbatterien: Einhandmischer haben lediglich einen Hebel, mit dem man die Öffnung der Ventile kontrolliert. Daneben gibt es noch Varianten mit zwei Griffen und solche mit einem Thermostat. 

Mönch und Nonne

Zweiteiliger Hohlziegel, dessen Teile überlappend gelegt werden. Mönch und Nonne sind gewölbte Tonziegel, die im Pressverfahren hergestellt werden. Man kann sich ihre Form vorstellen wie zwei Teile einer Röhre. Bei der Deckung werden zuerst die Nonnen mit der Wölbung nach unten auf die Unterfläche gelegt. Anschließend werden die Mönche so darüber platziert, dass sie den Zwischenraum zwischen den beiden darunter liegenden Nonnen verdecken. Besonders häufig findet man diese Art der Deckung im mediterranen Raum und auf klerikalen Gebäuden. 

Mündelsicherheit

Gesetzlich festgelegte Absicherung angelegten Geldes, das einem Mündel gehört. Will man in Deutschland Geld eines Mündels investieren, muss diese Geldanlage gewissen Kriterien entsprechen. Spareinlagen dürfen nur bei solchen Banken angelegt werden, die ausreichenden Schutz gegen Zahlungsunfähigkeit im Insolvenzfall bieten. Die meisten deutschen Banken eignen sich hierfür. Auch in Immobilien kann man investieren, doch auch hier zählen bestimmte Beschränkungen, die sicherstellen sollen, dass das angelegte Geld nicht durch plötzlichen Wertverlust o.ä. verloren geht. 

Nachbarrecht

Regelung der unvermeidbaren Einschränkungen, die sich durch eine benachbarte Lage zweier Grundstücke ergeben. Das Nachbarrecht ist Teil des Sachrechts. Ein Grundstückseigentümer ist in seinem Recht, nach Belieben mit seinem Grundstück zu verfahren, nur dadurch eingeschränkt, dass er damit Dritte nicht beeinträchtigen darf. Allerdings lassen sich Auswirkungen auf benachbarte Grundstücke oft nicht völlig ausschließen. Alle Sachverhalte, Rechte und Pflichten, die sich dadurch ergeben, sind im Nachbarrecht geregelt. 

Nachunternehmer

Selbstständiger Dienstleister, der im Zuge eines Werkvertrages für ein anderes Unternehmen eine Leistung erbringt, auch Subunternehmer. Der Nachunternehmer ist vertraglich nicht an den auftraggebenden Bauherren gebunden, sondern von einem General- oder Hauptunternehmer beauftragt. Er ist demzufolge auch dem Bauherrn gegenüber nicht vertraglich verpflichtet, sondern alleine dem Hauptunternehmer. Nachunternehmer sind oft Handwerksbetriebe, die von Generalunternehmern beauftragt werden. 

Nassdach

Flachdach, auf dem ständig eine Wasserschicht steht. Auf einem Nassdach liegen die Abläufe oberhalb des Bodenniveaus, wodurch ständig eine kontrollierbare Menge an Wasser auf dem Dach steht. Die Idee hinter diesem Prinzip ist, dass das verbliebene Wasser im Winter gefriert und so eine zusätzliche Isolationsschicht bildet. Im Sommer sorgt das Wasser für Kühlung. Damit es bei einem Nassdach durch eindringendes Wasser nicht zu massiven Schäden an der Bausubstanz kommt, muss das betreffende Dach absolut dicht sein. Nassdächer waren vor allem in den 1970er Jahren beliebt, sind mittlerweile aber wieder aus der Mode gekommen. 

Nassdach

Flachdach, auf dem ständig eine Wasserschicht steht. Auf einem Nassdach liegen die Abläufe oberhalb des Bodenniveaus, wodurch ständig eine kontrollierbare Menge an Wasser auf dem Dach steht. Die Idee hinter diesem Prinzip ist, dass das verbliebene Wasser im Winter gefriert und so eine zusätzliche Isolationsschicht bildet. Im Sommer sorgt das Wasser für Kühlung. Damit es bei einem Nassdach durch eindringendes Wasser nicht zu massiven Schäden an der Bausubstanz kommt, muss das betreffende Dach absolut dicht sein. Nassdächer waren vor allem in den 1970er Jahren beliebt, sind mittlerweile aber wieder aus der Mode gekommen. 

Naturstein

Gestein mit natürlichem Ursprung. Naturstein wir auf unterschiedliche Weise genutzt. Steinmetze behauen ihn und schaffen damit Grabmale oder Skulpturen, er wird aber auch zum Innenausbau genutzt. Verkleidungen, Verblendungen, Treppenstufen, Fensterbänke, Bodenbeläge und Arbeitsplatten werden zum Beispiel häufig aus geglättetem Naturstein (z.B. Marmor, Schiefer, Granit, Basalt) hergestellt. Auch Außenwände, vor allem bei denkmalgeschützten Gebäuden, bestehen meist aus behauenem Naturstein (z.B. Sandstein, Muschelkalk). Natursteinmauern sind aber auch bei Landschaftsarchitekten beliebt. 

Niedertemperaturheizung

Heizungssystem, das mit geringeren Vorlauftemperaturen arbeitet. Niedertemperaturheizungen sind wirtschaftlicher als herkömmliche Systeme, da das Wasser im Heizkessel nicht so sehr erwärmt werden muss. Meist werden Niedertemperaturheizungen zusammen mit großflächigen Heizkörpern verbaut. Dadurch fühlt sich die abgegebene Wärme behaglicher an, obwohl die Heizleistung nicht so hoch ist. Ein Nachteil der Niedertemperaturheizung ist, dass Warmwasser nicht mehr ohne weiteres als Nebenprodukt anfällt. 

Niedrigenergiehaus

Gebäude, das einen gewissen Energiestandard unterschreitet. Ein Niedrigenergiehaus muss in Deutschland einen Energieverbrauch nachweisen können, der unterhalb der in der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 geforderten Referenzhöhe liegt. Aktuell ist dies die Menge von 70 kW/h pro Quadratmeter und Jahr. Bei Neubauten sind Niedrigenergiehäuser mittlerweile der Standard, sie unterscheiden sich lediglich in der Höhe der Einsparung. Auch Altbauten werden immer häufiger in den Niedrigenergiebereich saniert. 

Nießbrauch

Allgemeines Nutzungsrecht an einer Sache. Der Nießbrauch ist ein lebenslanges Recht, eine Wohnung oder ein Haus zu bewohnen und Miete daraus zu beziehen. Das einzige Recht, das dem eigentlichen Eigentümer an seiner Immobilie bleibt, ist das Verfügungsrecht. Er behält also nur das Recht, das Objekt zu verkaufen. Nießbrauchrechte sind übertrag-, nicht aber veräußer- oder vererbbar. Aufgrund der umfassenden Nutzungsrechte, die der Nießbrauch in sich trägt, muss er von einem Notar beurkundet werden. 

Nominalzins

Nettozins. Der Nominalzins gibt die Zinshöhe in Verhältnis zum tatsächlichen Kreditbetrag an. In ihn sind weder Inflationsrate, noch weitere Kreditkosten eingerechnet. 

Notaranderkonto

Treuhänderkonto, das den käuferseitigen Anspruch auf Eigentum sichern soll. Das Notaranderkonto wird bei Immobilienverkäufen von einem Treuhänder (meist Notar oder Anwalt) angelegt. Der Käufer überweist hierhin den Kaufpreis, der dann zum Zeitpunkt der erfolgten Umschreibung des Eigentums im Grundbuch dem Verkäufer überwiesen wird. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die eine Seite ihr Eigentum überschreibt und die andere ihr Geld bekommt. Der Treuhänder ist in der Zeit, in der die Kaufsumme auf dem Konto liegt, für das Geld verantwortlich und darf es nicht zweckentfremdet einsetzen. 

Notargebühr

Kosten, die für vom Notar bei einem Immobiliengeschäft erbrachte Leistungen anfallen. Die Notargebühren sind in der Kostenordnung festgelegt und betragen in der Regel 1,5 % der Kaufsumme einer Immobilie. 

Nutzfläche

Bodenfläche, die entsprechend ihrer Bestimmung genutzt wird. Von der Nutzfläche eines Gebäudes oder einer Wohnung ausgeschlossen sind Verkehrsflächen (Flure, Treppen, Aufzüge) und Funktionsflächen (Heizungsraum, technische Betriebsräume). Die Nutzungsgruppen sind in der DIN 277 definiert und umfassen die folgenden Kategorien: Wohnen und Aufenthalt, Büroarbeit, Produktion, Hand- und Maschinenarbeit, Experimente, Lagern, Verteilen und Verkaufen, Bildung, Unterricht und Kultur, Heilen und Pflegen. 

Nutzungsänderung

Änderung der genehmigten Benutzungsart. Eine Nutzungsänderung liegt vor, wenn ein Gebäude oder Teile davon anders genutzt werden, als ursprünglich genehmigt. Für eine Nutzungsänderung bedarf es einer neuen Baugenehmigung. Eine Nutzungsänderung liegt beispielsweise bei einer Flächenkonversion vor. 

Oberlicht

Hochliegende Öffnung in einer Wand. Ein Oberlicht dient dazu, einen Raum zu belüften und ausreichend mit Licht zu versorgen. Oberlichter können entweder oberhalb eines Fensters oder einer Tür liegen, ein eigenständiges Fensterband darstellen oder eine Öffnung in der Decke sein. Oberlichter bestehen entweder aus echtem Glas oder aus Kunststoff.  

Offene Immobilienfonds

Theoretisch ungedeckelter Investmentfonds. Beim offenen Immobilienfonds handelt es sich um eine Anlageform, bei der man schon mit relativ geringem Kapitaleinsatz ein Teileigentum an mindestens 10 verschiedenen Objekten erwerben kann. Offene Immobilienfonds investieren meist in Gewerbeimmobilien und versuchen, durch Mieterträge und Wertsteigerungen Rendite zu erzielen. Verwaltet werden sie von einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG). 

Ökohaus

Haustyp, bei dem ausschließlich natürliche Baustoffe zum Einsatz kommen. Ein Ökohaus sollte nicht mit einem Energiesparhaus verwechselt werden. Ökohäuser bestehen meist aus Holz und zeichnen sich durch eine besonders grüne Gestaltung im Inneren wie im Außenbereich aus. Oft besitzen sie zudem ein begrüntes Flachdach. Der Zweck eines solchen Haustyps liegt zum einen in der Schaffung zusätzlicher Grünflächen und zum anderen in seinem positiven Effekt für die Umwelt. 

Option

Bedingtes Termingeschäft. Eine Option ist die vertraglich zugesicherte Möglichkeit, ein Objekt zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Beispielsweise kann ein Verkäufer einem Interessenten anbieten, ein Objekt zu einem späteren Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Der Optionsnehmer erhält damit das Recht, nicht aber die Pflicht, das Objekt zu erwerben. 

Ortgang

Seitlicher Abschluss eines Daches. Der Ortgang liegt an der Giebelseite des Daches und wird oft als die Stirn des Hauses bezeichnet. Um ein Eindringen von Wasser in das Haus zu vermeiden, muss der Ortgang geschlossen werden. Das geschieht entweder mit einer Holzverkleidung, die häufig verziert wird, oder einer Reihe spezieller Ziegel, den sogenannten Ortgangziegeln. Diese sind auf einer Seite abgewinkelt und ermöglichen so die Umfassung der Dachkante. 

Pacht

Zeitlich begrenzte Überlassung gegen Entgelt mit der Erlaubnis der Fruchtziehung. Ein Pachtvertrag ist ein erweiterter Mietvertrag. Der Verpächter überlässt dem Pächter gegen eine regelmäßige Zahlung nicht nur die Sache, sondern erlaubt dem Pächter auch, diese Sache zu bewirtschaften und daraus Gewinn zu erzielen. Eine Pacht kann nicht nur über Sachen geschlossen werden, sondern auch über Rechte. 

Panikbeleuchtung

Notbeleuchtung für Gebäude. Eine Panikbeleuchtung ist unabhängig vom Stromnetz und schaltet sich im Falle eines Stromausfalls automatisch ein. Sie wird von einer Zentralbatterie oder einem Notstromaggregat gespeist. Eine Panikbeleuchtung ist für manche Gebäude und Einrichtungen gesetzlich vorgeschrieben. 

Parkett

Bodenbelag aus Holz. Parkett wird in geschlossenen Räumen verlegt. Es besteht aus in kleine Stücke gesägtem Holz, das in bestimmten Mustern verlegt wird. Je nachdem, ob die Parkettstücke einzeln oder in Platten verlegt werden, spricht man von Einschicht- oder Mehrschichtparkett. Außerdem unterscheidet man Parkettarten anhand der Abmessungen der Parkettstücke und des Verlegemusters. Bekannte Parkettarten sind Stabparkett, Intarsienparkett, Hochkantlamellenparkett, Mosaikparkett und Tafelparkett. 

Parterre

Erdgeschoss, aus dem Französischen. Das Parterre eines Hauses ist das zur Straße hin ebenerdig liegende Geschoss. Varianten des Parterres, die gewöhnlich zusammen auftreten, sind das Hoch- und das Tiefparterre (auch: Souterrain). Das Tiefparterre liegt mit dem Fußboden unterhalb des Straßenniveaus, seine Fenster aber darüber. Oberhalb dieses Stockwerks liegt das Hochparterre, das von der Straße aus über einige Stufen erreichbar ist. 

Passivhaus

Gebäude, das faktisch ohne herkömmliche Heizungsanlage auskommt. Beim Passivhaus wird die Wärmeversorgung vollständig aus „passiven“ Energiequellen gespeist. Dazu zählen Sonnenenergie, Abwärme der Bewohner und elektronischer Geräte. Beim Bau eines Passivhauses müssen hohe Dämmungsstandards beachtet werden, weswegen es im Vergleich mit dem Niedrigenergiehaus, das bei Neubauten heute Standard ist, deutlich mehr kostet. Die Mehrkosten belaufen sich auf 5 – 15 % der Bausumme. Zum höheren Preis trägt auch der erhebliche technische Aufwand bei Belüftung und Wärmerückgewinnung bei. Im Innern eines Passivhauses herrscht das ganze Jahr über eine gleichbleibende Raumtemperatur.  

Pauschalsätze

Fixe Förderungsdarlehen. Pauschalsätze werden von den Ländern als Bauförderungsdarlehen vergeben. Ihre Höhe richtet sich nach der Nutzfläche und ist fest an deren Quadratmeterzahl gebunden.

Penthouse

Luxuriöses Apartement im obersten Geschoss eines mehrstöckigen Gebäudes, auch Penthaus. Penthäuser wirken aufgrund ihrer Terrasse, die an mehreren Stellen hinter die Fassadenflucht der darunter liegenden Stockwerke zurücktritt, wie auf das Bauwerk aufgesetzte, freistehende Häuser. Meist findet man sie auf innerstädtischen Hochhäusern. Aufgrund ihrer exklusiven Lage sind sie in der Regel die attraktivsten Wohneinheiten des Gebäudes.

Perimeterdämmung

Außendämmung an Bauteilen, die innerhalb des Erdreichs liegen. Eine Perimeterdämmung wird an die Außenseite von Kellerwänden oder unterhalb von Bodenplatten angebracht. Sie muss feuchtigkeitsbeständig sein und gleichzeitig dem Erddruck bzw. der Gebäudelast standhalten. Die hierzu verwendeten Platten werden auf die Außenseite der Bauteile, über die wasserundurchlässige Schicht, geklebt. Die Verwendung von Perimeterdämmung erfreut sich seit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung immer größerer Beliebtheit. 

Pfettendach

Traditionelle Form eines geneigten Daches. Das Pfettendach besteht aus Sparren, die an Fuß und First auf sogenannten Pfetten aufliegen (Fußpfette, Firstpfette). Dabei handelt es sich um Längsbalken, die das Gewicht des Daches ins Mauerwerk weiterleiten. Pfettendächer kommen vermehrt in Süddeutschland und dem Alpenraum vor. Bei höheren Dachkonstruktionen können auch in der Mitte der Sparren zusätzliche Mittelpfetten eingezogen werden, die am Giebel aufsitzen und in manchen Fällen zusätzlich mit Pfosten abgestützt sind. 

Polier

Berufsbezeichnung im Bauwesen. Der Polier ist der Vorarbeiter einer Baustelle oder eines Baustellenabschnitts. Als Vertreter des Bauleiters ist er zuständig für die Aufgabenverteilung an die ihm unterstellten Handwerker und Facharbeiter. Darüber hinaus obliegt ihm auch die Kontrolle und Sicherstellung der ordnungsgemäßen Ausführung der Arbeiten. 

Primärenergiebedarf

Berechnete Gesamtmenge der Energie, die zur Versorgung eines Hauses mit Warmwasser und Heizwärme benötigt wird. Der Primärenergiebedarf eines Hauses beinhaltet die gesamte Energiemenge, die von einem Haus verbraucht wird. Darüber hinaus umfasst er auch die Energie, die bei Gewinnung und Transport von Heizwärme und Warmwasser verloren geht. Die Angabe erfolgt meist auf ein ganzes Jahr gesehen, man spricht vom Jahresprimärenergiebedarf. Richtwerte für den zulässigen Primärenergiebedarf werden von der Energieeinsparverordnung festgelegt. 

Projektentwickler

Unternehmen, das die komplette Vorbereitung und Konzeption eines großen Projektes übernimmt. Ein Projektentwickler beschäftigt sich mit allen vorbereitenden Untersuchungen, Planungen, unternehmerischen Entscheidungen und anderen Maßnahmen, die für die Bebauung oder Umnutzung eines großen Grundstücks benötigt werden. Er akquiriert das für das Projekt nötige Kapital, beplant das Grundstück, koordiniert in der Bauphase die Nachunternehmer und sorgt für eine wirtschaftliche Nutzung des fertigen Objekts. 

Provision

Siehe Courtage. Die Provision ist eine Gebühr, die der Makler im Falle einer erfolgten Vermittlung von z.B. Wertpapieren, Waren, Immobilien oder Dienstleistungen erhält. Beim Verkauf von Immobilien verständigen sich Makler und Verkäufer im Voraus über die Höhe der Provision. Für die Vermittlung einer Mietwohnung ist die Höhe der Provision im Wohnungsvermittlungsgesetz (WoVermRG) festgelegt. Sie darf maximal zwei Monatsmieten exklusive Nebenkosten betragen.

Rabitz

Mit Putz überzogenes Drahtgeflecht, auch Drahtputz. Seinen Namen hat der Rabitz von seinem Erfinder: der Maurermeister Carl Rabitz erfand 1864 die Technik des „Feuersicheren Deckenputzes unter hölzernen Balken“, auf die er ein Patent anmeldete. Rabitz besteht aus drei Elementen: Das Grundkonstrukt bildet ein Rahmen aus dünnen Metallstangen, über das der Putzträger (meist aus metallischem Draht) gespannt wird. Dieses Gewebe wird dann mit Putz, Kalkmörtel, Zementmörtel oder Gips bestrichen. Rabitz eignet sich aufgrund seiner guten Formbarkeit und der Tragfähigkeit für den Innenausbau. Besonders bei Stuckateursarbeiten und in der Denkmalpflege wird er häufig genutzt. Bei anderen Anwendungsfeldern kommt mittlerweile der Trockenbau zum Einsatz. 

Rangstelle

Gibt den Zeitpunkt an, zu dem eine Eintragung im Grundbuch erfolgt ist. Im Falle der Verwertung einer Immobilie wird der Erlös beispielsweise zuerst an diejenige Hypothek ausgeschüttet, die zuerst eingetragen wurde. Aus diesem Grund müssen Eintragungen ins Grundbuch immer mit korrektem Datum und der Uhrzeit versehen werden. 

Real Estate Asset Management

Verwaltung von Bestandsimmobilien. Das Real Estate Asset Management ist vom Eigentümer einer oder mehrerer Immobilien damit betraut, den Bestand zu verwalten und zu optimieren. Dazu zählen auch Maßnahmen zur Entwicklung und gegebenenfalls Revitalisierung der Liegenschaften. 

Real Estate Investment Management

Strategische Investitionen, bei denen die Immobilie als Kapitalanlage im Fokus steht. Beim Real Estate Investment Management befassen sich Unternehmen oder Einzelpersonen mit dem strategischen An- und Verkauf von Immobilien. Sie handeln dabei im Auftrag eines Investors, dessen Portfolio sie optimieren wollen. 

Reallast

Belastung eines Grundstücks mit regelmäßig zu erbringenden Leistungen. Das Besondere an einer Reallast ist, dass sie nicht unbedingt aus Geldzahlungen bestehen muss. Die Leistungen, die dem Berechtigten zustehen, können auch Erträge aus Landwirtschaft, Stromerzeugung oder Dienstleistungen sein. Eine Reallast muss im Grundbuch festgehalten werden. Oft vereinbaren die beiden Vertragsparteien zusätzlich eine Absicherung des Reallastwerts in Form einer Abhängigkeit vom Verbraucherpreisindex. 

Reihenhaus

Drei oder mehr Einfamilienhäuser, die über ihre Seitenwände miteinander verbunden sind. Reihenhäuser ähneln einander meist äußerlich, können innerlich aber stark unterschiedlich aufgeteilt sein. Vor und hinter dem Haus findet man in der Regel Grünflächen, die von den Bewohnern als Garten genutzt werden. Weil sie über eine größere Gartenfläche und wegen der zusätzlichen Wand über mehr Fenster verfügen, sind Reiheneckhäuser meist besonders beliebt. Ein großer Vorteil, den Reihenhäuser bieten, sind die wegen der geringen Außenfläche niedrigen Heizkosten. 

Rendite

Verhältnis zwischen eingesetztem Kapital und Ertrag eines Objektes. Die Rendite wird im Finanzwesen auf ganz unterschiedliche Weise und in unterschiedlichen Feldern angewandt. Deshalb existiert für das Wort keine einheitliche Definition. Eines der bekanntesten Beispiele für Rendite ist der Zinssatz. Wie das für Renditen üblich ist, wird dieser als Prozentwert angegeben. Mithilfe dieses Wertes lassen sich die Erträge unterschiedlicher Finanzprodukte einfacher vergleichen. 

Renovierung

Instandsetzungsmaßnahmen bei Gebäuden. Bei der Renovierung werden Schäden infolge von Abnutzung beseitigt. Im Mietrecht bezeichnet man auch Schönheitsreparaturen wie Tapezieren und Streichen als Renovierung. In beiden Fällen werden Schäden beseitigt und der ursprüngliche Zustand des Objekts wiederhergestellt. 

Restschuldversicherung

Risikolebensversicherung, die zur Absicherung eines Baufinanzierungsdarlehens dient. Die Restschuldversicherung deckt die Zahlungsunfähigkeit im Krankheits-, Arbeitslosigkeits-, oder Todesfall des Kreditnehmers ab und dient als Sicherheit für dessen Angehörige und den Kreditgeber. Die Beitragshöhe ermisst sich an der Höhe der verbliebenen Darlehensrestschuld. Bei vielen Bausparkassen ist eine Restschuldversicherung obligatorisch mit der Aufnahme eines Bauspardarlehens verbunden. 

Restwert

Steuerlicher Buchwert eines Gebäudes. Der Restwert eines Gebäudes entspricht den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der bereits vorgenommenen steuerlichen Abschreibungen. Er dient dazu, den realen Wert einer Immobilie, die ja im Laufe der Zeit an Wert verliert, zu bestimmen. 

Rollladen

Bewegliche Lamellenkonstruktion an Fenstern und Glastüren. Rollläden bestehen aus einzelnen Stäben, die mittels eines Zugbandes oder elektrisch in Führungsschienen vor Fenster oder Türen platziert werden können. Sie können aus ganz unterschiedlichen Materialien bestehen und dienen dem Sonnen-, Sicht-, Schall-, Einbruchs-, und Kälteschutz. Beim Einbau unterscheidet man zwischen Vorbau-, Aufsatz- und Einbaurollläden. Fertigung und Montage erfolgt durch handwerklich ausgebildete Rollladen- und Sonnenschutztechniker. 

Rohbau

Bauwerk, bei dem nur Fundament, Fassade und Dachkonstruktion fertiggestellt sind. Der Rohbau eines Hauses wird als Bauhauptgewerk bezeichnet. An der Herstellung eines Rohbaus wirken gewöhnlich mehrere unterschiedliche Gewerke mit: Mauerwerksbau, Holzbau, bei größeren Bauwerken auch Stahlbetonbau. Die Fertigstellung des Rohbaus feiert man gewöhnlich mit dem Richtfest. Bevor dann der Innenausbau beginnen kann, muss der Rohbau erst von einem Statiker abgenommen werden. 

Revitalisierung

Bauliche Umgestaltung eines Gebäudes oder Gebäudekomplexes, Wiederbelebung. Bei der Revitalisierung handelt es sich um bauliche Maßnahmen, bei denen ein Gebäude, ein Gebäudekomplex oder ein ganzes Areal an eine veränderte Marktsituation angepasst werden soll. Oft ist eine Revitalisierung nötig, wenn die Nutzung eines Objekts entsprechend seines ursprünglichen Zwecks nicht mehr möglich bzw. rentabel ist. Anhand eines neuen Nutzungskonzepts wird dieses Objekt dann revitalisiert und einer neuen Nutzung zugeführt. 

Rückschlagklappe

Armatur, die den Fluss von Wasser oder Gas nur in eine Richtung zulässt. Die Rückschlagklappe ist ein Bauteil innerhalb von Rohrleitungen, das verhindern soll, dass Wasser oder Gas in die Leitung zurückläuft. Das Funktionsprinzip ist einfach: In die richtige Richtung fließendes Wasser oder Gas sorgt dafür, dass sich eine Verschlussklappe öffnet. Nimmt der Druck ab, schließt sich diese Klappe mechanisch, rückfließendes Wasser oder Gas kann nicht in das Rohr gelangen. Rückschlagklappen finden beim Anschluss der Abwasserleitung eines Hauses an die Kanalisation und innerhalb des Warmwasserkreislaufs Anwendung. 

Sachverständiger

Experte mit besonderem Fachwissen auf einem Gebiet. Ein Sachverständiger ist eine unabhängige Person, die aufgrund einer entsprechenden Ausbildung (meist ein Hochschulstudium oder ein Abschluss als Handwerksmeister) und Berufserfahrung in ihrem Feld allgemeingültige Aussagen treffen kann. Sachverständige arbeiten meist als Gutachter oder sind in Entscheidungsgremien vertreten. Die Berufsbezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt, weshalb jede Person mit einer ausreichenden Ausbildung diesen Titel führen kann. Auch Behörden können als Sachverständige gelten. Ein klassisches Aufgabenfeld für Sachverständige ist die Bewertung von Baumängeln oder Grundstückwerten. 

Sägen

Technik zum Zerteilen eines Werkstücks. Sägen bedeutet im Bauwesen das Trennen eines Objekts zum Zweck der Formanpassung. Charakteristisch für Sägewerkzeuge sind die zackenförmigen Erhöhungen an deren Rand, mit denen der Schnitt im Werkstück erfolgt. Sägen ist eine zerspanende Technik, sie wird mit unterschiedlichen Werkzeugen durchgeführt. Verschiedene Materialien, wie Holz, Kunststoff, Stein oder Metall, werden entweder mit Handsägen oder Maschinen zerteilt. Bei beiden Methoden existiert eine Vielzahl von Bauweisen.

Sandstrahlen

Oberflächenbehandlung mithilfe eines Kompressors und feinkörnigem Strahlmittel. Sandstrahlen setzt man bei der Reinigung von Hausfassaden, Entrosten, der Betonsanierung und der Vorbereitung beim Lackieren ein. Ein Kompressor erzeugt einen starken Luftstrahl, dem ein feinkörniges Granulat beigemengt wird. Dieses trifft dann mit hoher Geschwindigkeit auf die zu behandelnde Oberfläche und schleift dort die oberste Schicht ab. So lassen sich beispielsweise Fassaden von Graffiti oder witterungsbedingten Verfärbungen befreien. 

Sanierung

Baulich-technische Wiederherstellung oder Modernisierung eines Gebäudes. Eine Sanierung geht über die Instandhaltung eines Gebäudes hinaus. Während des Sanierungsprozesses werden Schäden an Bauwerken behoben, was oft mit massiven Eingriffen in die bestehende Bausubstanz einhergeht. Das Gebäude soll dabei auf den neuesten baulichen und energetischen Stand gebracht werden. Dazu werden meist Arbeiten an Dach, Fassade und Kern der Bausubstanz nötig, weshalb die Sanierung eines Gebäudes in bewohntem Zustand beinahe unmöglich ist. Zum Teil werden nicht nur einzelne Bauwerke, sondern ganze Straßen und sogar Stadtviertel saniert. 

Sanitärinstallation

Bauliche Leistung, erbracht durch Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Die Sanitärinstallation umfasst das Verlegen, Montieren und Anschließen von Gas- und Wasserleitungen sowie aller dazugehörigen Einrichtungen und Gegenstände. Dazu zählen unter anderem Waschbecken und Toiletten. Auch die Versorgung mit Nutzwasser gehört in dieses Feld. 

Satteldach

Häufigste Dachform in Deutschland. Das Satteldach ist die einfachste geneigte Dachform, die es gibt. Es besteht aus zwei Dachflächen, die entweder bündig mit dem Giebel abschließen oder ein wenig überstehen. Am weitesten verbreitet sind Satteldächer mit einer Neigung zwischen 38 und 45 Grad. Diese lassen unter dem Dach noch genügend Platz für einen Ausbau des Dachgeschosses. 

Schalung

Verkleiden eines Bauteils mit einer flächigen Holzkonstruktion, notwendige Vorbereitung im Betonbau, Unterbau einer Dachkonstruktion. Eine Schalung kann die Anbringung von Holzbrettern an einer Wand oder einer Decke im Innern eines Hauses bezeichnen. Außerdem ist eine Schalung unerlässlich bei Betonarbeiten. Mithilfe von Schalbrettern oder -elementen wird das spätere Bauteil vorgeformt. Anschließend wird in diese Form der Beton eingegossen. Nachdem er ausgehärtet ist, wird die Schalung wieder entfernt. Eine Schalung ist außerdem auch die Bretterfläche unterhalb der Dachkonstruktion. 

Schließanlage

Auf der Kombination mehrerer Schlösser und Schlüssel bestehendes System. Eine Schließanlage kommt gewöhnlich in großen Gebäuden oder Gebäudekomplexen zum Einsatz. Auch in Büros findet man sie häufig. Die einzelnen Schlösser einer Schließanlage ähneln einander stark. Für diese Schlösser werden unterschiedliche Schlüssel ausgegeben, die – je nach Berechtigung des Inhabers – nur bestimmte Türen öffnen können. Einzig mit dem Generalschlüssel lässt sich jede Tür einer Schließanlage aufsperren.

Schneiden

Technik zum Zerteilen eines Werkstücks. Schneiden bedeutet im Bauwesen das Trennen eines Objekts zum Zweck der Formanpassung. Die genaue Art des Schneidverfahrens richtet sich nach dem zu schneidenden Material und den Anforderungen an das fertige Werkstück. Man unterscheidet zwischen Ausschneiden, Lochen, Bescheiden und Abgraten. Auch die Liste der beim Schneiden eingesetzten Werkzeuge und Techniken ist lang. Neben speziellen Maschinen und Scheren werden z.B. auch Gase (Brennschneiden) und Wasser (Hochdruckschneiden) eingesetzt. 

Schottenbauweise

Tragwerksvariante bei Bauwerken. Bei der Schottenbauweise werden die tragenden Wände in Querrichtung angeordnet. Dadurch sind sämtliche Längswände von ihrer tragenden Funktion befreit, die Außenwände können z.B. großzügig verglast werden. Schottenbauweise findet sich häufig im Geschosswohnungsbau. Hier entsprechen die einzelnen Zellen, die durch die Schotten voneinander getrennt werden, meist einer Wohneinheit. 

Schufa

„Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“, Auskunftei. Die SCHUFA wird von der deutschen Kreditwirtschaft getragen und soll diese vor Kreditausfällen schützen. In der Kartei der SCHUFA sind Name, Geburtsdatum, aktuelle und frühere Anschriften, Daten über die Abwicklung von Geschäftsbeziehungen und eventuelle gerichtliche Vollstreckungsmaßnahmen vermerkt. Anhand dieser Einträge ermittelt die SCHUFA die Kreditwürdigkeit eines Antragstellers. Auf dieses Urteil verlassen sich Kreditinstitute und andere Partner bei der Bewilligung von Darlehen. Kommt die SCHUFA aufgrund unvorteilhafter Einträge in ihrer Datenbank zu einem negativen Ergebnis, wird dem Antragsteller der Kredit verweigert. Nicht nur Kreditgeber haben ein Recht auf Einsicht in die Daten: Jeder Bürger kann einmal im Jahr kostenlos von seinem Recht Gebrauch machen, Einsicht in die über ihn gespeicherten Daten zu erhalten.

Schwimmender Estrich

Auf einer Dämmschicht aufliegender Estrich. Schwimmender Estrich hat seinen Namen daher, dass er weder am Boden, noch an der Seite eine Verbindung zur Gebäudesubstanz aufweist, er sozusagen schwimmt. Der Estrich ist sowohl nach unten als auch zur Wand hin durch eine Dämmschicht vom Rest des Gebäudes getrennt. Resultat ist sowohl eine erhöhte Wärme-, als auch eine sehr gute Trittschalldämmung. 

Sheddach

Aus einer Aneinanderreihung von sägezahnförmigen Elementen bestehende Dachform. Das Sheddach stammt aus dem England des 19. Jahrhunderts und wird häufig bei großen Industriebauten eingesetzt. Die einzelnen Elemente bestehen gewöhnlich aus einer steilen und einer weniger steilen Seite, wobei die steile Seite auch komplett senkrecht sein kann. Sie ist verglast und ermöglicht durch ihre Ausrichtung nach Norden eine gleichmäßige Beleuchtung des darunter liegenden Raumes, ohne dass einfallendes Sonnenlicht blendet. Die weniger stark geneigte Südseite eignet sich hervorragend für Photovoltaikanlagen und wird auch immer häufiger auf diese Art genutzt. 

Sichtbeton

Unverputzter, unverblendeter Beton. Sichtbeton findet in ganz unterschiedlichen Bereichen Verwendung: Funktionsbauten wie Brückenpfeiler sind ebenso aus Sichtbeton hergestellt wie manche öffentliche Gebäude und sogar Wohnhäuser. Die Anforderungen an Sichtbeton sind hoch; dadurch, dass er nicht weiter bearbeitet wird, übertragen sich sämtliche Details der Schalungsoberfläche auf die fertige Wand. Deshalb ist auch die Auswahl des Schalmaterials entscheidend für das Aussehen des Sichtbetons und wird oft nach gestalterischen Merkmalen ausgewählt. Auch zu künstlerischen Zwecken wird er häufig verwendet. 

Solaranlage

Technische Anlage, die Sonnenenergie in eine andere Energieform umwandelt. Eine Solaranlage wird auf Gebäudedächern installiert, um die Kraft der Sonne entweder zur Strom- oder Warmwassergewinnung zu nutzen. Wird sie zur Stromgewinnung genutzt, spricht man von einer Photovoltaikanlage, bei Warmwasser handelt es sich um solarthermische Anlagen. Beide Arten von Solaranlagen erfreuen sich in letzter Zeit zunehmender Beliebtheit. Grund sind die steigenden Kosten für fossile Brennstoffe und Strom. Manche Photovoltaikanlagen produzieren mehr Strom, als der zugehörige Haushalt verbrauchen kann. Dieser wird dann an Stromanbieter verkauft, der Besitzer einer solchen Anlage kann also sogar noch Geld verdienen. 

Solidarhaftung

Rechtsbegriff des Schuldrechts, Gesamtschuld. Von der Solidarhaftung spricht man, wenn mehrere Schuldner gegenüber einem Gläubiger haften. In diesem Fall kann der Gläubiger die Erfüllung der Schuld entweder von allen, nur einem Teil oder nur einem einzigen Schuldner einfordern, unabhängig davon, wie sich die tatsächliche Beteiligung der Schuldner an der Sache gestaltet. Eine Solidarhaftung dient zur besseren Absicherung eines Gläubigers. Indem er jeden einzelnen der Schuldner auf die volle Höhe der Schuldableistung in Anspruch nehmen kann, hat er eine deutlich höhere Sicherheit, als wenn alle Beteiligten nur anteilig haften. 

Sondereigentum

Teil des Wohnungseigentums. Sondereigentum ist ein dem Volleigentum weitgehend gleichgestelltes Recht an einer Wohnung. Das Wohneigentum besteht aus zwei Elementen: dem Miteigentum, das man automatisch mit erwirbt. Hierzu zählen Anteile an Fassade, Dach, Treppenhaus etc. Alle Teile des Wohneigentums, die von diesem Miteigentum nicht berührt werden, also meist die Wohnung selbst, werden als Sondereigentum bezeichnet. Der Umfang des Sondereigentums wird in der Teilungserklärung genau festgelegt. 

Sondernutzungsrecht

Berechtigung zur alleinigen Nutzung eines Gemeinschaftseigentums. Ein Sondernutzungsrecht muss in einer Teilungserklärung verbindlich festgeschrieben werden. Es berechtigt einen Wohnungseigentümer zur exklusiven Nutzung einer Fläche zu vorher festgelegten Zwecken. Sondernutzungsrechte werden oft für Stellplätze, Kellerräume oder Gartenteile vergeben. 

Sondertilgung

Kreditrückzahlungen, die über den vertraglich vereinbarten Zinssatz hinausgehen. Eine Sondertilgung ist eine unplanmäßige Rückzahlung eines Teils der Kreditsumme an den Gläubiger. Bei manchen Gläubigern können Sondertilgungen jederzeit durchgeführt werden, bei anderen ist deren Zahl entweder auf eine bestimmte Anzahl pro Jahr oder eine bestimmte Höhe begrenzt. 

Sonderumlage

Außerplanmäßige Geldzahlung zur Deckung unvorhergesehener Kosten. Die Sonderumlage wird immer dann erhoben, wenn der Hausgemeinschaft durch das Gemeinschafseigentum an einem Gebäude ungeplante Kosten entstehen, die mit den Mitteln aus dem Wirtschaftsplan nicht finanziert werden können. Solche Kosten entstehen meist durch Reparaturarbeiten. 

Sonnenschutz

Alle Maßnahmen zum Schutz vor Sonneneinstrahlung und den damit verbundenen Folgen. Sonnenschutz umfasst bei Gebäuden ganz unterschiedliche Bereiche. Beispielsweise werden Fenster mit besonderer Sonnenschutzverglasung verbaut, die der Wärmedämmung dienen. Weitere Möglichkeiten, das Innere eines Hauses vor Sonneneinstrahlung zu schützen, sind beispielsweise Markisen, Rollläden, Raffstores und Jalousien.

Souterrain

Geschoss, das teilweise unterhalb des Straßenniveaus liegt, auch: Tiefparterre. Meist liegt der Fußboden des Souterrains unterhalb der Straße, seine Fenster aber zumindest in Teilen darüber. Oftmals haben Souterrainwohnungen einen separaten Eingang von der Straße aus. Oberhalb des Souterrains liegt ein Hochparterre, das man von der Straße aus über wenige Stufen erreicht. 

Sozialer Wohnungsbau

Schaffung von Wohnraum, der auch für sozial Schwächere bezahlbar ist. Sozialer Wohnungsbau wird staatlich gefördert und soll dafür sorgen, dass auch Personen, die ihren Wohnungsbedarf nicht am freien Wohnungsmarkt decken können, sich eine Wohnung leisten können. Um die staatliche Förderung zu erhalten, muss der Bauträger strenge Auflagen einhalten. Beispielsweise muss er auf die zulässige Höchstmiete achten. Diese Auflagen sind im Wohnungsbindungsgesetz festgelegt. In den letzten Jahren wurde der soziale Wohnungsbau verstärkt von der öffentlichen in private Hand übergeben. 

Spannbeton

Mithilfe von gespanntem Stahl verstärkter Beton. Spannbeton weist im Vergleich mit gewöhnlichem Beton eine verstärkte Festigkeit auf. Bei seiner Herstellung wird vorgespannter Stahl einbetoniert. Ist der Beton ausgehärtet, wird die Befestigung des Stahls gelöst, der Stahl drückt den Beton zusammen. Dadurch wird er widerstandsfähiger, weil er durch die Vorspannung Zugkräfte besser aufnehmen kann und es nicht so leicht zur Bildung von Rissen kommt. Außerdem genügen gegenüber normalem Stahlbeton geringere Querschnitte, was zu einer Gewichtsreduktion und z.B. bei Brücken zu größeren Spannweiten führt. 

Sparrendach

Traditionelle Dachkonstruktion für geneigte Dächer. Ein Sparrendach ist so konstruiert, dass die beiden Sparren am First miteinander verbunden sind und sich auf diese Weise gegenseitig abstützen. Am unteren Ende münden die Sparren entweder in Holzbalken oder einer Stahlbetondecke. Das Sparrendach ist in Europa die älteste Bauweise geneigter Dächer. Die Neigung der Dachfläche sollte mindestens 20° betragen, da ansonsten die auf den First wirkenden Kräfte zu groß werden. 

Spekulationsgewinn

Finanzieller Ertrag eines Veräußerungsgeschäfts. Der Spekulationsgewinn, den man durch Verkauf einer Immobilie erwirtschaftet, ist unter bestimmten Voraussetzungen einkommenssteuerpflichtig. Eine Immobilie gilt als Spekulationsgut, wenn sie innerhalb einer Frist von 10 Jahren nach Kauf wieder veräußert wird. In diesem Fall muss der Verkäufer Einkommenssteuer zahlen. Eine Ausnahme von der Einkommenssteuerpflicht gilt, wenn das verkaufte Haus oder die Wohnung dem Verkäufer in den vorangegangenen zwei Jahren als Hauptwohnsitz gedient hat. 

Spenglerarbeiten

Gewerkgruppe, Bearbeitung von Blechen, auch Klempnerarbeiten. Im Mittelpunkt der Spengler- oder Klempnerarbeiten stehen sämtliche Tätigkeiten, die sich um Metallbleche drehen. Die Hauptaufgabe besteht in der Herstellung und Montage von Verkleidungen für Dächer, Schornsteine, Fassaden und andere Flächen und der Anbringung von Regenrinnen. Zentrale Werkstoffe eines Spenglers sind NE-Metalle wie Kupfer, Aluminium und Messing. 

Spielplatzanlage

Der Bau eines Spielplatzes. Spielplätze sind Orte, an denen Kinder nicht nur ihre motorischen Fähigkeiten schulen und sich austoben können. Sie sind ebenfalls wichtig für das Erlernen sozialer Kompetenzen im Zusammenspiel mit Gleichaltrigen. Viele Städte schreiben bei größeren Bauprojekten das Anlegen eines Spielplatzes zwingend vor. 

Spundwand

Verbauart, wasserdichte Baugrubenumschließung aus Stahl. Spundwände werden aus einzelnen, miteinander verbundenen Profilen hergestellt. Diese Profile – auch Spunddielen oder Spundbohlen genannt – werden mittels spezieller Maschinen (Spundrammen) in den Boden gerüttelt oder gerammt. Die einzelnen Profile greifen mit Nut und Feder ineinander. 

Staffelmiete

Mietform, bei der Umfang und Zeitpunkt einer Mieterhöhung bereits im Voraus festgelegt werden. Bei der Staffelmiete wird bereits im Mietvertrag genau geregelt, wann und in welchem Umfang sich die Miete erhöhen wird. Die Rahmenbedingungen für diese Vereinbarung sind im BGB festgeschrieben. Zum Beispiel muss eine Mietstaffel für mindestens ein Jahr Bestand haben, bevor die nächste Staffel greifen darf. Staffelmieten liegen in der Preisentwicklung oft über dem Durchschnitt und der ortsüblichen Vergleichsmiete. 

Stahlbau

Gewerk, zusammenfügen von Stahlträgerkonstruktionen. Stahlbau kommt häufig bei sehr großen Bauwerken zum Einsatz. Dabei werden industriell gefertigte Stahlträger miteinander verschweißt, vernietet oder verschraubt, wodurch ein relativ leichtes und doch sehr tragfähiges Stahlskelett entsteht. Auf diese Weise werden vor allem sehr große Bauwerke wie Brücken, Industriehallen, Stadien und Wolkenkratzer gebaut. Das wohl bekannteste Bauwerk in Stahlbetonbauweise ist der Pariser Eiffelturm. 

Stahlbeton

Mit Stahl bewehrter Beton. Stahlbeton an Bauwerken eingesetzt, an denen besonders hohe Zugkräfte auf die Bausubstanz wirken. Beton alleine ist sehr druckfest, kann aber im Vergleich nur eine Bruchteil dessen an Zugkräften aufnehmen. Stahl ist demgegenüber ein sehr zugfestes Material. Stahlbeton besteht aus gewöhnlichem Beton, in den spezieller Rundstahl eingelassen wurde. Meist liegt dieser in Form von Matten im Innern der Stahlbetonplatte.

Stahlbetonbau

Gewerk, Bauweise mithilfe von Stahlbeton. Beim Stahlbetonbau kommt Beton als druckfestes Material zum Einsatz, das in seinem Innern zusätzlich noch durch Stahl verstärkt ist. Er ist der Massivbauweise zuzurechnen. An Stellen, an denen besonders große Kräfte auftreten, verwendet man anstatt des gewöhnlichen mit Stahl bewehrten Betons Spannbeton, der noch höheren Druck aushält.  

Steinwolle

Unterbegriff der Mineralwolle. Aus Mineralien wie Feldspat, Kalk, Basalt oder Sand hergestellter Dämmstoff. Steinwolle ist fester und schwerer als Glaswolle und bietet damit besseren Schutz gegen sommerliche Wärme. 

Stromversorgung

Bereitstellen eines Anschlusses für elektrischen Strom. Die Stromversorgung ist essentiell beim Bau eines Gebäudes. Über sie wird das Gebäude mit Elektrizität versorgt. Sie erfolgt über den Hausanschluss.  

Stuckateur

Im Innenausbau und an Fassaden tätiger Handwerker. Ein Stuckateur bringt Putz auf Innenwände auf, stellt Leichtbauwände, hängt Decken, verputzt Fassaden und montiert Verkleidungen. Stuckateur ist ein Ausbildungsberuf mit einer dreijährigen Lehrzeit. Die Berufsbezeichnung stammt von der Arbeit mit Stuckverzierungen, die auch heute noch zum Aufgabenfeld gehört. Künstlerisches Geschick ist daher für den Beruf von Vorteil. 

Taster

Schalter, die nur bei Drücken der Taste einen Stromkreis schließen. Taster lösen bei Betätigung einen elektrischen Impuls aus und kehren danach mittels einer Feder in ihrem Innern wieder in die Ausgangsstellung zurück. Nach diesem System funktionieren zum Beispiel Türklingeln und Schalter für Flur- bzw. Treppenhausbeleuchtungen mit automatischer Abschaltung. 

Teileigentum

Sondereigentum an nicht zu Wohnzwecken genutzten Räumen. Das Teileigentum gehört zum Gemeinschaftseigentum und bezieht sich auf die Räume eines Hauses, über die ausschließlich der Teileigentümer verfügen kann. Im Gegensatz zum Wohnungseigentum bezeichnet das Teileigentum Räume, die nicht wohnlich genutzt werden. Dies sind häufig Arztpraxen, Ladenlokale, Büroräume oder Garagen. Oft werden diese unter dem Oberbegriff „Gewerberäume“ zusammengefasst.

Teilungserklärung

Beim Grundbuchamt eingereichtes Dokument, das eine Immobilie in Miteigentumsanteile aufteilt. In der Teilungserklärung versichert der Eigentümer einer Immobilie, dass er das Eigentum an dieser mit anderen Personen teilt. Die Teilungserklärung enthält genaue Angaben darüber, welche Gebäudeteile zukünftig Gemeinschafts- und welche Sondereigentum sind. Darüber hinaus geht sie auch auf mögliche Sondernutzungsrechte ein. Zur Teilungserklärung gehört neben der Erklärung selbst auch noch ein Teilungsplan, in dem die Abgeschlossenheit des Sondereigentums festgestellt wird. Außerdem wird geprüft, ob dessen zukünftige Nutzung mit dem in der Baugenehmigung vorgesehenen Zweck übereinstimmt. Eine Teilungserklärung muss notariell beglaubigt werden. 

Terrasse

Unmittelbar an ein Gebäude anschließende Freifläche. Eine Terrasse zeichnet sich durch einen festen Untergrund und Belag aus Stein, Beton oder Holz aus. Sie ist nicht oder nur teilweise überdacht, verfügt über eine direkte Verbindung zum zugehörigen Gebäude und ist durch verglaste Türen zugänglich. Terrassen werden entweder unter der Erdgeschossebene, also als Übergang zwischen Erdgeschoss und Garten, oder in den oberen Stockwerken eines Gebäudes angelegt. Im zweiten Fall spricht man von einer Dachterrasse. Zum Schutz vor Sonne und anderen Witterungseinflüssen werden häufig Markisen angebracht. 

Tiefbau

Gewerkgruppe, Errichtung von Gebäuden oder Strukturen unter der Erde oder auf einer Ebene mit ihr. Tiefbau bezeichnet alle Gewerke, die beim Bau unterirdischer Gebäude oder Strukturen beteiligt sind. Ein Sonderfall sind Brücken, die zwar oberirdisch errichtet werden, aber unterhalb des darüber führenden Straßenniveaus liegen. Sie werden ebenfalls zum Tiefbau gerechnet.

Tilgung

Planmäßige oder außerplanmäßige Schuldenrückzahlung. Tilgungen kommen bei allen Arten von Geldforderungen vor. Bei der Ratentilgung wird die Kreditsumme über die gesamte Kreditlaufzeit anteilig zu festgelegten Zeitpunkten zurückgezahlt. Bei planmäßigen oder außerplanmäßigen Tilgungen wird ein größerer Betrag der Kreditsumme zurückgezahlt. Entweder erfolgt dies zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt oder nach Wunsch des Kreditnehmers. Bei der Einmaltilgung wird die Darlehenssumme auf einen Schlag am Ende der Kreditlaufzeit zurückbezahlt. Bei all diesen Rückzahlungsarten werden zusätzlich noch Zinszahlungen fällig. 

Trägerbohlwand

Verbauart mithilfe von verkeilten Bohlen. Noch bevor der Aushub der Baugrube beginnt, werden Träger ins Erdreich gerammt. Gegen diese werden nach Beginn des Aushubs Holzbohlen verkeilt, die dann verhindern, dass Erdreich in die Grube nachrutscht. Ab einer bestimmten Tiefe muss die Wand mithilfe von Stützen mit der gegenüberliegenden Baugrubenseite verbunden werden. Ansonsten würde sie aufgrund des Drucks von außen einstürzen. Bedingung für die Anwendung einer Trägerbohlwand ist, dass der Boden der Baugrube nicht unterhalb des Grundwasserspiegels liegt. Die bekannteste Art einer Trägerbohlwand ist der Berliner Verbau. 

Transparente Wärmedämmung

Dämmung mithilfe lichtdurchlässiger oder durchsichtiger Platten, kurz TWD. Zur transparenten Wärmedämmung werden ganz unterschiedliche Materialien herangezogen. Kunststoffplatten mit Waben- oder Kapillarstrukturen können ebenso zum Einsatz kommen wie spezielle lichtdurchlässige Putzarten. Sie alle haben eins gemeinsam: neben der Dämmung eines Gebäudes wird durch die besondere Struktur gleichzeitig Sonnenenergie auf die Fassade übertragen und diese damit erwärmt.

Trockenbau

Zusammenfügen industriell gefertigter Bauteile ohne wasserhaltige Baustoffe. Der Trockenbau erfreut sich seit den 1960er Jahren zunehmender Beliebtheit. Vor allem nichttragende Stellwände, Decken- und Wandverkleidungen, Bodensysteme und Einbauten im Innenraum werden oft in Trockenbauweise ausgeführt. Dabei kommen Spanplatten, Gipskartonplatten oder Porenbetonplatten zum Einsatz. Der Name täuscht ein wenig: Ganz ohne Wasser kommt auch der Trockenbau nicht aus. Zum Verspachteln der Fugen benötigt man spezielle Spachtelmasse, die mit Wasser angerührt wird. Trockenbaumonteur ist ein in Deutschland anerkannter Ausbildungsberuf. Allerdings nehmen häufig auch andere Handwerker Trockenbauarbeiten vor. 

Trockenestrich

Estrich aus miteinander verklebten Platten. Trockenestrich kann, im Gegensatz zu gewöhnlichem Estrich, schnell verlegt und sofort betreten werden. Er besteht meist aus Holz- oder Gipsplatten, die an den Fugen miteinander verklebt werden. Trockenestrich wird häufig in der Altbausanierung genutzt. Das liegt erstens daran, dass die Bodenplatten leichter sind als herkömmlicher Estrich; zweitens vermeidet man damit eine Beschädigung der Deckenbalken und weitere Bausubstanz durch Wasser. Trockenestrich kann nur auf ebenen Flächen verlegt werden, da sich Höhenunterschiede des Untergrunds mit den Platten nicht ausgleichen lassen. 

U-Wert

Maß für den Wärmeenergiedurchgang durch Bauteile, auch Wärmedurchgangskoeffizient oder k-Wert. Der Begriff leitet sich vom englischen „Unit of heat transfer“ ab und bezeichnet die Menge an Wärmeenergie, die innerhalb einer Stunde durch ein Bauteil transportiert wird, wenn auf beiden Seiten unterschiedliche Temperaturen herrschen. Auf diese Weise lässt sich im Bauwesen der Transmissionswärmeverlust eines Bauteils bestimmen. 

Umkehrdach

Unbelüftete Flachdachart, bei der die Dämmschicht oberhalb der Dachhaut liegt. Das Umkehrdach hat seinen Namen daher, dass bei ihm die Schichten scheinbar in umgekehrter Reihenfolge verbaut werden. Statt unterhalb der Dachhaut liegt die Dämmschicht bei dieser Bauart darüber und ist der Witterung ausgesetzt. Deshalb werden bei der Dämmung von Umkehrdächern auch nur Materialien verwendet, die wasserbeständig sind. Außerdem muss die Dämmschicht, um eventuellen Windsogbildungen standhalten zu können, noch einmal gesondert beschwert werden. Dazu werden häufig Steinplatten oder Kies verwendet. 

Umschuldung

Ablösung eines bestehenden Darlehens durch ein anderes. Mit einer Umschuldung können unterschiedliche Ziele verfolgt werden: Der Schuldner kann dabei versuchen, durch die Aufnahme eines neuen Kredites zu besseren Konditionen seine Zinslast zu verringern; oder er will durch die Zusammenführung mehrerer Zahlungsverpflichtungen zu einer einzigen Verbindlichkeit mit nur einem einzigen Zinssatz eine bessere Übersicht über seine Schulden erhalten. Zu beachten sind hierbei die Kündigungsfristen der bestehenden Darlehen. Kündigt man einen Kredit vor Ende der Zinsfestschreibungszeit (oft sind dies 10 Jahre), fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an den Gläubiger an. Eine Ausnahme stellen hier Bauspardarlehen dar, die jederzeit zurückgezahlt werden können. 

Unbedenklichkeitsbescheinigung

Voraussetzung für die Grundbucheintragung. Die Unbedenklichkeitsbescheinigung ist ein vom Finanzamt auszufüllendes Formular, in dem bestätigt wird, dass der Käufer einer Liegenschaft allen seinen steuerlichen Pflichten in Bezug auf den Kauf nachgekommen ist. Vornehmlich ist dies die Zahlung der Grunderwerbssteuer. Erst wenn die ausgefüllte Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Grundbuchamt eingegangen ist, kann die Umschreibung im Grundbuch erfolgen. 

Untermiete

Mietsituation, in der ein Mieter einer Sache diese weitervermietet. Der Nutzer des Hauses oder der Räumlichkeiten steht bei der Untermiete in keiner vertraglichen Beziehung zum Eigentümer der Sache, sondern alleine zum Mieter, mit dem er einen Untermietvertrag schließt. Dieses Mietverhältnis bedarf einer Zustimmung des Eigentümers. Wird diese nicht eingeholt, ist der Mieter gegenüber dem Eigentümer schadenersatzpflichtig. 

Unterzug

Balkenförmiger Träger, der die Last der darüber liegenden Decke aufnimmt und in andere Bauteile ableitet. Ein Unterzug besteht heute meist aus Beton, früher auch aus Holz. Er soll Tragkraft und Spannweite einer Decke erhöhen. Unterzüge werden entweder sichtbar unterhalb einer Deckenkonstruktion angebracht oder deckengleich eingebaut. Sie geben die Lasten entweder an Wände oder Pfeiler weiter. Unterzüge können auch nachträglich verbaut werden, um z.B. in Altbauten eine verbesserte Statik zu erreichen.  

Veranda

Überdachter Anbau an ein Gebäude. Als Veranda bezeichnet man eine am Erdgeschoss eines Hauses anschließende Terrasse, die mit einem fest installierten Dach versehen ist. Das Dach der Veranda ruht meist auf Pfeilern oder Säulen und dient dem Schutz vor Sonne, Regen und anderen Witterungseinflüssen. 

Verbau

Gewerk, Verkleidung einer Baugrube oder eines Leitungskanals. Der Verbau dient der Sicherung einer Baustelle. Er verhindert bei Baugruben das Nachrutschen des umgebenden Erdreichs. Zu diesem Zweck wird an die Außenwände der Baugrube eine senkrechte Wand angebracht. Verbau ist ab einer Grubentiefe von 1,25 m vorgeschrieben. 

Verkehrslast

Baustatischer Begriff, auch Nutzlast. Unter der Verkehrslast versteht man sämtliche Belastungen, die auf ein Gebäude infolge von dessen Nutzung einwirken. Dazu zählen das Gewicht von Einrichtungsgegenständen, Personen, Maschinen und gelagerten Gegenständen ebenso wie die Belastungen durch Wind und Schnee. Diese Lasten sind variabel und müssen bei der Berechnung der Statik eines Gebäudes unbedingt berücksichtigt werden. 

Verkehrswert

Theoretischer Verkaufswert zum gegenwärtigen Zeitpunkt, auch: Marktwert. Der Verkehrswert ist der objektiv bestimmte Preis, den eine Sache im Falle einer Veräußerung zum Zeitpunkt der Wertermittlung erzielen würde. Die Festlegung des Verkehrswerts erfolgt anhand der marktüblichen Gesetze und nimmt keine Rücksicht auf persönliche Begebenheiten oder sentimentalen Wert. Grundlage der Verkehrswertermittlung ist das Wertverfahren nach dem Sachwert, bei Bewirtschaftung der Ertragswert. 

Vermieterpfandrecht

Besitzloses Pfandrecht zur Absicherung des Vermieters. Das Vermieterpfandrecht ermöglicht es dem Vermieter, bei Beendigung des Mietverhältnisses Eigentum des Mieters zurückzuhalten, wenn dieser mit Mietzahlungen im Rückstand ist. Hat der Vermieter noch offene Ansprüche gegenüber dem Mieter und teilt diesem das mit, ist er berechtigt, Teile dessen Eigentums – soweit es als pfändbar gilt – einzubehalten. Die Mitteilung muss erfolgen, bevor das Eigentum vom Grundstück bewegt wurde, sonst verfällt der Anspruch. 

Versottung

Durchdringung eines Schornsteins mit Wasser, Teer und Schwefel. Zur Versottung kommt es, wenn das in den Abgasen aus der Heizungsanlage enthaltene Wasser beim Aufsteigen noch im Schornstein kondensiert. Es entstehen Ablagerungen der im Wasser gelösten Stoffe an den Innenwänden. Diese durchdringen mit der Zeit das Mauerwerk und bilden dunkle, zum Teil stark riechende Flecken an der Außenseite des Schornsteins. Einer Versottung kann durch den Einbau wasserundurchlässiger Abgasleitungen mit kleinem Durchmesser vorgebeugt werden. 

Villa

Anspruchsvoller freistehender Haustyp. Eine Villa war von der Antike bis in die Neuzeit ein vornehmer Landsitz. Später wurde der Begriff auf die repräsentativen Häuser des Bürgertums übertragen, die am Stadtrand oder in Villenvierteln entstanden. Charakteristisch für diese neuzeitlichen, meist im Jugendstil erbauten, Villen sind Erker, Balkone, Türmchen und Veranden. Heutzutage werden auch viele größere freistehende Einfamilienhäuser als Villen bezeichnet. 

VOB

Den Wettbewerb im Bauwesen regelndes Klauselwerk, Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen. Die VOB gibt schon seit 1926 Richtlinien für die Vergabe, Ausführung und Abrechnung baulicher Leistungen vor. Sie gilt immer dann, wenn keine abweichende Vereinbarung getroffen wurde. Die VOB ist weder ein Gesetz, noch eine Verordnung. Vielmehr ist sie eine privat geschaffene Vergabeordnung, die allerdings per Dienstanweisung für öffentliche Auftraggeber verbindlich gilt. Auch in den meisten privaten Bauaufträgen kommt die VOB heute zur Anwendung. 

Vollfinanzierung

Kaufgeschäft, bei dem der volle Kaufpreis über ein Darlehen abgedeckt wird. Bei der Vollfinanzierung handelt es sich um ein Finanzierungsmodell, das für den Gläubiger ein relativ großes Risiko beinhaltet, weil der Schuldner keinerlei Eigenkapital einsetzt. Dennoch ist die Vollfinanzierung bei Personen mit guter Bonität durchaus gängig. 

Voranfrage

Schriftliche Erkundigung im Vorfeld der Beantragung einer Baugenehmigung. Die Voranfrage dient dazu, bereits vor Beantragung einer Baugenehmigung Fragen im Zusammenhang mit einem geplanten Bauvorhaben abzuklären. Dabei handelt es sich meist um Fragen zu Gestaltung, Baumaterialien, möglichen Ausnahmen etc. Erteilt die Baubehörde einen positiven Bescheid, darf sie daraufhin innerhalb einer bestimmten Frist bei Beantragung der Baugenehmigung nicht mehr anders entscheiden. 

Vorkaufsrecht

Im Grundbuch eingetragene Erstkaufoption für eine Immobilie. Mit einem Vorkaufsrecht belastete Grundstücke, Häuser oder Wohnungen müssen bei einem geplanten Verkauf zuerst dem Vorkaufsberechtigten angeboten werden. Dieser muss innerhalb von 30 Tagen erklären, ob er von seinem Recht Gebrauch machen möchte oder nicht. Will er die Immobilie kaufen, ist er verpflichtet, den Kaufpreis zu zahlen, den ein Dritter dem derzeitigen Eigentümer anbietet. Der übergangene Drittbieter ist in diesem Fall schadenersatzberechtigt. Bei Tausch, Enteignung oder Zwangsversteigerung der Immobilie kommt das Vorkaufsrecht nicht zum Tragen. Neben diesem privaten Vorkaufsrecht existiert auch ein öffentliches Vorkaufsrecht, mit dem sich Gemeinden den Erstzugriff auf Grundstücke sichern. 

Wärmebrücke

Schwachstelle in der Gebäudedämmung. Als Wärmebrücke bezeichnet man den Bereich eines Gebäudes, durch den Wärme leichter nach außen geleitet wird, als durch seine Umgebung. Das können Fenster, Türen oder andere Bauteile sein, die eine ansonsten durchgängige Wand unterbrechen. Auch die Ecken des Hauses sind Wärmebrücken, da hier einer relativ kleinen Innenseite eine große Außenfläche gegenübersteht, über die Wärme abgegeben wird. Wärmebrücken machen sich häufig dadurch bemerkbar, dass an ihnen aufgrund des Temperaturunterschieds Wasser kondensiert. Hier kann es in der Folge leicht zu Schimmelbildung kommen. Um dem vorzubeugen müssen potentielle Wärmebrücken besonders gut gedämmt werden. 

Wärmedämmverbundsystem

Aus mehreren Komponenten bestehende Außendämmung eines Bauwerks, WDVS. Ein Wärmedämmverbundsystem besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Elementen. Dämmmaterial wird mittels Kleber, Leisten oder Dübeln an der Fassade befestigt. Anschließend wird es mit wasserabweisendem Material beschichtet. Umgangssprachlich spricht man auch von Thermohaut oder Vollwärmeschutz. Das Wärmedämmverbundsystem wird nicht nur auf oberirdischen Gebäudeteilen, sondern auch an der Außenwand des Kellers montiert. 

Wärmetauscher

Vorrichtung zur Übertragung von Wärmeenergie eines Mediums auf ein anderes, auch Wärmeübertrager oder Wärmeaustauscher. Wärmetauscher kommen im Haushalt beispielsweise in Heizungsanlagen zur Anwendung. Zwei Wärmeträger wie Wasser oder Luft werden in gesonderten Rohren so aneinander vorbeigeleitet, dass die Wärmeenergie des einen zumindest teilweise auf das andere übergeht. Je mehr Wärme vom einen auf das andere übergeht, desto höher ist der Wirkungsgrad des Wärmetauschers. Durch den Einsatz von Wärmetauschern lässt sich auch Restwärme noch nutzen, wodurch man Energie und Kosten einspart. 

Waschbeton

Beton mit besonderer Oberflächenstruktur. Waschbeton wird hergestellt, indem man vor dem Erhärten mithilfe von Wasser und Bürsten die oberste Schicht aus Zement und feinen Zuschlagstoffen abwäscht. Zum Vorschein kommt ein kieselartiges Muster. Anstatt Wasser und Bürsten wird häufig auch ein Erstarrungsverzögerer eingesetzt. Waschbeton war in der Vergangenheit beliebt zur Herstellung von Gehweg- und Terrassenplatten, aber auch zur Verzierung von Hausfassaden. 

Wasserhaltung

Maßnahmen, um eine Baugrube von Wasser freizuhalten. Wasserhaltung umfasst alle Schritte, die für die Trockenlegung einer Baugrube nötig sind. Man unterscheidet zwischen offener Wasserhaltung, bei der eintretendes Wasser mithilfe von Gräben abgeleitet wird, und geschlossener Wasserhaltung, bei der das Wasser durch Pumpen daran gehindert wird, in die Baugrube einzusickern. Zu dieser Art der Wasserhaltung zählt auch die Grundwasserabsenkung. 

Wasserversorgung

Bereitstellung eines Anschlusses für Wasser. Wasserversorgung teilt sich in zwei Bereiche auf. Gebäude werden mit Betriebswasser und Trinkwasser versorgt. Die Versorgung selbst erfolgt mit dem Hausanschluss, über den das Gebäude an das öffentliche Netz angeschlossen ist. 

Wegerecht

Teil des Sachenrechts, das die Berechtigung zu Durchfahrt oder Durchgang durch ein fremdes Grundstück regelt. Das Wegerecht wird meist als Dienstbarkeit ins Grundbuch eingetragen. Es stellt das Recht dar, zum Zweck des Durchgangs oder der Durchfahrt einen Weg über ein fremdes Grundstück zu nutzen. Das Wegerecht ist zum Beispiel nötig und verpflichtend, wenn der Besitzer eines benachbarten Grundstücks keine andere Möglichkeit hat, sein Grundstück zu erreichen. 

Weichfaserplatte

Holzstoffwerkplatte. Weichfaserplatten sind vielseitig einsetzbar: als Beplankung für Decken und Wände kommen sie ebenso zum Einsatz wie zum Möbelbau. Wegen ihrer hohen Wärmespeicherkapazität werden sie darüber hinaus auch oft zur Dachdämmung eingesetzt. Sie bestehen aus Holzfasern und können sowohl mit, als auch ohne Bindemittel hergestellt sein. 

Werkvertrag

Vertrag über die Erbringung einer Leistung gegen Entlohnung. Ein Werkvertrag wird üblicherweise zwischen dem Bauherrn und einem Bauunternehmer oder Handwerker abgeschlossen und regelt alle mit dem Bauprojekt zusammenhängenden Leistungen. In ihm enthalten sind detaillierte Angaben zu Aufgabenstellung, Fertigstellungstermin, Kosten, Gewährleistungen, Nutzungsrechten, Haftungsvereinbarungen, Vertragskündigungsfristen und Zahlungsvereinbarungen.

Wertsicherungsklausel

Vertragsbestandteil, mit dem der vertraglich geschuldete Geldwert inflationssicher gemacht werden soll. Die Wertsicherungsklausel bindet geschuldete Geldsummen an weitere Bezugsgrößen, wie zum Beispiel den Goldpreis, ausländische Währungen oder den Ölpreis. Sehr häufig wird der Wert an den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes angelehnt. 

Wintergarten

Größtenteils aus Glas bestehende Anbauten an bestehende Gebäude. Wintergärten erfreuen sich seit längerem großer Beliebtheit sowohl als Wohnraum, als auch als Raum, in dem man Pflanzen überwintern lässt. Wegen ihrer Wände und Decken aus Glas entsteht in Wintergärten der sogenannte Glashauseffekt, bei dem das Sonnenlicht genutzt wird, um einen Raum zu beheizen. Um einen Wintergarten zu errichten, benötigt man in den meisten Bundesländern eine Baugenehmigung.

Wirtschaftsplan

Haushaltsplan einer Eigentümergemeinschaft. Der Wirtschaftsplan muss laut WEG am Anfang des Jahres vom Verwalter aufgestellt und der Eigentümergemeinschaft vorgelegt werden. In ihm werden die zu erwartenden Ausgaben für Nebenkosten und Instandhaltung aufgeführt. Damit wird er zur Grundlage für die Erhebung des Hausgelds und der Instandhaltungsrücklage. Nach Ablauf des Kalenderjahres muss der Verwalter eine Abrechnung vorlegen. 

Wohnflächenberechnung

Ermittlung der wohnlich nutzbaren Fläche einer Wohnung oder eines Hauses anhand spezieller Kriterien. Bei der Wohnflächenberechnung kommt die Wohnflächenverordnung zum Tragen. Sie besagt, dass Räume anhand ihrer lichten Maße (Deckenhöhe) veranschlagt werden. Flächen mit einer Mindesthöhe vom 2 m werden voll veranschlagt. Beträgt die Höhe zwischen 1 und 2 m, so geht die Fläche nur zur Hälfte in die Berechnung ein. Alle Flächen, die unter 1 m lichter Höhe liegen, werden überhaupt nicht gezählt. Balkone, Terrassen und Loggien werden – abhängig von der Ausbaustufe – mit einem Viertel bis der Hälfte der tatsächlichen Fläche angerechnet. Besonders wichtig ist die Wohnflächenberechnung, wenn es darum geht, die tatsächliche Wohnfläche festzulegen, für die Miete gezahlt wird. 

Wohngeld

Synonym für Hausgeld, aber auch staatliche Wohnförderung. Einerseits ist das Wohngeld ein umgangssprachlicher Begriff für das Hausgeld, das Wohnungseigentümer aufgrund des Wirtschaftsplans zahlen müssen. Andererseits bezeichnet Wohngeld aber auch einen im Sozialgesetzbuch festgelegten staatlichen Mietzuschuss für sozial Schwache, der bei der Wohngeldbehörde beantragt werden muss. 

Wohnungseigentumsgesetz

Gesetz, das alle Fragen im Zusammenhang mit Eigentum an Wohnungen, Gebäuden und Flächen regelt, kurz: WEG. Das Wohnungseigentumsgesetz greift immer dann, wenn ein Grundstück oder ein Haus mit einer formellen Teilungserklärung unter mehreren Eigentümern aufgeteilt wurde. Es regelt die Teilung selbst sowie sämtliche Rechten und Pflichten der Wohnungseigentümer, wie zum Beispiel die Verteilung der Nebenkosten oder der Kosten für Modernisierungsmaßnahmen. Im Wohnungseigentumsgesetz ist der Unterschied zwischen Wohneigentum, Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum festgelegt. 

Zeitwert

Wert eines Objekts zu einem bestimmten Zeitpunkt, wie der Verkehrswert. Der Zeitwert berücksichtigt bei der Ermittlung des Wertes einer Immobilie auch den Faktor Zeit. Der Marktwert einer Immobilie vermindert sich mit ihrem Alter. Diesem Umstand trägt der Zeitwert bei der Berechnung des Marktwerts Rechnung. 

Zimmerer

Beruf aus dem Holzbau, auch Zimmermann. Ein Zimmerer arbeitet vornehmlich mit Holz. Er fertigt und repariert Bauteile (z.B. Dachstühle, Balkone, Verkleidungen) eines Hauses oder anderen Bauwerks. Zum Teil errichtet er diese auch komplett selbst (z.B. Blockhäuser, Carports, Hallen). Zimmerer ist ein anerkannter Handwerksberuf und kann in einer dreijährigen Ausbildungszeit erlernt werden. Der Tradition der Walz folgend, gehen bis heute einige ausgelernte Zimmerleute nach ihrer Lehre für einige Zeit auf Wanderschaft. Zimmerleute arbeiten meist in kleinen bis mittleren Handwerksbetrieben. Der Beruf ist körperlich sehr anspruchsvoll. 

Zinsbindungsfrist

Zeitraum, in dem der Zinssatz eines Darlehens unverändert bleiben muss. Die Zinsbindungsfrist wird bereits im Kreditvertrag festgelegt. Übliche Größen sind 5, 8, 10 oder 15 Jahre. Nach Ablauf dieser Frist muss der Zinssatz neu verhandelt werden. Durch Zinsbindungsfristen erhalten Kreditnehmer eine über längere Zeit verlässliche Kalkulationsgrundlage. 

Denkmalschutz-AfA

Durch die Sanierung einer denkmalgeschützten Immobilie ergeben sich für Eigentümer attraktive Abschreibungsmöglichkeiten. Entsprechend der Denkmalschutz-AfA, die im Einkommensteuergesetz, Paragraf 7 h und i verankert ist, sind die Sanierungskosten innerhalb von 12 Jahren zu 100 Prozent absetzbar. Das heißt: Im 1. – 8. Jahr: 9 Prozent jährlich und im 9. – 12. Jahr: 7 Prozent jährlich. Zusätzlich kann der Altbauanteil linear abgeschrieben werden: Bei Gebäuden, die vor dem 31.12.1924 gebaut wurden, liegt der AfA-Satz bei 2,5 Prozent. Für Gebäude, die nach dem 31.12.1924 errichtet wurden, wird ein AfA-Satz von 2 Prozent zu Grunde gelegt. Damit profitieren Sie bei der Denkmalschutz-AfA über viele Jahre von Steuervorteilen. 

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