Erlangen – ein Streifzug durch die Universitätsstadt
Auf unserer kleinen Reise durch die Metropolregion Nürnberg verschlägt es uns heute nach Erlangen. Die kleinste Großstadt Bayerns hat sich vor allem als Universitätsstadt und Forschungsstandort einen Namen gemacht. Im Jahr 1743 gegründet, sind mittlerweile fast 35.000 Studenten aus aller Welt an der Friedrich-Alexander-Universität immatrikuliert. Als Wirtschaftsstandort ist Erlangen ebenfalls bedeutend: Das Uniklinikum und zahlreiche Großunternehmen, allen voran Siemens, sind in der Hugenottenstadt vertreten. Entsprechend niedrig ist daher die Arbeitslosigkeit.
Obwohl Erlangen als Standort der High-Tech-Industrie eine wichtige Rolle spielt, geht es in der Altstadt eher beschaulich zu: Mittelpunkt ist das markgräfliche Schloss, in dessen weitläufigem Schlossgarten es sich wunderbar vom Studieren oder Arbeiten entspannen lässt. Studenten und Angestellte treffen sich hier gleichermaßen, um im Sommer ihren Kaffee am Mittag vor der Kulisse der barocken Orangerie zu genießen. Einen Steinwurf vom Schlossgarten entfernt locken kleine, gemütliche Cafés, der Wochenmarkt auf dem Schlossplatz und zahlreiche Geschäfte zu einem ausgiebigen Einkaufsbummel. Bei Regenwetter und im Winter kann man in den Erlangen Arcaden durch mehr als 100 Geschäfte schlendern. Dieses reichhaltige Angebot macht die Fahrt nach Nürnberg oder Fürth trotz guter Bus- und Bahnanbindung eigentlich überflüssig. Genau wie ein eigenes Auto: Ob Student, Professor oder Angestellter: In Erlangen fährt man Rad!
Mit diesem lassen sich auch die zahlreichen Landschafts- und Naturschutzgebiete rund um die Stadt bequem erreichen. Sportler finden in den Regnitzauen, in der Brucker Lache oder rund um Exerzierplatz und Buckenhofer Forst ideale Bedingungen zum Joggen oder Radfahren. Naturfreunde können seltene Vogel- und Insektenarten entdecken oder die Wildpferde im Tennenloher Forst beobachten. Das Erholungsgebiet Dechsendorfer Weiher ist vor allem im Sommer ein beliebter Anlaufpunkt zum Schwimmen, Campen, Surfen oder Bootfahren. Danach lässt man den Tag am besten in einem der zahlreichen gemütlichen Biergärten ausklingen.
Das Rad besser stehen lassen sollte man während der Bergkirchweih. Regelmäßig zu Pfingsten verwandelt sich der Burgberg im Norden der Stadt in den größten Biergarten Europas. In diesem Jahr wird vom 24. Mai bis zum 4. Juni im Schatten der alten Kastanien gefeiert. Die Erlanger sind stolz auf ihren “Berch”, der auf eine mehr als 250-jährige Geschichte zurückblickt. Die Bergkirchweih ist aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht wegzudenken – Pflichttermin für alle, die in Erlangen wohnen, arbeiten oder studieren!
Apropos Kultur: Davon gibt es in der Universitätsstadt Erlangen jede Menge. Das Kunstpalais im vornehmen barocken Palais Stutterheim, das Kunstmuseum am Loewenich’schen Palais und das Stadtmuseum wollen am Sonntagnachmittag besucht werden. In den Sommermonaten kann man den auch im wunderbar blühenden Botanischen Garten am Schloss oder im Aromagarten der Uni Erlangen verbringen. Inmitten von Palmen, bunten Blumen, duftenden Kräutern und exotischen Pflanzen lässt sich der Alltag ganz schnell vergessen. Theater- und Filmfreunde kommen in Erlangen natürlich auch auf ihre Kosten: Schließlich steht hier das älteste bespielte Barocktheater Süddeutschlands aus dem Jahr 1713. Zahlreiche Kleinkunstbühnen, Kinos, Events oder das Kulturzentrum E-Werk sorgen dafür, dass in Erlangen nicht nur am Wochenende eine Menge geboten ist. Die vielen Kneipen, Cafés und Bars in der Stadt sind immer voll und vor allem durch das studentische und internationale Publikum geprägt.
Das gilt auch für das Wohnen in Erlangen: Zahlreiche Baumaßnahmen sollen die Wohnungsknappheit verhindern, die vor allem durch steigende Studentenzahlen droht. Während die Innenstadt als Wohnraum immer belebt und geschäftig ist, ist es am Stadtrand umso ruhiger. Das grüne, bewaldete Viertel rund um Burgberg und Waldkrankenhaus ist vor allem durch seine eleganten Villen geprägt. Dagegen geht es in den Vororten wie Bruck, Tennenlohe, Büchenbach oder Frauenaurach ländlich-gemütlich zu. Vom Kasernengelände hin zum modernen Wohnviertel, Dienstleistungs- und Forschungsstandort hat sich der Röthelheimpark im Osten der Stadt gewandelt. In Erlangen lässt es sich gerade für Familien und Berufstätige ideal wohnen. Dass man von jedem Ort aus innerhalb weniger Minuten bequem das Stadtzentrum oder die nächste S-Bahn-Haltestelle erreicht, versteht sich von selbst.
Tolle Einkaufsmöglichkeiten, das breite Kulturangebot und viel Grün – hier werden keine Wünsche offengelassen. Kein Wunder, dass Erlangen regelmäßig unter die Top-Ten der deutschen Städte mit der höchsten Lebensqualität gewählt wird!

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